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Soll man den Islam verkirchlichen?

Die Linke schlägt vor, Muslime staatlich anzuerkennen. Nur: Dazu fehlt die politische Akzeptanz. Und der Islam in der Schweiz ist zu stark fragmentiert.

Imam Mustafa Memeti spricht in der Moschee im Haus der Religionen in Bern. (26. April 2016) Foto: Peter Klaunzer (Keystone)
Imam Mustafa Memeti spricht in der Moschee im Haus der Religionen in Bern. (26. April 2016) Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Die Debatte um das Burkaverbot polarisiert enorm. Da scheint die staatliche Anerkennung der Muslime ein vernünftiger Vorschlag zu sein. Jüngst haben sich SP-Präsident Christian Levrat und die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr dafür starkgemacht.

Vor allem linke und kirchliche Stimmen werfen regelmässig die Idee in die Debatte, die islamischen Gemeinschaften analog zu den Landeskirchen öffentlich-rechtlich anzuerkennen. Das Schlagwort heisst Verkirchlichung des Islam. Es wird als Mittel gegen die Radikalisierung und für bessere Integration der Muslime ins Feld geführt. Diese erhielten das Recht auf Steuerhebung und den erleichterten Zugang zu öffentlichen Institutionen wie Schulen, Spitälern oder Gefängnissen. Die Idee klingt zwar interessant. Aber sie ist kaum praktikabel. Nicht nur, weil die politische Akzeptanz fehlt. Der SVP ist es gelungen, entsprechende Vorlagen in Zürich 2003 und in Luzern 2014 zu bodigen. Dazu ist fraglich, ob das im 20. Jahrhundert entstandene System der öffentlich-rechtlich anerkannten Landeskirchen überhaupt eine Zukunft hat. Denn der immer stärker werdende Mitgliederschwund der Kirchen lässt das ganze Modell erodieren.

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