Trump will keine Sklavin auf der Banknote

Harriet Tubman sollte als erste Schwarze eine Dollarnote zieren. Nicht mit dem aktuellen US-Präsidenten.

Wurde als Kind ausgepeitscht und zu harter Arbeit gezwungen: Harriet Tubman. Foto: imago

Wurde als Kind ausgepeitscht und zu harter Arbeit gezwungen: Harriet Tubman. Foto: imago

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Donald Trump agitierte schon früh dagegen. «Das ist reine politische Korrektheit», schimpfte er im Frühjahr 2016, als feststand, dass das Konterfei der nationalen schwarzen Ikone Harriet Tubman die Vorderseite der neuen 20-Dollar-Note zieren soll. Man könne für Harriet Tubman ja allenfalls einen anderen Schein verwenden, zum Beispiel die – weit weniger gebräuchliche – 2-Dollar-Note.

Der Entscheidung für die selbstlose Freiheitskämpferin war damals eine Umfrage unter Millionen von Bürgern vorausgegangen. 2020 sollte der Entwurf für die allererste Dollarnote vorliegen, die eine Schwarze zeigt; für den ersten Geldschein mit einer Frau drauf, seit Martha Washington es 1886 auf die 1-Dollar-Note schaffte. Und was für eine Frau!

Als Kind wurde Harriet Tubman ausgepeitscht und zu harter Arbeit gezwungen: Um 1820 im US-StaatMaryland in die Sklaverei geboren, «wuchs ich auf wie ein vernachlässigtes Tier», erinnerte sie sich. 1849 gelang ihr die Flucht. Während des nächsten Jahrzehnts wagte sie, unter Lebensgefahr, über ein Dutzend Trips in den Süden und führte, über das geheime Netzwerk «Underground Railroad», zahlreiche Sklaven in die Freiheit. Man nannte sie den «Moses» der schwarzen Sklaven; die Südstaaten sollen auf sie ein Kopfgeld von 40'000 Dollar ausgeschrieben haben.

Jackson-Fan Trump nannte es 2016 «grob», Jackson von der Vorderseite des Geldscheins zu – vertreiben.

1861 entzündete sich der Amerikanische Bürgerkrieg an der Sklavenfrage, und Tubman diente in der Nordstaaten-Armee als Kundschafterin, Spionin und Krankenschwester. Später setzte sie sich intensiv für das Wahlrecht der Frauen ein. So wurde die Präsentation der Tubman-Banknote auf den 100. Geburtstag des Frauenwahlrechts in den USA terminiert: Der entsprechende Verfassungszusatz ist seit 1920 in Kraft.

Man hielt es also für höchste Zeit, dass die Analphabetin mit der tiefschwarzen Haut, der kleinen Statur und dem starken Willen, die 1913 starb, den Platz des umstrittenen Präsidenten Andrew Jackson einnimmt. Dieser sollte auf die Rückseite der 20-Dollar-Note wandern. Jackson hatte es seinerzeit als überzeugter und brutaler Sklavenhalter zu Reichtum gebracht. Seine Grausamkeit gegenüber den Indigenen in den USA ist ebenfalls kein Geheimnis. Rund 50'000 Indianer wurden unter seiner Ägide von ihrem angestammten Gebiet vertrieben.

Landesweite Empörung

Doch Jackson-Fan Trump nannte es 2016 «grob», Jackson von der Vorderseite des Geldscheins zu – vertreiben. Er sähe es gar nicht gern und würde es «lieben», wenn Jackson drauf bliebe. Um es nicht zur peinlichen Eskalation kommen zu lassen, hat Finanzminister Steven Mnuchin nun in letzter Minute das Redesign der 20-Dollar-Scheins abgeblasen und dies mit Kapazitätsproblemen begründet. Erst müsse die Fälschungssicherheit anderer Noten verbessert werden. Ein Design für die Tubman-Note könne bis frühestens 2026 entwickelt werden, im Umlauf sei sie dann, eventuell, ab 2028 – also definitiv nach der Präsidentschaft Trumps.

Diese Nachricht empörte landesweit, und ein junger New Yorker Computerkünstler schuf prompt Abhilfe: Er produzierte einen Stempel, mit dem man Andrew Jacksons Kopf auf dem Geldschein exakt überdecken kann – mit jenem von Harriet Tubman.

Erstellt: 24.05.2019, 18:40 Uhr

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