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Konvertiten sind am radikalsten

Wenn Religionen ihre kulturellen Wurzeln verlieren, werden sie gefährlich. Der französische Politologe Olivier Roy legt ein brandaktuelles Buch über den Glauben im Zeitalter der Globalisierung vor.

Die Globalisierung fördert den Fundamentalismus: Gebetsszene während eines Seminars des Islamischen Zentralrats der Schweiz 2010.
Die Globalisierung fördert den Fundamentalismus: Gebetsszene während eines Seminars des Islamischen Zentralrats der Schweiz 2010.
Keystone

Die Diskussion über ein Burkaverbot wirft die Frage auf, wie eine säkulare Nation mit einer Religion umgeht, die von der Trennung von Kirche und Staat wenig hält, ja zu deren Selbstverständnis die Einheit dieser Wertesphären gehört. Der von einigen Intellektuellen vertretenen These, dass es sich um einen «Kampf der Kulturen» (Samuel Huntington) handle, widerspricht der französische Politikwissenschaftler Olivier Roy in seinem neusten Buch «Heilige Einfalt. Über die politischen Gefahren entwurzelter Religionen» («La sainte ignorance. Le temps de la religion sans culture»). Nicht unterschiedliche Kulturen prallten aufeinander, sondern veränderte Formen von Glaubensbekenntnissen. Entziehe man den Religionen den kulturellen Nährboden, so würden sie gefährlich.

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