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«Mit 38 wird es schwieriger, mit 50 brutal»

Leute entlassen, den liebevollen Familienvater geben, das Asien-Geschäft ausbauen: «Männermediziner» Marco Caimi spricht nach Carsten Schloters Freitod über die Unmöglichkeit eines Managerlebens.

Nicht immer gibt es Blumen für die Manager: Geschäftsleute am Sechseläutenumzug. (2003)
Nicht immer gibt es Blumen für die Manager: Geschäftsleute am Sechseläutenumzug. (2003)
Keystone

Marco Caimi ist Leiter von Äquilibris Rehab in Basel. Er ist Arzt, Managementtrainer und Autor. Als «Männermediziner» hat er sich explizit auch den psychischen und physischen Belangen des Manns verschrieben.

Herr Caimi, der Swisscom-Chef Carsten Schloter verübte vermutlich Suizid. Es handelt sich um ein Einzelschicksal. Ein Blick in die Medien zeigt aber, dass sein Tod als ein Symp­tom für eine generelle Krise von Männern in Führungspositionen genommen wird. Woher kommt dieser Reflex? Ja, weil dieses Einzelschicksal tatsächlich für eine generelle Krise steht. Denken Sie etwa ans Dopen im Management: Um zu schlafen, um am Morgen auf die Beine zu kommen, um sich zu beruhigen. Das sind keine Einzelfälle, wie auch Erschöpfungsfälle, die mit Antidepressiva behandelt werden müssen. Dieses Medikamentensegment legt in der Schweiz auch am meisten zu. Der Tod von Schloter schockiert, schockiert natürlich mehr als wenn einer einen kurzen Aufenthalt in der Klinik Schloss Mammern wegen Burn-out macht. Für mich ist die jetzige Situation mit dem Burn-out von Rolf Schweiger vergleichbar, als dieser als FDP-Präsident, voll in Aktion, kürzertreten musste.

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