In den Fängen des meistgehassten Intellektuellen der westlichen Welt

Er protestierte gegen die Verwendung von Trans-Pronomen. Seither folgen ihm Millionen orientierungsloser Männer. Wie gefährlich ist Petersons Zauber?

Der vielleicht wirkmächtigste Intellektuelle unserer Zeit:
Der kanadische Psychologe Jordan Peterson (56). Foto: CC / Gage Skidmore

Der vielleicht wirkmächtigste Intellektuelle unserer Zeit: Der kanadische Psychologe Jordan Peterson (56). Foto: CC / Gage Skidmore

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Ich muss eingeschlummert sein, da reisst mich ein kollektives «Yeah!» aus dem Sitz. Dreitausend Zuschauer im Fillmore-Theater in Miami Beach sind aufgesprungen, klatschen, johlen, jubeln dem Redner zu. Was ist geschehen? Hat er Tote zum Leben erweckt? Die Erdrotation gestoppt?

Nein, schreit mir mein Nachbar zu, er hat gesagt, die radikale Linke sei die grösste Bedrohung für die Redefreiheit.

Er. Er, das ist Jordan Bernt Peterson.

Für alle, die in den letzten sechs Monaten nicht auf Social Media waren: Wer ist Jordan Peterson? Zunächst: Wäre Social Media nicht erfunden worden, wüsste das wohl bis heute niemand. Peterson ist ein 56-jähriger kanadischer Psychologieprofessor der Universität von Toronto. 1999 schrieb er ein Buch, «Maps of Meaning», es verkaufte sich 500-mal. 2013 begann Peterson seine Vorlesungen auf Youtube hochzuladen, das Interesse an ihm wuchs. 2016 protestierte er gegen ein kanadisches Antidiskriminierungsgesetz, das ihn vermeintlich dazu zwang, Transpersonen mit dem von ihnen gewünschten Pronomen anzusprechen. Damit ging die Aufmerksamkeit für ihn und seine Person durch die Decke.

Praktisch über Nacht war dem Kulturkampf, dem Kampf rivalisierender Gruppen um die kulturelle Vorherrschaft, eine neue Figur geboren: kein Demagoge, der unverhohlen Rassismus, white supremacy oder Antiislamismus predigt; auch kein Populist, der vorgibt, für den «kleinen Mann» zu sprechen. Sondern ein Intellektueller, einer, der sich an die Unentschlossenen und Missverstandenen richtet und mit der Ernsthaftigkeit eines erfahrenen Therapeuten sagt: Die Welt befindet sich im Chaos.

Chaos beschreibt Peterson als feminin, Ordnung als maskulin. Die Gefahr, vom Chaos überwältigt zu werden, ist also die Gefahr, vom Femininen überwältigt zu werden. Natürlich meint er das symbolisch, aber aus dem Symbolischen leitet Peterson immer auch das Wirkliche ab. Er schreibt: «Chaos ist das Mögliche, die Quelle aller Ideen, das mysteriöse Reich der Geburt.» Das Weibliche habe die Evolution beeinflusst, sodass wir zu «kreativen, fleissigen, aufrechten, kompetitiven, aggressiven, dominanten Lebewesen wurden».

Er doziert an der Universität in Toronto: Jordan Peterson, 2017. Foto: Getty Images

Das Schicksal des Menschen sei es, die Balance zwischen Chaos und Ordnung zu finden, denn das eine existiere nicht ohne das andere. In letzter Zeit aber habe das Feminine auf eine ungute Art die Oberhand gewonnen.

Den Kampf zwischen Ordnung und Chaos verortet Peterson einerseits im Privaten, wo uns Verunsicherung, Verantwortungslosigkeit und Beliebigkeit in ein psychisches Chaos stürzen können; andererseits aber auch im Öffentlichen, wo radikaler Feminismus, politische Korrektheit und Identitätspolitik die gewachsenen (und in seinen Augen daher guten) Fundamente der Gesellschaft angeblich gefährden. Peterson stellt sich dieser Gefahr entgegen, wählt jedoch nicht die Mittel der Politik, sondern jene der Psychologie: Er spricht nicht eine Gruppe an – Peterson hasst Kollektivismus –, sondern das Individuum. Er will jeden Einzelnen dazu befähigen, endlich ein sinnvolles Leben zu führen.

Seine Lebensanweisungen hat er in einem Buch zusammengetragen, es heisst «12 Rules for Life».

Die Regeln sind weder neu noch radikal: «Steh aufrecht» (Regel 1). «Begegne dir selbst wie jemandem, dem zu helfen du verpflichtet bist» (Regel 2). «Umgib dich mit Menschen, die das Beste für dich wollen» (Regel 3). «Verfolge das Bedeutungsvolle, nicht das Zweckmässige» (Regel 7). «Sag, was du denkst» (Regel 8).

