O du peinliche...

Alle Jahre wieder Weihnachtsessen: Trinken, Schleimen, Baggern. Nicht alle Mitarbeiter sind prädestiniert, die schwierige Aufgabe zu meistern.

Essen bis zum bitteren Ende: Manchmal da ist es besser, man nimmt gleich die nächste Schlafgelegenheit wahr.

Essen bis zum bitteren Ende: Manchmal da ist es besser, man nimmt gleich die nächste Schlafgelegenheit wahr.

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Wenn der Chef zum Weihnachtsessen lädt, dann soll man hingehen. Und nur wer am Tag danach mit Kater, aber ohne Schamgefühl aufwacht, kann von sich und der Firma sagen: Alles richtig gemacht. Wie erreichen Sie dieses hochgesteckte Ziel? Gehen Sie in sich hinein und die fünf A vor dem grossen Tag durch. Der Rest ergibt sich von selbst.

A wie Ausgangssituation:

Typ a, das fleissige und ehrgeizige Bienchen: Das Jahr war lang und hart, die Arbeit schwer und ermüdend. Endlich, endlich: Das Ende rückt näher. Das Weihnachtsessen? Toll, jetzt kann ich dem Chef unter die Nase reiben, wie viel ich geschuftet habe.

Typ b, das Faultier: Das Jahr war so mittelprächtig. Eigentlich kaum von den anderen zu unterscheiden. Das Weihnachtsessen – nichts weiter als ein anderer Termin in der Agenda. Wenn überhaupt. Eigentlich haben Sie keine Lust, auch noch den Feierabend mit den «Arbeitskollegen» zu verbringen. Doch die Assistentin des Chefs ist scharf. Und es gibt wenige Gelegenheiten, direkt neben ihr zu sitzen.

Typ c, der (Party)-Löwe: Das ist wohl DER Tag des Jahres für Sie – ob Sie die Firma verlassen oder die Beförderung feiern – für Sie gibt es immer einen Grund, um zu prosten. Hauptsache, der Pegel stimmt.

A wie Absicht:

a) Nach dem harten Jahr wollen Sie dem Chef endlich offen sagen, wie toll Sie ihn finden. Er soll nicht nur wissen, was Sie alles geleistet haben, sondern auch merken, dass Ihnen die Firma am Herzen liegt. Um es auf den Punkt zu bringen: Sie kriechen gerne. Ja, Bienchen tun es auch.

b) Eigentlich interessiert Sie Ihr Chef kaum. Wo ist er überhaupt? Ach ja, er sitzt irgendwo dahinten und flirtet mit seiner Assistentin. Das macht Sie verdammt sauer, denn eigentlich hatten Sie den Platz extra noch mit einem Kollegen abgetauscht, um ihr gegenüber zu sitzen. Doch irgendwie kam das Gespräch nicht in die Gänge und schwups, einmal waren Sie kurz aufgestanden und weg war sie.

c) Über die Stränge schlagen, das ist es, was Sie jetzt wollen. Sie haben keine konkreten Absichten, denn bei Ihnen ergibt sich normalerweise alles von selbst. Beeindrucken wollen Sie ihre Kollegen und Kolleginnen vor allem durch flotte Sprüche und Trinkfestigkeit.

A wie Ankleide: Je nach Typ (a, b, c) natürlich dementsprechend auszuwählen.

a) Egal ob das Essen in einem Schloss oder in einer rustikalen Kneipe stattfindet – Sie wollen perfekt aussehen. Na ja, ein bisschen frech darf es dann auch wieder sein. Sie entschliessen sich, einen farbigen Akzent zu setzen. Geringelte Socken sollen es sein. Immer passend!

b) Sie greifen in den Schrank und nehmen das erstbeste Kleidungsstück. Schliesslich ist das Weihnachtsessen nichts Besonderes. Na ja, o.k., die Assistentin soll sich ja irgendwie von Ihnen angezogen fühlen. Ein sicheres Auftreten muss reichen.

c) Exzentrisch, auf alle Fälle auf- und aus dem Rahmen fallen. Konkret: Extra kurz, extravagante Farbkombination oder extravaganter Schnitt, Hauptsache bei Ihrem Anblick ist ein «Ex-Wort» in aller Munde.

A wie Alkohol:

a) Sie trinken mit, aber sind bemüht, nicht zu viel in sich reinzuschütten – denn Ihre Worte soll man noch verstehen können. Ausserdem wollen Sie beim ernsthaften Gespräch mit dem Chef nicht lallen und schon gar nicht eine feuchte Aussprache riskieren.

b) Nach der ernüchternden Tatsache, dass Ihr weibliches Gegenüber lieber mit dem Chef flirtet, wechseln Sie gleich zu härterem Alkohol. Besser gesagt, sie verlangen gleich die ganze Flasche, bis sie den Mut haben, nochmals einen Anlauf bei der Assistentin zu starten.

c) Sie schenken ein, trinken leer, füllen nach – und dies im Minutentakt. Was dabei herauskommt, wissen wir alle. Ihre ach so extravagante Kleidung wird voll gekleckert (wir ersparen uns die Details, womit genau) und schon bald liegen Sie unter dem Tisch. Eigentlich nicht so schlimm, wenn das Ihr letzter Tag war. Ansonsten wäre es wohl besser, ein paar Minuten mehr zwischen dem Hinunterkippen verstreichen zu lassen. Sonst wird es tatsächlich ein wenig schwierig, Sie im Geschäftsleben noch ernst zu nehmen.

A wie Auflösung:

Was sind Sie? Bienchen, Faultier oder Löwe? Und: Welche Arbeitstiere erreichen denn nun den Kater ohne Scham? Am besten das Bienchen lässt sich eine Löwenkralle wachsen, das Faultier ein paar Bienchenflügel und der Löwe tauscht sein Brüllen gegen das Fauchen des Faultiers ein. Und wenn Sie es dieses Jahr nicht schaffen, das hochgesteckte Ziel – den Kater ohne Scham – zu erreichen, dann wird das nächste Weihnachtsessen sicherlich wieder kommen. Und wer sich noch peinlich genau daran erinnert, der hat sowieso alles falsch gemacht.

Wie haben Sie ihre Weihnachtsessen erlebt? Erfahrungen, Highlights und Tiefpunkte bitte unten eintragen.

Erstellt: 24.11.2010, 14:11 Uhr

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