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Ihrem Herz auf die Sprünge helfen

Die rasanten Fortschritte in der Herz-Kreislauf-Forschung sind so eindrücklich, dass man meinen könnte, der Kampf sei bereits gewonnen. Doch trotz allem bisher Erreichtem: Es bleibt noch viel zu tun.

Die rasanten Fortschritte in der Herz-Kreislauf-Forschung sind so eindrücklich, dass man meinen könnte, der Kampf sei bereits gewonnen. Doch trotz allem bisher Erreichtem: Es bleibt noch viel zu tun. Vor 1900 starben nur wenige Menschen an einer Herz-Kreislauf-Krankheit. Die Geissel der Bevölkerung waren damals Infektionen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich Herzkrankheiten in der Schweiz und anderen Industrieländern zur häufigsten Todesursache. Mit der industriellen Revolution kamen Autos, Lifte, Rolltreppen und Maschinen. Sie haben die körperliche Betätigung aus unserem Leben verbannt. Und statt einer einst kargen Ernährung kamen kalorien- und fettreiche Nahrungsmittel auf den Tisch. Die Folgen: erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck oder Übergewicht. Den Gefässen und dem Herz bekommt dieser neue Lebensstil nicht. Und so ringt die Forschung um Lösungen für die sitzende Wohlstandsgesellschaft und deren Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zahl der Herzpatienten steigt

Immer mehr Wissenschaftler studieren die Ursachen und versuchen neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Vor allem in den sechziger Jahren erlebte die Kardiologie ihre bahnbrechendsten Fortschritte. So implantierte 1958 der schwedische Chirurg Åke Senning den ersten Herzschrittmacher, um den zu langsamen Rhythmus des Herzens zu beschleunigen. Unter anderem hat auch die Schweizerische Herzstiftung zu diesen Entdeckungen beigetragen. Da die Zahl der Patienten mit Herzrhythmusstörungen immer mehr steigt, wird heute intensiver denn je geforscht. Wissenschaftler suchen nach körpereigenen Vorgängen oder Substanzen, die das Herz davor schützen können, aus dem Takt zu geraten. Ferner schreitet die Entwicklung von neuen, noch leistungsstärkeren Geräten zur Elektrostimulation des Herzens weiter voran.

Unermüdliche Forschung

Auch der Berner Herzforscher Stephan Rohr beschäftigt sich mit den Herzrhythmusstörungen. Mit seinem Projekt, das von der französischen Fondation Leducq mit 1,2 Millionen Franken unterstützt wird, will er der Entstehung auf den Grund gehen und neue Therapien entwickeln. Auch die «Heart Rhythm Society» setzt sich für den Fortschritt in Diagnostik und Therapie des akuten Herztodes und der Herzrhythmusstörungen ein. In den letzten Jahren hat André Kléber von der Universität in Bern unter Anwendung von Technologien, die für die Spitzenelektronik entwickelt worden sind, Strukturen von Herzmuskelgewebe in der Zellkultur erzeugt. Damit konnte er aufzeigen, dass diese mikroskopischen Netzwerke sowohl für die Erklärung der Entstehung von Rhythmusstörungen als auch der Wirkung von Elektroschocks wichtig sind. Weiterführend entstanden daraus wichtige Arbeiten zur Herstellung von künstlichem Herzgewebe mit vorbestimmter zellulärer Struktur. In den USA werden ebenso mutige Erfindungen vorangetrieben. Dort haben Ingenieure an der Princeton Universität eine Gummifolie entwickelt, die durch mechanische Verformung Strom erzeugt. Denkbar wäre, damit aus den natürlichen Bewegungen des menschlichen Körpers Energie zum Betreiben von Implantaten zu erzeugen.

Fortschritte, aber kein Durchbruch

Weiter wird die Kardiologie auch Prävention betreiben und aufzeigen, wie man Herzkrankheiten verhindern kann. Dazu gehören Ernährungsprogramme oder Medikamente. Die Schweizerische Herzstiftung hält aber fest: «Auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten viele Fortschritte gemacht wurden, darf der heutige Stand nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Medizin etlichen Krankheitsbildern noch hilflos gegenübersteht». Die Forschung versucht, diese Hilflosigkeit Schritt für Schritt zu vermindern.

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