Jeder Regel widmet er ein Kapitel. Ausgangspunkt ist dabei immer dies: Das Leben ist hart, jammern hilft nicht, werde erwachsen. Orientierungslosen oder unglücklichen Menschen, analysiert er, fehle es oft an Verantwortung und Struktur. Man muss kein grosser Menschenkenner sein, um einzusehen, dass Peterson hier einen Punkt hat. Den meisten geht es besser, wenn sie ein Ziel im Leben haben, und Menschen, deren Leben aus dem Ruder gelaufen ist, tun gut daran, Routinen zu entwickeln.

Wer sich unter Männern durchsetzen muss oder will, dem wird dieses Buch gefallen.

Auch wenn er als Psychologe zwanzig Jahre lang Patienten aller Geschlechter behandelt hat, richtet sich sein Buch doch irgendwie an Männer. Wenn man so will, appelliert er an den gesunden Männchenverstand: Werde erwachsen! Übernimm Verantwortung! Sei dominant!

Das fällt auf fruchtbaren Boden, denn wir Männer kennen, wenn wir ehrlich sind, alle zu gut die Situationen, in denen von uns erwartet wird, dass wir dominant auftreten: Das sind Begegnungen mit Frauen, die einen «starken» Mann wollen. Vor allem aber sind es homosoziale Zusammenhänge, in denen wir uns gegenüber anderen Männern behaupten müssen. Homosozialität, so nennt man in der Soziologie die Ausrichtung von Männern an Männern.

Männer wollen vor allem von anderen Männern bewundert, anerkannt, gesehen, gelobt, kritisiert werden. Daraus ergibt sich umgekehrt die Angst, von anderen Männern überholt, übertroffen, besiegt, lächerlich gemacht zu werden. Wer sich unter Männern durchsetzen muss oder will, dem wird dieses Buch gefallen. Beim Lesen denke ich unweigerlich: Hätte ich diese oder jene Regel befolgt, dann hätte ich mich in dieser oder jener Situation besser behauptet. Das Problem ist aber: Hätte ich mich besser behauptet, hätte ich mich wie ein Mann benommen, der ich nicht sein will.

Die Peterson-Sucht

Viele Männer sehen das offenbar anders. Das Buch wurde mehr als zwei Millionen Mal verkauft (Übersetzungen in vierzig Sprachen stehen an; auf Deutsch erscheint es am 29. Oktober), dazu gibt es Tausende Stunden Youtube-Vorlesungen, Interviews und Podcasts mit ihm. Wer will, kann den Rest seines Lebens Peterson-Vorlesungen und Peterson-Reden auf Youtube schauen. Auf die Frage, was Männer an seinen Ideen so anziehend finden, sagt Peterson stets dasselbe: «Männer, vor allem junge, stehen heute unter extremem Druck, zugleich fehlt es ihnen an positiver Orientierung.»

Man könnte aber auch den Rest seines Lebens damit verbringen, Peterson-Kritiken zu lesen oder Peterson-Plädoyers, so viel ist über, für und gegen ihn geschrieben worden – und wer komplett den Verstand verlieren will, kann sich in die Kommentare unter seinen Youtube-Videos vertiefen. Die schiere Masse an abstrusen Argumenten, naiven Lobeshymnen, abgrundtiefem Hass ist erschlagend. Oder kurz gesagt: Jordan Peterson ist der zurzeit meistgefeierte und meistgehasste Intellektuelle der westlichen Welt.

Um herauszufinden, was es mit ihm und seinen Ideen auf sich hat, begab ich mich vor drei Monaten in den Peterson-Kosmos. Seither spreche ich von einer Prä-Peterson-Phase – in meiner Erinnerung eine unbeschwerte Zeit, in der ich nichts von dem Kanadier wusste – und einer Peterson-Phase, in der dieser Mann in meine Träume kroch, auf eine Art, wie ich es seit meiner Kindheit nicht mehr kannte.

Peterson bringt Dinge auf den Punkt, wie ich es noch nie gehört habe.

Der Erstkontakt mit Peterson lief so ab: Ich klickte auf einen seiner Youtube-Vorträge, oft versehen mit Titeln wie: How to Deal With Depression; oder: How to Become a Better Person; oder: Should Gay Couples Raise Kids (Spoiler: Ja, können sie, aber es wird schwierig, die wichtige feminine Seite für das Kind zu befriedigen). Die Videos sind mehrheitlich Aufnahmen oder Zusammenschnitte seiner Vorlesungen oder Skype-Aufnahmen aus seinem Arbeitszimmer. Mieses Licht, komplexe Themen. Ein hagerer Mann in Anzug referiert mit heiserer, leicht gereizter Stimme. Erster Impuls: wegklicken.

