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«Ich habe eine Frau auf dem Trottoir überfahren»

Er setzte sich betrunken hinters Steuer – und überfuhr im Berner Mattequartier eine Frau. Vor einem Monat wurde der Lenker wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Mit Redaktion Tamedia sprach er über seine Schuld.

Eigentlich fing der Abend ganz normal an. Ein Bier unter Freunden zu Hause und danach ab in den Ausgang. Im Silo, einem Club im Berner Mattequartier, wurde getanzt und gefeiert. Noch ein Bier, ein Drink, ein paar Alcopops. Alles war cool, alles war in Ordnung, alles machte Spass. In dieser ausgelassenen Feierlaune fasste der 25-jährige Monteur Michael* morgens um 3.30 Uhr einen folgenschweren Entschluss: Er setzte sich hinters Steuer.

Knapp eineinhalb Jahre sind seither vergangen. Wir treffen Michael auf der Kleinen Schanze. Er blickt verunsichert, spricht leise. Manchmal schüttelt er leicht seinen Kopf. «Ich habe in dieser Nacht eine unschuldige Frau überfahren.» Michael ist der «Totfahrer aus der Matte». Über den Unfall und über seinen Prozess wurde in den Medien breit berichtet. Sein Opfer, eine 56-jährige Frau, wollte in jener Nacht, am 23.Dezember 2012, nur mit ihrem Hund Gassi gehen. Sie war auf dem Trottoir an der Aarstrasse im Berner Mattequartier unterwegs. Um 3.45 Uhr wurde sie auf dem Trottoir frontal vom Auto erfasst. Sie erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, mehrere Rippenbrüche und weitere Verletzungen. Sie verlor sehr viel Blut und starb knapp zwei Stunden später aufgrund eines Atemstillstands.

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