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Weihnachten in Bethlehem

Palästinensische Christen, aber auch Besucher aus aller Welt feiern Heiligabend in Bethlehem. Für die Prozession wurde gar ein Eisentor geöffnet, das sonst nur dem israelischen Militär zur Verfügung steht.

Christliche Stimmung: Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, auf dem Weg zur Geburtskirche. (24. Dezember 2011)
Christliche Stimmung: Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, auf dem Weg zur Geburtskirche. (24. Dezember 2011)
Keystone
Tausende Pilger haben sich Bethlehem versammelt.
Tausende Pilger haben sich Bethlehem versammelt.
Keystone
Ein Weihnachtsmann in Bethlehem verteilt Geschenke. (23. Dezember 2011)
Ein Weihnachtsmann in Bethlehem verteilt Geschenke. (23. Dezember 2011)
Keystone
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Zehntausende Pilger und Touristen haben sich am Samstag zum Auftakt der Weihnachtsfeierlichkeiten in Bethlehem eingefunden. Der 15 Meter hohe Weihnachtsbaum auf dem Krippenplatz strahlte am Abend im Lichterglanz, in der Stadt herrschte eine festliche Atmosphäre. Höhepunkt sollte am Abend die Mitternachtsmesse in der Geburtskirche sein. Die Kirche steht an der Stelle, an der Jesus der Überlieferung zufolge vor rund 2000 Jahren zur Welt kam.

Die israelischen Streitkräfte gaben die Zahl der Besucher, darunter Ausländer und arabische Christen aus Israel, am frühen Abend mit 55'000 an. Einschliesslich der einheimischen Touristen aus dem Westjordanland seien 120'000 Menschen in die Stadt gekommen, 30 Prozent mehr als im Vorjahr, erklärten die palästinensischen Behörden in Bethlehem.

In den Strassen waren auch überraschend viele verschleierte Musliminnen mit ihren Familien unterwegs. «Wir mögen es, diesen Feiertag mit unseren christlichen Brüdern zu teilen», sagte die 46-jährige Amal Ajasch, die mit ihren drei ebenfalls verschleierten Töchtern zum Krippenplatz kam.

Prozession durch Sperranlage

Vor allem palästinensische Christen, aber auch Besucher aus aller Welt, hatten die Prozession mit dem lateinischen Patriarchen Fuad Twal an der Spitze stundenlang auf dem Manger-Platz bei der Geburtskirche erwartet. Palästinensische Pfadfinder marschierten zu lauter Dudelsack- und Trommelmusik über den Platz, der auch Krippenplatz genannt wird. Die Atmosphäre erinnerte mehr an Karneval denn an eine stille Nacht.

Die Kolonne aus etwa 30 Autos musste auf dem Weg in die Stadt, in der nach christlicher Überlieferung Jesus geboren wurde, auch die israelischen Sperranlagen zum Westjordanland passieren. Dafür wurde ein grosses Eisentor geöffnet, das sonst nur dem israelischen Militär zur Verfügung steht.

Erstaunlich viele Besucher

Die israelischen Tourismusbehörden rechnen mit 90'000 Besuchern im Heiligen Land an den Weihnachtstagen. Dies entspreche dem Stand des vergangenen Jahres, sagte eine Sprecherin, sei aber angesichts des Umbruchs in der arabischen Welt und der wirtschaftlichen Spannungen in den USA und Europa erstaunlich viel. Israel erlaubte ausnahmsweise auch etwa 550 Christen aus dem Gazastreifen, nach Bethlehem zu reisen.

Der Bürgermeister der Stadt im Westjordanland äusserte die Hoffnung, dass das Weihnachtsfest ein Jahr einläute, das die Palästinenser näher an ihren eigenen Staat bringe. «Wir feiern dieses Weihnachten in der Hoffnung, dass wir in der nahen Zukunft unser Recht auf Selbstbestimmung erhalten», sagte Victor Batarseh. «Darum ist dieses Weihnachtsfest einzigartig.»

SDA/jak

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