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«Schwule werden nach wie vor als verweiblichte Männer gesehen»

Der Täter von Orlando soll selber homosexuell gewesen sein. Der Psychiater David Garcia über internalisierte Homophobie und rigide Geschlechterbilder.

In Anzug und Krawatte: Omar M. auf einer undatierten Aufnahme, die auf seiner Seite bei Myspace war.
In Anzug und Krawatte: Omar M. auf einer undatierten Aufnahme, die auf seiner Seite bei Myspace war.
AFP/myspace.com
Ein Patient und Ärzte schildern den Schrecken bei dem Massaker: Im Orlando Regional Medical Center trafen in den frühen Morgenstunden pausenlos Krankenwagen mit Verwundeten ein.
Ein Patient und Ärzte schildern den Schrecken bei dem Massaker: Im Orlando Regional Medical Center trafen in den frühen Morgenstunden pausenlos Krankenwagen mit Verwundeten ein.
Brendan Smialowski, AFP
Laut einem Journalisten hatte sich der Angreifer verschanzt und Geiseln genommen.
Laut einem Journalisten hatte sich der Angreifer verschanzt und Geiseln genommen.
Univision Florida Central, Keystone
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Herr Garcia, der Täter von Orlando soll laut seiner Frau selber homosexuell gewesen sein. Möglicherweise hat er aber seine Orientierung unterdrückt. Inwiefern ist dies eine mögliche Quelle für Aggressionen?

Es kommt tatsächlich vor, dass Menschen über lange Zeit bewusst oder unbewusst ihre sexuelle Orientierung unterdrücken. Das kann dann dazu führen, dass eine Person depressiv oder gar suizidal wird – oder Angststörungen entwickelt. Nur in ganz seltenen Fällen richtet so jemand seine Aggressionen gegen Aussenstehende. Wenn es aber passiert, bietet sich ein Ziel besonders an: jene Minderheit, welcher er oder sie selber nicht angehören will. Ob dies im Fall von Orlando der Fall war, kann ich natürlich nicht sagen.

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