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Provokative Kampagne für Pressefreiheit

2012 war laut Reporter ohne Grenzen das blutigste Jahr für Medienschaffende seit zehn Jahren. Die Organisation hat einige bekannte Staatsführer für eine Kampagne «eingesetzt».

In zahlreichen Ländern herrscht totale Zensur: Aktivisten von Reporter ohne Grenzen bringen ein Plakat des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un in Paris an. (3. Mai 2013)
In zahlreichen Ländern herrscht totale Zensur: Aktivisten von Reporter ohne Grenzen bringen ein Plakat des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un in Paris an. (3. Mai 2013)
Reuters
Die Organisation Reporter ohne Grenzen schätzt die Situation der Medien im Lande Kims als «sehr ernst» ein: Plakatwand in Paris. (3. Mai 2013)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen schätzt die Situation der Medien im Lande Kims als «sehr ernst» ein: Plakatwand in Paris. (3. Mai 2013)
AFP
Ein weiteres bekanntes Gesicht, das in der Kampagne von Reporter ohne Grenzen auftaucht, ist das von Bashar al-Assad, dem Präsidenten Syriens, wo die Lage «sehr ernst» sei.
Ein weiteres bekanntes Gesicht, das in der Kampagne von Reporter ohne Grenzen auftaucht, ist das von Bashar al-Assad, dem Präsidenten Syriens, wo die Lage «sehr ernst» sei.
Reuters
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Zum Tag der Pressefreiheit hat Reporter ohne Grenzen eine aktualisierte Liste der Feinde der Pressefreiheit veröffentlicht. Einige von ihnen hat die Organisation für ihre Kampagne gebraucht, die sie in Paris lanciert hat.

Auf Plakaten sind die Präsidenten Irans, Syriens, Nordkoreas, Russlands und Chinas zu sehen. Die Staatsführer strecken dem Publikum ihre Mittelfinger entgegen oder machen eine andere Geste, die ihre Verachtung für die Weltöffentlichkeit symbolisieren soll (siehe Bildstrecke). Diese Männer seien verantwortlich für die schlimmsten Missbräuche gegen die Medien und ihre Repräsentanten.

Insgesamt führt Reporter ohne Grenzen 39 Feinde der Pressefreiheit auf. Darunter sind neben Staatschefs weitere Politiker, aber auch religiöse Führer, Milizen und kriminelle Organisationen. Sie zensurieren die Berichterstattung, werfen Journalisten ins Gefängnis, entführen, foltern oder töten gar.

Fünf neue – vier von der Liste genommen

Neu auf der Liste sind der neue Präsident Chinas, Xi Jinping, die syrische Jihadisten-Gruppe Jabhat al-Nosra, Mitglieder und Anhänger der Muslimbrüder in Ägypten, die bewaffneten Gruppen im pakistanischen Belutschistan und religiöse Extremisten auf den Malediven.

Von der Liste genommen hat Reporter ohne Grenzen vier Personen und Organisationen: den ehemaligen somalischen Informationsminister Abdulkadir Hussein Mohamed, den Präsidenten Burmas Thein Sein, die baskische Separatistengruppe ETA sowie die Sicherheitskräfte der Hamas und der palästinensischen Autonomiebehörde.

Schweiz auf Rang 14

Den «Bericht zur Lage der Medien 2012» hat Reporter ohne Grenzen schon zu Beginn des Jahres veröffentlicht. Es war laut der Nichtregierungsorganisation eines der blutigsten letzten Jahre: 90 Journalistinnen und Journalisten wurden bei oder wegen ihrer Arbeit getötet, 36 alleine in Syrien und Somalia.

Am besten stand es um die Pressefreiheit in Finnland, den Niederlanden und in Norwegen. Die Schweiz kommt im Ranking von Reporter ohne Grenzen auf Platz 14. Im Jahr davor belegte sie noch den 8. Platz. Am schlimmsten ist die Lage in Eritrea (Platz 179), in Nordkorea und Turkmenistan.

SDA/rub

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