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Hochkonjunktur für Escort-Agenturen

An der Baselworld buchen Messegäste weibliche Begleitung für Geschäftsessen – und mehr.

Das Aussehen muss stimmen. Blonde Frauen sind bei arabischen Besuchern besonders beliebt.
Das Aussehen muss stimmen. Blonde Frauen sind bei arabischen Besuchern besonders beliebt.
Keystone

«Es kann immer zu Sex kommen – das wissen unsere Mädchen», sagt Reto Schweizer von der Agentur Jessica’s Escort mit Sitz in Zürich. Er hat in diesen Tagen viele Anfragen beziehungsweise Buchungen von Messegästen aus dem Ausland. «Was ganz klar auffällt: Die Asiaten und die Araber bevorzugen blonde Frauen. Wenn sie dann noch blaue Augen haben, umso besser», sagt er. Vom Geschäftsessen im Restaurant bis hin zum Schäferstündchen auf dem Hotelzimmer, während der Baselworld möchten die Männer den Abend in weiblicher Gesellschaft verbringen.

Bei Jessica’s Escort buchen die Kunden eine Frau zum Stundentarif, hinzu kommen Spesen wie beispielsweise die Anfahrt von Zürich nach Basel. Zwischen 400 und 700 Franken pro Stunde kostet die Dienst­leistung. An der Baselworld können die Frauen ab einem Zeitraum von 1,5 Stunden gebucht werden, die Grenze nach oben ist offen. «Es kommt vor, dass eine Frau nur für ein Geschäftsessen gebucht wird – der Kunde dann aber die ganze Nacht mit ihr verbringen möchte.» In seiner Kartei hat Reto Schweizer derzeit 50 Models im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. «Ganz wichtig ist eine gewisse Natürlichkeit, eine schöne Ausstrahlung und viel Charme», erklärt Schweizer.

Nach 20 Minuten alles vorbei

Die 22-jährige Jill ist blond, hat blaue Augen, eine makellose Figur und einen hellen Teint. Klar, dass sie während der Baselworld schon fast ausgebucht ist. Als Escort-Model arbeitet sie nicht zuletzt wegen der lukrativen Verdienstmöglichkeiten. «Ich habe ganz klare Ziele und natürlich auch Träume», sagt die Studentin. Jill möchte in ein paar Jahren auswandern und sich im Ausland eine neue Existenz, ein eigenes Unternehmen aufbauen. Von den kommenden zehn Messetagen erhofft sie sich spannende Treffen mit spannenden Gästen. Und das eine oder andere Geschenk? «Zu einer Breitling würde ich natürlich nicht Nein sagen», meint sie schmunzelnd, aber damit rechnen würde sie nicht. Die Zürcherin wird auch unter dem Jahr häufig von ausländischen Gästen gebucht und weiss in etwa, was während der Baselworld auf sie zukommt. «Bei den Arabern muss das Aussehen stimmen», sagt sie, «oftmals buchen sie fünf bis sechs schöne Mädchen, einfach, um sie den ganzen Abend anzuschauen», sagt Jill. Wenn ihnen eine zu wenig blond oder zu wenig hellhäutig ist, schicken sie das Mädchen wieder nach Hause. «Mir ist das bis anhin noch nicht passiert», erzählt Jill, «aber damit könnte ich leben. Die Geschmäcker sind nun mal verschieden.»

Bei den Asiaten hingegen muss es schnell gehen. «Nach 20 Minuten ist alles vorbei und der Kunde zufriedengestellt», erklärt das Model. Länger als eine Stunde werde sie selten gebucht. Spendabler sind da die Russen oder die Amerikaner: Bei ihnen gehört eine Einladung zu einem Drink, zu einem feinen Abendessen quasi dazu. «Ich kann mich auf jede Kultur einstellen», sagt sie, gepflegt und anständig seien sie alle.

Sympathie und Leidenschaft

Dass viele Männer den hektischen Messealltag und den Stress vergessen möchten, spürt auch Alina von der deutschen Agentur Passion Luxus Escort: «Sie tragen den ganzen Tag Verantwortung und suchen abends Ablenkung und Genuss», sagt sie. Für Alina sind die Messetage in Basel inspirierend. «Wer trägt nicht gerne eine schöne Uhr oder den passenden Schmuck?» Einmal habe sie von einem Kunden ein selber entworfenes Armband geschenkt bekommen, «eine sehr liebe Geste, worüber ich mich sehr gefreut habe».

Ihr fällt auf, dass immer mehr Kunden, die ihren Escort-Dienst in Anspruch nehmen, Wert auf einen schönen Abend legen. «Eine schnelle Nummer suchen die Wenigsten», sagt sie, «da sind andere Dinge wichtig: Sympathie und ein Knistern, das in der Luft liegt, gerne auch Leidenschaft.» Dass gewisse Nationen spezielle Wünsche haben, kann sie nicht bestätigen. «Wie in jeder Branche gibt es auch bei uns Klischees», sagt die Deutsche. Jeder Kunde habe – unabhängig von der Herkunft – individuelle Vorlieben. «Darauf gehen wir natürlich ein», sagt Alina. Denn am Ende haben vermutlich alle das gleiche Ziel: einen entspannten Abend zu verbringen und den hektischen Messealltag hinter sich zu lassen.

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