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:-) oder :-( ?

Das virtuelle Leben ist voller Hihis, Hehes und schmunzelnder Emojis. Facebook zeigt nun auf, wie genau wir online lachen. Für einmal sind Männer wortreicher als Frauen.

...bei Frauen. Männer lachen lieber mit Worten, wie diese Grafik zeigt.
...bei Frauen. Männer lachen lieber mit Worten, wie diese Grafik zeigt.
Facebook
Den Topplatz beim elektronischen Lachen nimmt jedoch das Haha ein, lol, das elektronische Ur-Lachen schlechthin, ist dagegen ziemlich out.
Den Topplatz beim elektronischen Lachen nimmt jedoch das Haha ein, lol, das elektronische Ur-Lachen schlechthin, ist dagegen ziemlich out.
Facebook
Nicht nur das Geschlecht und das Alter spielen beim elektronischen Lachen eine Rolle, sondern auch der Wohnort.
Nicht nur das Geschlecht und das Alter spielen beim elektronischen Lachen eine Rolle, sondern auch der Wohnort.
Facebook
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Wer sich nur in der realen Welt bewegt und auf der Strasse oder in Bus, Tram oder Zug in die Gesichter der anderen schaut, der dürfte kaum erahnen, dass in der virtuellen Welt so oft gelacht, gelächelt und gegrölt wird. Hihi wird per Whatsapp, Facebook oder SMS gekichert oder hehe gelacht. Hoho geht nicht nur beim Nikolaus, sondern das ganze Jahr über, wenn die Kommunikation gerade wieder etwas derber wird. Oder als Steigerung davon ein dreckiges Hähä wie der Stammtischbünzli mit dem Rössli-Stumpen im Mundwinkel, der gerade einen Witz unter der Gürtellinie gerissen hat.

Auch fröhliche Emojis werden munter benutzt. Welche wie oft hat die Texteingabe-App Swiftkey diesen Frühling in ihrem Emoji-Report gezeigt. Dazu wurden während vier Monaten über eine Milliarde Emojis von Android- und iOS-Geräten ausgewertet. Das Ergebnis: In allen Sprachen finden sich deutlich mehr positive Emojis als negative. Am positivsten zeigten sich die Franzosen mit 86 Prozent, am negativsten die Smartphone-Nutzer in Malaysia. Fast die Hälfte der positiven Emojis (44,8 Prozent) zeigten Happy Faces, also glückliche Gesichter.

Ha ist der Legostein des virtuellen Lachens

Wer wann, wie oft, wie lange und auf welche Weise lacht, wollte auch Facebook genauer wissen und durchforstete dazu eine Woche lang Postings und Kommentare seiner User auf virtuelles Lachen und filterte alle Emojis und schriftlichen Ausdrücke für Kichern bis Grölen heraus. Zur kleinen Untersuchung hat sich Facebook von der Journalistin Sarah Larson inspirieren lassen, die in «The New Yorker» einen amüsanten Artikelüber das virtuelle Lachen veröffentlicht hat.

Larson, im richtigen Leben eine leidenschaftliche Lachnudel, war sich nicht ganz sicher, ob sie es mit ihrem virtuellen Lachen vielleicht manchmal übertreibt. Sie fragte sich, welche Lachausdrücke was bedeuten und wie man virtuell eigentlich richtig lacht. Als Erstes schälte Larson heraus, dass die Silbe ha quasi die Basis des geschriebenen Lachens sei, die man wie Legos beliebig aneinanderreihen könne und damit das Mass an Heiterkeit kontinuierlich steigern könne: vom fröhlichen Haha zum richtig amüsierten Hahahahaha, gerne auch in Grossbuchstaben.

Und wenn man sich dann so richtig auf dem Boden wälze vor Lachen und alles so richtig gaga werde, streue man am besten noch ein paar j zwischen die Hahas ein, um zu verdeutlichen, dass man vor lauter Lachen nicht mehr richtig tippen könne. Beim Hehe war sich Sarah Larson aber unsicher und musste dazu ihre Freunde und Bekannten befragen. Diese waren sich aber auch nicht einig, was diese Lachvariante genau bedeutet. Die etwas seriösere Variante von Haha vielleicht? Ein etwas dezenteres Lachen? Oder doch eher ein spitzbübisches?

Alter und Geschlecht spielen eine Rolle

Zudem stellte Sarah Larson unter anderem die These auf, dass Männer online anders lachen als Frauen und junge anders als ältere Facebook-Nutzer. «Aber warum auf Anekdoten verlassen, wenn wir Daten haben?», sagte sich Facebook und zapfte seinen riesigen Datenschatz an, um zu überprüfen, ob an Sarah Larsons Erkenntnissen tatsächlich etwas dran ist.

Und tatsächlich: Alter und Geschlecht spielen tatsächlich eine Rolle, auf welche Weise und wie lange gelacht wird. Frauen – genau wie jüngere User – setzen auf Emojis, während Männer beim Lachen ausnahmsweise auf mehr Worte setzen, also auf haha oder hehe. Völlig out scheint derweil das virtuelle Ur-Lachen zu sein: lol, das für «laughing out loud» steht, also für «so richtig losprusten». Nur noch 1,9 Prozent der User lachen noch so. Besonders bei den Jungen ist lol ziemlich out.

Haha ist der absolute Spitzenreiter

Am häufigsten fand Facebook in den Postings und Kommentaren Haha oder Abwandlungen davon (51,4 Prozent), gefolgt von verschiedenen Emojis (33,7 Prozent) und Hehes (13,1 Prozent). Ganz offensichtlich lachen die Haha-Lacher gerne auch mal ein, zwei Silben länger als die Hehe-Lacher. Hahaha kommt also öfter vor als hehehe. Hie und da rutscht auch noch ein zusätzliches a oder h ins elektronische Gelächter. So hat Facebook auch diverse Hahaas und Hhhhaaahhhaas in den Postings gefunden. Bei Emojis sind die meisten etwas sparsamer. In 50 Prozent der Fälle reicht den Usern ein Exemplar. Eher selten wird das Emoji in fünffacher Ausführung oder noch häufiger eingesetzt.

Die Facebook-Untersuchung stellte auch fest, dass sogar der Wohnort eine Rolle spielt bei der Wahl des virtuellen Lachens. An der Westküste der USA wird gehahat und gehehet, in den Südstaaten gelolt, und im Mittleren Westen lachen die meisten mit Emojis. Leider hat Facebook nur die Postings und Kommentare in den USA analysiert und nicht diejenigen in Europa. Wie lachen Sie am häufigsten? Mit Emojis oder mit Worten? Mit welchen? Und lachen Sie mit weiblichen Gesprächspartnern online anders als mit männlichen? Meinungen bitte unten eintragen.

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