Wer aber dranbleibt, der wird mit grosser Wahrscheinlichkeit noch ein Video schauen und noch eins und noch eins. Weil Peterson Dinge auf den Punkt bringt, wie ich es noch nie gehört habe. Die gnadenlose Art, wie er Beziehungen, Depressionen, Ängste, Kindererziehung, Verantwortung, Selbstüberwindung analysiert und wie man sich dabei die ganze Zeit angesprochen, ertappt, aber auch mitgenommen und vor allem ernst genommen fühlt – ja, das ist einnehmend.

Es folgten Wochen, in denen ich nächtelang Peterson-Videos schaute, mich durch sein dickes, erstes Buch wälzte, jede Diskussion, egal ob mit Frau, Freunden oder Kollegen, auf ihn drehte, mich bei jeder Entscheidung fragte: Was würde Peterson tun? Ich nervte meine Kinder mit der Regel 5: «Lass nicht zu, dass deine Kinder etwas tun, was bewirkt, dass du sie dafür nicht magst.» Ich stritt mit meiner Frau. Ich imitierte sogar seine eigentümliche Gestik. Um es ganz kurz zu machen: Obwohl ich doch im Grunde alles ablehne, wofür Peterson steht – Antifeminismus, Biologismus, Kulturalismus und eine ganze Reihe anderer unguter Ismen –, war ich in seinen Fängen.

Absolute Wahrheiten

Aber was faszinierte mich so? Warum verbrachte ich mehr Zeit mit einem 56-jährigen Kanadier als mit meinen Kindern? Da sind zunächst seine Themen: Peterson hat Nietzsche studiert: «Gott ist tot!», das Dasein unerträglich, die Existenz eine einzige Wunde. Jetzt kann der Mensch entweder nihilistisch werden oder totalitär oder aber eigene Werte entwickeln. Aber wir sind nicht frei, argumentierte der Schweizer Psychiater C. G. Jung. Dessen Bild der Psyche als allererster Ort menschlicher Erfahrung und der Seele als Schnittstelle zwischen Innen und Aussen spielen in Petersons Universum eine wichtige Rolle.

Unser Wünschen und damit auch unsere Werte sind C. G. Jungs Denken zufolge geprägt von tief liegenden Strukturen, sogenannten archetypischen Erzählungen. Der furchtlose Held, die liebende Mutter – solche Sachen. Man fragt sich unweigerlich: Ist man nicht dazu übergegangen, diese Erzählungen ein bisschen zu hinterfragen? Warum müssen Prinzessinnen zum Beispiel immer gerettet werden?

Auf die Frage, ob er selber an Gott glaube, gibt er die Antwort: Ich glaube nicht an Gott, aber ich lebe so, als ob es ihn gäbe.

Peterson dagegen glaubt, dass diese archetypischen Geschichten uns den Weg weisen durch das Chaos, zurück in eine (männliche) Ordnung. Mythische und religiöse Erzählungen bilden ihm zufolge dabei das unumstössliche Fundament menschlicher Identität und stellen absolute Wahrheiten dar, die seit Jahrtausenden von Generation zu Generation weitergegeben werden. Ein gewachsenes System, das man nicht stören dürfe. Ein Wissen, das wir alle tief in uns tragen, aber das in den modernen Gesellschaften verloren gegangen ist.

Vor diesem Hintergrund bearbeitet Peterson vor allem vier Themen: 1. Bibelexegese: Jede seiner «12 Regeln» wird vor der Folie einer Bibelstelle durchexerziert. Die Regel Nr. 6 zum Beispiel, «Bring dein Haus in Ordnung, bevor du die Welt kritisierst», interpretiert er als fast religiöse Pflicht, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen, anstatt sich zu beklagen: Die Juden des Alten Testaments hätten immer den Fehler bei sich und nie bei Gott gesucht. «Ein Hurrikan ist eine Tat Gottes», schreibt Peterson, «aber sich nicht vorzubereiten, obwohl die Notwendigkeit offensichtlich ist – das ist Sünde. ‹Und der Sünde Sold ist der Tod (Römerbrief 6:23).›»

Vierzig Stunden Bibelinterpretation hat Peterson auf Youtube hochgeladen. Für theologisch Interessierte ist das nicht ohne Reiz. Auf die Frage, ob er selber an Gott glaube, gibt er die sibyllinische Antwort: Ich glaube nicht an Gott, aber ich lebe so, als ob es ihn gäbe. Eine Haltung, mit der er sich anschlussfähig macht für Religiöse ebenso wie für Atheisten, überhaupt für Suchende aller Art.

