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Sprayer verschandeln 150-jährige Kakteen

In den USA sorgen Sprayereien in einem Nationalpark für Aufsehen. Parkwächter sorgen sich, dass der Vandalismus in der Wildnis zunimmt – womöglich wegen der Verbreitung von Fotos über Social Media.

Versprayt: Eine der beschädigten Saguaro-Kakteen in Arizona.
Versprayt: Eine der beschädigten Saguaro-Kakteen in Arizona.
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Entfernt ein Graffiti: Ein Parkwächter in den USA.
Entfernt ein Graffiti: Ein Parkwächter in den USA.
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...und auf einer historischen Kanone.
...und auf einer historischen Kanone.
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Im Saguaro-Nationalpark im US-amerikanischen Bundesstaat Arizona haben Parkwächter kürzlich zahlreiche Graffiti entdeckt. Es seien so viele gewesen, dass er sie nicht auf Anhieb habe zählen können, sagte Steve Bolyard, einer der Parkwächter, der «New York Times». Bei den Graffiti handelt es sich um sogenannte Tags, persönliche Signaturen von Sprayern. Während die Parkwächter schon lange gegen das Einritzen von Namen und Liebesbotschaften in Steine und Bäume kämpfen, scheint nun aber auch die städtische Variante ihren Einzug in die Wildnis gehalten zu haben.

Der Fall aus Arizona ist dabei besonders drastisch. Mindestens 16 der Graffiti brachten die Sprayer auf den riesigen und uralten Saguaro-Kakteen an, zu deren Schutz der Nationalpark errichtet wurde. Die Kakteen wachsen ausgesprochen langsam, werden aber über hundert Jahre alt. Nach Angaben der amerikanischen Nationalparkbehörde haben einige der Kakteen bereits die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs erlebt.

Parkwächter sehen neuen Trend

Insgesamt zählten die Parkwächter schliesslich 45 Graffiti. Während Wegweiser einfach neu bemalt und Felsen gereinigt werden können, müssen die Spezialisten des Nationalparks nun erst untersuchen, wie sie die Tags von den Pflanzen am schonendsten entfernen können.

Offenbar handelt es sich bei dem Fall im Saguaro-Nationalpark nur um einen besonders drastischen Fall. Nationalpärke aus verschiedensten Regionen der USA beklagen sich über zunehmenden Vandalismus. Es wurden uralte Felsmalereien übermalt, seltene Pflanzen zerhackt und Stalaktiten abgebrochen – ganz zu Schweigen vom Unrat, der in den Nationalparks hinterlassen wird.

Manche Parkwächter vermuten nun, dass sich dabei die Verbreitung von Graffiti über Social Media auswirkt. Während es früher nötig war, ein Verkehrsmittel oder eine möglichst zentral gelegene Wand zu versprayen, um mit einem Graffiti aufzufallen, können heute an abgelegenen – und unbewachten – Orten angebrachte Graffiti über Social Media wie Twitter und Facebook weit verbreitet werden.

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