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Popmusik klingt immer trauriger

Dominierten in den 60ern noch fröhliche Songs die Charts, scheinen die Musikfans sich heute laut einer Studie lieber von düsterem Moll berieseln zu lassen. Trauriger geworden sei aber nur die Musik.

Meister der melancholischen Klänge: Chris Martin, Sänger der Band Coldplay, bei einem Auftritt in Los Angeles. (Februar 2009)
Meister der melancholischen Klänge: Chris Martin, Sänger der Band Coldplay, bei einem Auftritt in Los Angeles. (Februar 2009)
AFP

Popmusik ist in den vergangenen 50 Jahren immer trauriger geworden. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie deutscher und kanadischer Forscher, die dafür mehr als 1000 Titel der US-amerikanischen Hitparade seit 1965 auswerteten.

In den 1960er Jahren habe noch fröhliche Musik die Charts dominiert. Im Verlaufe der Jahrzehnte seien die Musiktitel dagegen zunehmend häufig in einer Moll-Tonart komponiert worden. Auch sei das Tempo oftmals langsamer.

Negativere Texte, komplexere Stücke

Die meisten Musikhörer assoziierten mit langsamen Tempo und Moll-Tonarten Traurigkeit und mit schnellem Tempo und Dur-Tonarten Fröhlichkeit. «Wie auch die Texte von Popsongs in den letzten Jahrzehnten selbstbezüglicher und negativer wurden, hat sich auch die Musik verändert: Sie klingt trauriger und emotional ambivalenter», erklärten die Autoren der Studie. «Popmusik-Hörern gefallen heute emotional komplexere Stücke», so ihr Fazit.

Dies lasse aber nicht den Schluss zu, dass alle immer trauriger würden, weil sie solche Musik hören oder trauriger seien, weil sie solche Musik komponieren, erklärte der Soziologe Christian von Scheve von der Freien Universität Berlin. «Die Botschaft ist vielleicht eher: Auch Traurigkeit kann genossen werden.» Zudem habe es in der musikalischen Entwicklung früherer Jahrhunderte ähnliche Phasen gegeben. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Online-Ausgabe der Zeitschrift «Psychology of Aesthetics, Creativity and the Arts» veröffentlicht.

AFP/fko

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