2. Psychometrie: Kern seiner psychologischen Forschung ist das Big-Five-Modell der Psychologie. Danach lässt sich der Charakter jedes Menschen anhand von fünf Persönlichkeitsdimensionen erfassen: Offenheit (Wie aufgeschlossen sind Sie?), Gewissenhaftigkeit (Wie perfektionistisch sind Sie?), Extraversion (Wie gesellig sind Sie?), Verträglichkeit (Wie rücksichtsvoll sind Sie?) und Neurotizismus (Wie leicht sind Sie aus der Ruhe zu bringen?). Die meisten Forscherinnen und Forscher stimmen darin überein, dass sich die Persönlichkeit in allen Kulturkreisen durch diese fünf Dimensionen beschreiben lässt. Peterson bezieht sich ständig auf die Big Fives: «Meine Frau Tammy begleitet mich überallhin, zum Glück punktet sie eher niedrig in Neurotizismus.»

Die Forderung nach genderneutraler Sprache bedeutet in seinen Augen eine Beschränkung der Redefreiheit.

3. Psychotherapie: Die besten Stellen seines Buches und seiner Vorlesungen sind die therapeutischen. Hier erzählt er mit grossem Wissen, beschreibt Wege, wie man lernen kann, mit tragischen Ereignissen umzugehen. Hier möchte man während der Vorlesungen mitschreiben, hier traut er sich den grossen Satz zu sagen: «Das weiss ich nicht.» Kurz: Hier wird er nahbar.

4. Totalitarismus: Peterson ist besessen von Extremismus, und er befürchtet den Beginn eines neuen totalitären Zeitalters. Gefahr sieht er dabei allein von links. Die Rechten könne man vernachlässigen, meint er, weil die Gesellschaft seit dem Dritten Reich verinnerlicht habe, wann die Grenze zu totalitären Positionen überschritten sei. Unklar hingegen sei, ab wann Haltung und Handlung der Linken als totalitär eingestuft werden müssen. Die Forderung nach genderneutraler Sprache bedeutet in seinen Augen eine Beschränkung der Redefreiheit, als Nächstes wird es Denkverbote geben. Einem Reporter sagte er: «Wenn ich nicht reden kann, wie ich will, dann kann ich nicht denken, wie ich will, und wenn ich das nicht kann, verliere ich die Orientierung in der Welt.»

Es ist eine merkwürdige Argumentation: Denn ist es wirklich so, dass Transmenschen einem mit ihren Anliegen verbieten, eine andere Meinung zu haben? Beschränkt die Forderung nach, sagen wir, Transgender-Toiletten wirklich unsere bestehenden Rechte? Ist es nicht eher so, dass die Forderung lediglich die Rechte für jene ausweitet, die bislang keine hatten. Ist das nicht eher egalitär als totalitär? Anders gefragt: Sind Transpersonen gefährlich? Planen sie ein autoritäres Regime?

Dieser vierte Punkt seines Denkens überlagert die ersten drei. Kennt man Petersons Weltanschauung, erscheinen seine Lebensanweisungen in einem anderen Licht – der ganze Vorlauf entpuppt sich als Steigbügel rechtskonservativer Politik.

Wenn er etwa den schönen Satz schreibt, man solle sein eigenes Leben in Ordnung bringen, bevor man die Welt verändern will – und dann als Beispiel linke, privilegierte Studenten nennt, die sich als Opfer inszenieren; wenn er rückgratlose Menschen kritisiert und dann am Beispiel des Hummers zu belegen versucht, dass nur Männer mit höherem Serotoninlevel für Frauen attraktiv sind und wir uns deshalb aggressiv und selbstsicher geben sollen – ja, dann vergeht einem die Lust an der Lektüre.

Der Übervater

Ein enger Freund von mir lebt in Norwegen. Er ist einer der klügsten Menschen, die ich kenne. Auch einer der konservativsten. Wir sind selten einer Meinung, aber ich erwarte auch nicht von Freunden, dass sie meiner Meinung sind. Mitten in meiner Peterson-Periode rief ich ihn, einen Peterson-Fan, an.

«Was gefällt dir eigentlich so an ihm?» «Er erinnert mich an den Vater, den ich nie hatte.» «Hm». «Warum beschäftigst du dich mit ihm?» «Weil mich fasziniert, was ich nicht verstehe.» «Was verstehst du nicht?» «Dass er dich so fasziniert.»

So ging das hin und her. Schliesslich fragte ich ihn, wie er Peterson politisch verorte. Die Antwort war erhellend: Mein Freund fand, dass Peterson mit seiner Therapeutensprache rechtskonservative Botschaften nicht indirekt in die Hirne schmuggele, sondern es direkt tue. Für ihn sind die Regeln gelebter Konservatismus, das sei doch das Tolle an Peterson!

Spricht man mit Peterson-Anhängern, hört man immer dasselbe Argument: Du verstehst ihn erst in seinem Kontext. Damit meinen sie, man müsse ihn live gesehen haben. Seinen ganzen Zauber entwickle er nicht in den Büchern, sondern auf der Bühne. Seit einem Jahr redet er, mehrheitlich in Nordamerika, fast täglich vor jeweils Tausenden von Zuschauern. Ab Ende Oktober kommt er nach Europa, und die Nachfrage ist gewaltig: Die 1600 Plätze im Skandiascenen in Stockholm waren fünf Stunden nach Bekanntgabe der Veranstaltung ausverkauft; für das Frühjahr 2019 steht Mitteleuropa auf dem Programm.

