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«In der Schweiz wird man erst zum Deutschen gemacht»

Germanen in der Eidgenossenschaft: Neue Zahlen zeigen, woran die Deutschen hierzulande am meisten leiden.

Bereinigtes deutsch-schweizerisches Verhältnis: Eine Mitarbeiterin staubsaugt einen Teppich in Kehrsatz im Kanton Bern.
Bereinigtes deutsch-schweizerisches Verhältnis: Eine Mitarbeiterin staubsaugt einen Teppich in Kehrsatz im Kanton Bern.
Keystone

Wenn Schweizer einen Deutschen beschreiben, sieht das vielleicht so aus: «Ein Schwabe, eine unschöne Mischung aus nie ganz überwundenem Nazi, aus preussischer Zack-zack-Mentalität und biederem Schaffer.» Das hat der Aargauer Grünen-Politiker Geri Müller in dem Buch «Sind die Schweizer die besseren Deutschen?» geschrieben.

Viel ist über das Empfinden der Deutschen in der Schweiz und der Eidgenossen gegenüber den Germanen geredet und geschrieben worden. Jetzt gibt es zum Ersteren eine Umfrage. Für eine Studie (PDF) der Wirtschaftsuniversität Wien in Kooperation mit der Universität St. Gallen haben die Forscher 890 in der Schweiz arbeitende Deutsche befragt. Das ist ein Auszug der Ergebnisse (alle Grafiken stammen aus der Studie. Auf Grafik klicken zum Vergrössern):

Anti-Germanismus: Viele Deutsche nehmen eine antideutsche Haltung der Schweizer wahr. Besonders stark ist dieses Empfinden am Arbeitsplatz.

Alltagsrassismus auf dem Immobilienmarkt: Fast alle Deutschen, denen «ungerechterweise» eine Miete oder ein Kauf verweigert wurde, geben als Hauptgrund ihre Nationalität an.

Nicht willkommen:Mehr als 30 Prozent der Befragten fühlen sich in der Schweiz nicht willkommen und als nicht dazugehörig. Weitere 35 Prozent empfinden dies teilweise.

Angefeindet: Über die Hälfte der Befragten geben an, nie in der Schweiz beschimpft oder beleidigt worden zu sein. Die anderen beziehen die Anfeindungen gegen sich zu 85 Prozent auf ihre Nationalität.

Die Schweiz macht die Deutschen: Fast die Hälfte aller Befragten sagt, Schweizer würden zu stark auf ihr Deutsch-Sein sowie die damit verbundenen Erwartungen und Vorurteile fokussieren. Die Forscher schreiben: «Die Intensität der permanent ablaufenden Polarisierungs-, Abgrenzungs- und teilweise auch Abwertungstendenzen in Bezug auf ihre Nationalität überrascht viele Deutsche, die in die Schweiz kommen.»

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