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«Der Drogenkonsum wird glorifiziert»

Urs Rohr von der städtischen Suchtpräventionsstelle erklärt, warum Zürich keine ehemaligen Süchtigen mehr an die Schulen schickt.

Umstrittene Glorifizierung: Die Hauptfigur Walter White (Bryan Cranston) wird in «Breaking Bad» mit Crystal Meth sehr reich. Foto: AMC Networks
Umstrittene Glorifizierung: Die Hauptfigur Walter White (Bryan Cranston) wird in «Breaking Bad» mit Crystal Meth sehr reich. Foto: AMC Networks

Süchtige wissen doch am besten, was Sucht bedeutet. Dennoch verzichten Sie bei der Prävention in den Schulen darauf. Warum?

Wir sind davon abgekommen, und zwar aus drei Gründen. Zunächst war es für uns eine ethische Frage: Es besteht immer die Gefahr, dass solche Leute vorgeführt und wie in einer Freak-Show eingesetzt werden, bei der man sich an ihrem Leiden ergötzt. Das habe ich selber ein paarmal so erlebt, und davor wollen wir die Leute schützen. Zweitens zweifeln wir an der Wirkung der Abschreckung. Wir sind überzeugt, dass die kranken Bilder auf den Zigarettenpackungen wenig nützen. Das dritte Argument betrifft die Schüler. Der Auftritt eines ehemaligen Fixers, der seine vernarbten Beine vorzeigt, löst keine Auseinandersetzung aus, sondern Distanz. Für die Schüler ist so etwas weit weg.

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