Immer wieder ist von dark places, an denen die Männer waren, bis sie dank Peterson wieder das Licht erblickten, die Rede.

An einem Septemberabend spricht er in Miami: Ich stehe mit mehr als zweihundert Petersonistas zwei Stunden vor Einlass im Foyer des Fillmore-Theaters, um mir einen der besten Plätze zu sichern. Es gibt eine Bar, einen Hot-Dogs-Trailer und einen Jordan-Peterson-Devotionalienstand.

Wie überall in Amerika kommt man schnell ins Gespräch, aber hier läuft es ein bisschen anders. Normalerweise beginnt man mit: Where are you from? und ist drei Sätze später bei den Quarterback-Problemen der Miami Dolphins. Hier fragen die Leute: Warum bist du hier? Glaubst du an Gott? Wie ist deine Beziehung zu deinem Vater? Man spricht offen und ausführlich. Man hört zu. Fragt nach. Niemand versucht mit Schlagfertigkeit zu punkten, niemand will das letzte Wort haben.

Einer erzählt vom Afghanistan-Krieg, ein anderer von seinem Schlaganfall. Immer wieder ist von dark places die Rede, dunklen Orten, an denen die Männer waren, bis sie dank Peterson wieder das Licht erblickten. Es sind Erweckungsgeschichten, die man hört, und die machen, dass du von dir erzählen willst, in einer Art, wie du es noch nie getan hast.

Mag sein, dass es unter jungen Männern eine Sehnsucht nach einer autoritären, patriarchalen Weltordnung gibt, nach einem Dschungeldasein, in dem der Stärkere, der Mutige, das Sagen hat, aber die Männer hier im Foyer scheinen mir eine ebenso grosse Sehnsucht nach einer Welt zu haben, in der Unsicherheit kein Zeichen von Schwäche ist. Die meisten sind übrigens Trump-Wähler, wie meine kleine, nicht repräsentative Umfrage ergibt.

Wobei meine Umfrage sofort eine Gegenfrage provozierte: Bist du ein Liberaler? Die Temperatur kühlt sich merkbar ab, als hätte jemand die Klimaanlage hochgedreht. Ich schiebe schnell nach, ich sei christlich, und nippe an meinem Bourbon-Cola.

Feinde und Freunde

In einer seiner Vorlesungen sagt Peterson: «Wenn du unsicher bist, warum jemand etwas macht, schau dir die Konsequenzen seiner Handlungen an. Sie werden ihn verraten.»

Was also sind die Konsequenzen seiner jetzt zwei Jahre andauernden Predigt? Jordan Peterson hat eine grosse Schar teils auch junger Männer aus den verschiedensten Milieus und verschiedener politischer Schattierungen um sich geschart, die ihn in den sozialen Medien bis aufs Blut verteidigen und die eine heftige Ablehnung von Identitätspolitik, Feminismus und sozialer Gerechtigkeit eint.

Wollte er das? Lesen die Leute Peterson, weil er ihnen helfen kann, ein besseres Leben zu führen, oder wollen sie intellektuell legitimierte rechte Positionen aus dem Munde eines eloquenten Professors hören? Vor allem aber: Ist das ein nicht gewollter Folgeeffekt oder Petersons kalte Absicht?

Ein erster Hinweis ist der Rahmen, den er sich gibt. Ansager an diesem Abend in Miami ist Dave Rubin, ein wichtiger konservativer Youtuber. Er kommt auf die Bühne, macht ein paar Witze über den Kokainkonsum in Miami, was nicht so gut ankommt, woraufhin er rasch in zwei Sätzen vier Begriffe fallen lässt, mit denen er das Publikum sofort in der Tasche hat und die sich wie ein roter Faden durch den Abend ziehen werden: Neomarxismus, Cathy Newman, social justice warriors, intellectual dark web.

Alles Neomarxismus. Das Übel der gesamten Welt wird auf einen einheitlich agierenden Feind gebündelt.

Es sind Schlüsselwörter, die Peterson selber in den nächsten neunzig Minuten immer wieder benutzen wird, sobald er im Laufe seiner Rede bei irgendeinem akademischen Nebendiskurs die Aufmerksamkeit des Publikums verloren hat.

Eine kurze Begriffsdefinition: Neomarxismus, auch «Kulturmarxismus» genannt, ist eine Verschwörungstheorie aus den 80ern: Als sie einsahen, dass der Marxismus gescheitert war, sollen die Marxisten zum Kulturkampf übergegangen sein. Diversity? Transgenderrechte? Genderneutrale Sprache? Alles Neomarxismus. Das Übel der gesamten Welt wird auf einen einheitlich agierenden Feind gebündelt, der hinter allem die Strippen zieht.

