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Immigranten-Verein fordert Abschaffung des Schweizer Kreuzes

Die Mitglieder von Second@s Plus möchten das Schweizer Kreuz abschaffen. Der Verein schlägt ein Wappen vor, das der heutigen Schweiz mehr entsprechen soll. Bürgerliche Politiker reagieren entsetzt.

Gemäss dem Verein nicht mehr zeitgemäss: Schweizer Flagge am 31. Juli 2009 in der Schwägalp.
Gemäss dem Verein nicht mehr zeitgemäss: Schweizer Flagge am 31. Juli 2009 in der Schwägalp.
Keystone

Das Schweizer Kreuz soll abgeschafft werden. Das fordert der Immigranten-Verein Second@s Plus. «Die Schweizer Flagge entspricht der heutigen, multikulturellen Schweiz nicht mehr», sagt Vorstandsmitglied Ivica Petrusic.

Das Kreuz habe einen christlichen Hintergrund. Die christliche Herkunft der Schweiz gelte es zwar zu respektieren, «nur gilt es auch eine Trennung zwischen Religion und Staat zu machen», fordert Petrusic. «Abgesehen davon haben wir heute eine grosse religiöse und kulturelle Vielfalt in der Schweiz.» Es brauche neue Symbole, mit denen sich auch alle identifizieren könnten, auch Nicht-Christen.

Helvetische Flagge ist «weltoffener»

Als neues Nationalwappen biete sich die ehemalige Flagge der helvetischen Republik an. Die Flagge mit den Querstreifen in Grün, Rot und Gelb wurde 1799 offiziell eingeführt. Sie hat Ähnlichkeit mit den heutigen Fahnen von Ghana und Bolivien. «Die Farben Rot und Gelb standen für die Ur-Kantone Schwyz und Uri und Grün für die Revolution», so Petrusic. Zudem hätten damals alle Ausländer ab dem 20. Altersjahr das Stimmrecht gehabt. «Die helvetische Flagge steht für eine fortschrittliche und weltoffene Schweiz.»

Auf Anfang Oktober plant Second@s Plus eine Aktion, um die Fahnendebatte zu lancieren. «Völlig inakzeptabel», kommentiert die Aargauer SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger den Vorstoss der Immigranten. «An unserer Schweizer Fahne gibt es nichts zu rütteln. Als Nächstes fordern sie dann auch noch, dass wir unsere Bundesverfassung anpassen.» Am weissen Kreuz auf rotem Grund hängt auch die Berner SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen: «Ich würde die Schweizer Fahne so lassen.» Sie engagiere sich auf andere Weise dafür, «dass alle Menschen mit Würde und gleichen Rechten behandelt werden».

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