«Ich bin selten gleicher Meinung»

Jon R. Bezzola zog als ­Bergführer nach Kanada. Seine Schweizer Begleiter: Ehefrau Margrit und die Tagi-Fernausgabe.

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Wo lesen Sie Zeitung?
Jeden Morgen sitze ich mit einer Tasse Kaffee und der Zeitung am Küchentisch. Ich mag dieses Ritual und spüre gern das Papier in den Händen – auch wenn ich News des Öftern auch digital lese.

Weshalb haben Sie die Fernausgabe des «Tages-Anzeigers» abonniert?
Ich beobachtete regelmässig meine Eltern, wie sie in den Tagi vertieft lasen. Ich selbst habe die Zeitung während meiner Studentenzeit in Zürich kennen gelernt. Seither konsultiere ich immer, wenn etwas Wichtiges passiert, als Erstes den Tagi – hier in Kanada online. Der Auslöser für das Abo war meine Frau. Sie wollte wieder «Das Magazin» lesen.

Was gefällt Ihnen am «Magazin»?
Vor allem die Kolumnen verfolgen wir. Ich lese gern, wie andere denken. Zwar bin ich selten gleicher Meinung, doch vermitteln mir die Texte eine andere Perspektive auf die Welt.

Wie unterscheiden sich kanadische von den Schweizer Medien?
Kanada folgt einer englischen Zeitungstradition. Die Presse ist aber deutlich weniger polarisiert als beispielsweise in den USA. Den dortigen 24-Stunden-Nachrichtenzyklus rund um Trump finde ich deprimierend. Um den hiesigen staatlichen Rundfunk gibt es übrigens ähnliche Diskussionen wie um die SRG mit der No-Billag-Initiative.

Stimmen Sie in der Schweiz noch ab?
Wenn man kurzfristig im Ausland lebt, kann ich verstehen, dass man am politischen Leben teilnimmt. Aber bei Schweizern, die seit Jahren im Ausland leben, finde ich es lächerlich. Ich verfolge die politischen Diskussionen in der Schweiz durchaus. Aber ich kann kein Gespür mehr dafür entwickeln.

Planen Sie, irgendwann in die Schweiz zurückkehren?
Nein, das ist schon länger kein Thema mehr. Die ersten zehn Jahre gibt es Dinge, die man vermisst. Und dann ist man gegangen. Als Feriendestination bleibt uns die Schweiz aber erhalten.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.03.2018, 16:27 Uhr

Collection

125 Jahre Tagi

Jon R. Bezzola

«Colani», wie ihn seine Freunde nennen, zog als 27-Jähriger nach Kanada. Sein Hobby wurde sein Beruf: Der 70-Jährige arbeitete als Bergführer für Heliskitouren in den Columbia Mountains.

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