Cathy Newman: Eine britische TV-Moderatorin, die in einem TV-Interview mit ihrer aggressiven Art gegen Peterson ohne Chance blieb. Ihr schlug daraufhin so viel Häme und Hass entgegen, dass sie Polizeischutz brauchte und Peterson sich genötigt sah, seine Anhänger per Twitter zur Mässigung aufzufordern.

Video: Jordan Peterson zu Gast bei Cathy Newman

«Um die Wahrheit zu suchen, riskieren Sie ja auch, mich zu verletzen»: Peterson kontert. Video: YouTube / Justin Tobin (18. Januar 2018)

Social justice warriors: Abwertende Bezeichnung für jede Art von Aktivismus für soziale Gerechtigkeit.

Intellectual dark web: Klingt nach Zugangssperren und Illegalität, dabei ist das intellectual dark web um eine möglichst grosse Öffentlichkeit bemüht. Die Protagonisten sind eine lose Gruppe aus Biologen (Bret Weinstein, Richard Dawkins), Neurowissenschaftlern (Sam Harris), Psychologen (Jordan Peterson, Steven Pinker), Podcastern (Dave Rubin, Joe Rogan) und Islamkritikerinnen (Ayaan Hirsi Ali), die keineswegs alle die gleiche politische Meinung vertreten, aber sich gemeinsam gegen die politische Korrektheit stellen.

Das Publikum flippt aus, wie man es etwa aus Filmen über die Beatles kennt.

Im Antifeminimus finden Atheisten (Sam Harris) und Fundamentalisten (Ben Shapiro) zueinander, bei der Betonung der biologischen Geschlechterunterschiede geben sich Therapeuten (Peterson) und Neurobiologen (Weinstein) die Hand. Das intellectual dark web operiert unabhängig von TV-Sendern oder Zeitungen, mehr noch: Es ist dezidiert Anti-Mainstream, seine Inhalte laufen ausschliesslich über Youtube, Twitter und Podcasts.

Dave Rubin sagt auf der Bühne in Miami, das dark web vertrete alle politischen Richtungen, «von links bis rechts». Ganz rechts stehe Ben Shapiro, Peterson sei in der politischen Mitte, ganz links Sam Harris. Es ist natürlich Irrsinn, einen Konservativen wie Harris als Linken zu präsentieren. Und ziemlich schlau: Denn wenn Harris links ist, lässt sich Peterson als Liberaler verkaufen. Was Dave Rubin tatsächlich gerade getan hat: Er hat das politische Spektrum verschoben.

Jetzt betritt Jordan Peterson die Bühne. Er sieht gut aus. Besser als gut: dreiteiliger Anzug, Krawatte, das silberne, leicht gelockte Haar zurückgegelt. Ein schlanker, gross gewachsener Mann. Das Publikum – ich schätze: 80 Prozent Männer – flippt aus, wie man es etwa aus Filmen über die Beatles kennt. Die Leute springen von ihren Sitzen, manche eilen sogar zur Bühne, strecken ihm ihre Arme entgegen. Und er lässt sich ganz auf sie ein, wie ein Vater, der dir ins Gesicht sagt, was du nur dumpf ahnst, der Forderungen stellt, der aber, anders als viele reale Väter, da ist.

Wie für meinen norwegischen Freund ist er genau das: ein Vaterersatz. Er ist es für eine Generation Männer, die zum Grossteil mit berufstätigen, also abwesenden Vätern aufgewachsen ist und jetzt, verwirrt und verloren, nach Richtung und Haltung sucht.

Die Krise des Mannes

Dass sich so viele junge Männer ausgerechnet Peterson zuwenden, hat auch diesen Grund: Unabhängig davon, was er sagt, bewundern sie ihn für seine Klarheit, seine Ruhe und seine Unverrückbarkeit; er berührt damit den einen Punkt in uns Männern, den wir mehr als alles andere fürchten: unsere Unsicherheit.

Unsicher, man muss das vielleicht erklären, ist das Allerletzte, was man als Mann sein will. Und Peterson verspricht eine Reise, an deren Ziel wir nicht mehr zweifeln, nicht mehr nachgeben, nicht mehr gefallen wollen und uns nie mehr Unsicherheit oder Ratlosigkeit eingestehen müssen. In Petersons Worten: «Don’t be dependent. At all. Ever. Period.»

Die grosse Sehnsucht nach Regeln hat wohl auch mit einer Art spiritueller Männlichkeitskrise zu tun. Was bisher als sicher und richtig und normal galt, wird in einer globalisierten, digitalisierten und egalitären Welt infrage gestellt. Und viele Männer erleben diese Welt als Bedrohung. Sie fürchten Statusverlust. Frauen dringen in Männerdomänen vor: Sie verdienen zwar weniger, aber sie sind da und stellen Forderungen. Das Gleiche gilt für Minoritäten, sie werden Teil unserer Gesellschaft und bedrohen damit die Selbstverständlichkeit der alten Ordnung.

Peterson als Therapeut würde mich interessieren, Peterson als Politiker wäre mein Albtraum.

Gleichzeitig üben sich Männer in neuen Rollen, als Väter, als Teilzeitarbeitende, versuchen aber dabei, ihre Attraktivität für den Arbeitsmarkt und das andere Geschlecht nicht zu verlieren – sie probieren das, woran Frauen jahrzehntelang gescheitert sind. Es ist nicht einfach, ein moderner Mann zu sein, der seine feminine Seite auslebt und gleichzeitig, ob er will oder nicht, auch kämpfen muss in einer sich bedroht fühlenden Männerwelt. Für diesen Balanceakt gibt es kaum Vorbilder, es ist unbekanntes Terrain. Man kann natürlich fragen, ob es nicht auch aufregend und herausfordernd ist, Pionier zu sein, Jordan Petersons Jünger aber erleben dies als erschöpfend, verwirrend und offenbar irgendwie kastrierend.

Peterson live ist ein Erlebnis. Wenn er spricht, schaut er uns an und wir ihn, er spürt unsere Aufmerksamkeit und unseren Hunger nach Ratschlägen. Und er legt gleich mit seinem Mantra los, der ersten buddhistischen Wahrheit: Leben ist Leiden. Aber wir sind stärker, als das Leben schrecklich ist. Schön.

Es dauert jedoch nicht lange, bis er den Pfad des Eso-Therapeuten verlässt für einen Seitenhieb gegen Antidiskriminierungsgesetze. Ich denke unweigerlich: Peterson als Therapeut würde mich interessieren, Peterson als Politiker wäre mein Albtraum.

Das Publikum aber ist in diesen Momenten voll da. Und jetzt wird auch klar: Es ist nicht so, dass Petersons Thesen von der Rechten instrumentalisiert werden. Er ist so erfolgreich, weil er seine psychologischen Thesen politisch auflädt. Hier in Miami sieht man die zwei Gesichter des Jordan Peterson: der Psychologe, der Individuen – man muss ihm das im Rahmen seiner therapeutischen Tätigkeit glauben – helfen will, und der Prediger, der Ressentiments bedient, Menschen anstachelt, Politik macht.

Peterson geht noch weiter und sagt: Setzt euch zur Wehr, seid gefährlich, lasst euch nichts gefallen.

Seine Kontrolle über die Masse der männlichen Zuschauer ist total. Er redet vordergründig über Unverfängliches – zum Beispiel darüber, dass freundliche Menschen, in seiner psychometrischen Kategorie «Menschen mit hoher Verträglichkeit», häufig aus Konfliktangst harmlos sind und ihre Feigheit hinter einer moralisch aufgeladenen Fassade verstecken. Sie wollen «ein guter Mensch» sein, dabei haben sie bloss Angst, ihre Meinung zu sagen, anzuecken, nicht gemocht zu werden. So weit klingt das nachvollziehbar. Man fragt sich, ob man selber so ist.

Dann zitiert er die Bibelpassage «Selig, die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen» – aber: Dies sei aus dem Griechischen falsch übersetzt! Das Wort «sanftmütig», beschreibe eigentlich das Zähmen eines Wildpferdes. Der Text sei also eher so zu verstehen: «Selig diejenigen, die stark sind, aber gelernt haben, ihre Stärke oder sogar ihre Waffen nicht anzuwenden.» Abgesehen von der Tatsache, dass sich eine solche Übersetzung nirgends finden lässt, klingt auch das erst mal interessant. Doch Peterson geht noch weiter und sagt: Setzt euch zur Wehr, seid gefährlich, lasst euch nichts gefallen – zum Beispiel nicht von Neomarxisten, die glauben, euch gesetzlich vorschreiben zu können, welche Genderpronomen ihr benutzen sollt! Jubel!

Jede Rhetorik hat etwas Ermüdendes, ich drifte ab und lasse die Gedanken wandern. Ich frage mich, ob ich eigentlich auch Lebensregeln habe, und denke an meine verstorbene Grossmutter. Deren goldene Regel lautete: Mach jeden Morgen dein Bett, denn wenn du abends nach einem schlechten Tag nach Hause kommst und dich einsam und wertlos fühlst, dann wartet wenigstens ein ordentliches Bett auf dich. Ich bin mir beinahe sicher, meine Grossmutter hätte an Peterson Freude gefunden.

Und dann denke ich an Bernard Schiff. Schiff ist der kundigste und zugleich schärfste Peterson-Kritiker. Er war es, der als Leiter der psychologischen Fakultät 1998 Peterson an die Universität nach Toronto holte (gegen den Willen seiner Kollegen, die Peterson für egozentrisch hielten). Bei Schiff wohnte die Peterson-Familie, als sie ihr Haus umbaute. Peterson war sein Arbeitskollege und Freund. Schiff beobachtete zunächst befremdet, später besorgt eine zunehmende Radikalisierung bei Peterson. Als Peterson gegen das Antidiskriminierungsgesetz wetterte, schrieb Schiff einen langen Brief mit dem Titel: «Ich war Petersons grösster Unterstützer, jetzt halte ich ihn für gefährlich.»

Rockstar oder Demagoge?

Er zeichnet das Bild eines Opportunisten, der einen mephistophelischen Bund mit der Masse geschlossen hat: «Jordan hat die autoritären Demagogen studiert und von ihnen gelernt», schreibt Schiff, «er weiss genau, wie er die Massen erreichen kann.»

Was er meint: In Interviews hat Peterson ausführlich erklärt, wie demagogische Führer jene Aussagen wiederholen, bei denen das Publikum springt, und jene Aussagen weglassen, bei denen die Leute es nicht tun. Das erste Mal sprangen die Anhänger, als Peterson sich über die genderneutrale Ansprache echauffierte. Also tat er es immer wieder, auch wenn es keinen Anlass gab und er selber vielleicht auch gar nicht transfeindlich gesinnt ist.

Aber warum überhaupt das Feindbild Transgender? Schiff erklärt es so: C. G. Jung, auf den sich Peterson oft bezieht, prägte den Begriff des kollektiven Unbewussten, jene unbewusste Grundstruktur, in der unsere tiefsten Ängste und miesesten Ressentiments lagern. Wenn es ein kollektives Unbewusstes wirklich gibt, kann man davon ausgehen, dass dort auch unsere primitiven Vorurteile gegen Transmenschen liegen.

Bei der kleinsten Kritik kommt der Satz: Das habe ich so nicht gesagt.

Transpersonen hat es immer gegeben, aber in unseren progressiven Zeiten, die Peterson so beunruhigen, sind sie sichtbarer geworden. Peterson spürt intuitiv, so Schiff, dass Transgender ein Stichwort ist, womit er die Ängste im kollektiven Unbewussten einer grossen Gruppe schüren kann. «Es ist Zündschnur für eine wut- und ressentimentgeladene Aufmerksamkeit», schrieb Schiff. «Er ist kein Rechtsradikaler, was immer das heissen mag, er ist ein Konservativer der extremsten Form, aber er appelliert hemmungslos und bewusst an ein rechtes Spektrum.»

Peterson, das sagen viele, die ihn kennen, ist ein interessanter Gesprächspartner, belesen, schnell im Denken. Bei der kleinsten Kritik aber kommt der Satz: Das habe ich so nicht gesagt. Wer ihm vorwirft, er sei ein Law&Order-Rechter, dem entgegnet er, Ordnung sei dem Chaos nicht überlegen, beide seien wichtig. Wer ihn als Fürsprecher eines Patriarchats bezeichnet, dem entgegnet er, dass er das symbolisch Männliche meine, nicht Männer an sich. Und wer ihn misogyn nennt, den droht er zu verklagen, wie unlängst die Cornell-Professorin Katherine Manne.

Zudem bedient sich Peterson eines klassischen manipulativen Tricks: Wenn er erklärt, dass Männer eher für Führungspositionen geeignet sind oder es naturgegebene Veranlagung für Hierarchien gibt, dann schiebt er schnell nach: Ich sage nicht, dass ich das gut finde. Ich sage nur, dass es so ist.

Zwei Stunden später beginnt die Q&A-Session mit den zweihundert Auserwählten.

In diesem Moment reisst mich der Jubel der Zuschauer aus meinen Überlegungen. Es gibt stehende Ovationen. Peterson auf der Bühne: ein Rockstar. Noch eine Zugabe, dann geht das Licht an. Nur langsam leert sich der Saal, die Petersonistas stehen jetzt an, um sich mit ihrem Star fotografieren zu lassen. Es kommt zu bewegenden Szenen, Männer, die Tränen in den Augen haben, Jugendliche, die sich Peterson um den Hals werfen.

Zwei Stunden später beginnt die Q&A-Session mit den zweihundert Auserwählten. Aber der Meister ist müde. Er geht auf einige Fragen ein. Ausführlich beschäftigt er sich mit dem Problem eines 45-jährigen Anwalts, der unsicher ist, ob er den Beruf wechseln soll, dann freut er sich über eine simple Frage: «Kann es individuelle Freiheit im Kollektivismus geben? – «Nein!», dann will er ins Hotel.

Und so stelle ich meine Frage dem leeren Bourbon-Cola-Glas: Mr. Peterson, liegen Sie manchmal nachts wach im Bett und fürchten, dass Sie die Büchse der Pandora geöffnet haben?

Erstellt: 20.10.2018, 16:04 Uhr

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