Zum Hauptinhalt springen

Wie Sie die Risiken und Gefahren umgehen

Frage: Wie lassen sich unnötige gesundheitliche Risiken dauerhaft vermeiden? Antwort: Ein gesunder Lebensstil ist der beste Schlüssel zum Erfolg: Ausgewogene Ernährung und ausreichende tägliche Bewegung, rauchfrei und entspannt.

Liliana Bruggmann Leiterin der Sektion Ernährung und Bewegung beim Bundesamt für Gesundheit.
Liliana Bruggmann Leiterin der Sektion Ernährung und Bewegung beim Bundesamt für Gesundheit.
BAG

Viele Krankheiten liessen sich durch bewussteres Verhalten vermeiden. Oft ist der Mensch aber zu wenig eigenverantwortlich und gefährdet sich und seine Gesundheit. Müssen Herz- und Kreislaufprobleme akzeptiert werden oder kann der Mensch seinen «Motor» aktiv schützen? «Mit einem gesünderen Lebensstil können wir Herz-Kreislaufproblemen vorbeugen», sagt Liliane Bruggmann, Leiterin der Sektion Ernährung und Bewegung beim Bundesamt für Gesundheit in Bern.

Frau Bruggmann, was ist ein gesunder Lebensstil? Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung. Täglich sollte man sich mindestens eine halbe Stunde lang so bewegen, dass man „ins Schnuufe“ kommt. Das kann ein zügiger Spaziergang sein. Dieser Marsch baut auch Stress ab. Bewusst und gezielt zu entspannen gehört ebenfalls zu einem gesunden Lebensstil.

Beeinträchtigt diese Konzentration auf die Gesundheit nicht die Lebensfreude und den Genuss? Zu einem gesunden Lebensstil gehören Lebensfreude und Genuss. Denn auch eine ausgewogene Ernährung schmeckt gut. Wichtig ist, sich immer Zeit zu nehmen, das Essen zu geniessen. Die Energiebilanz muss natürlich stimmen. Die zugeführten Kalorien müssen verbrannt werden, sonst legt der Körper Fettpolster an und über kurz oder lang entsteht Übergewicht. Als wichtigste Risikofaktoren für Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs bezeichnet Liliane Bruggmann Bluthochdruck, hohen Blut-Cholesterolgehalt, Übergewicht, Fettleibigkeit (BMI über 30), geringen Früchte- und Gemüsekonsum sowie Inaktivität. Alle diese Indizien können durch ausreichende Bewegung und eine ausgewogene Ernährung beeinflusst werden. Mit Rauchen sollte zugunsten der Gesundheit Schluss sein; Alkohol sollte – wenn überhaupt – risikoarm konsumiert werden.

Was verstehen Sie unter ausgewogener Ernährung? Am wichtigsten sind, über den Tag verteilt, drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Früchte. Die Menge ist leicht dosierbar, auch für Kinder: eine Handvoll. Die Früchte sollen ohne Zucker genossen werden. Sehr wichtig ist es, täglich einen bis zwei Liter Wasser oder ungesüssten Kräutertee zu trinken. Für koffeinhaltige Flüssigkeiten empfehlen wir Masshalten. Zusätzlich täglich drei Portionen Milch und Milchprodukte verzehren, dabei die fettreduzierten Varianten bevorzugen. Vollkorn-Getreideprodukte, Hülsenfrüchte und Kartoffeln dürfen nicht fehlen. Geflügel und vor allem Fisch, dafür wenig rotes Fleisch gehören auf den Tisch. Mit möglichst wenig Salz, dafür aber mit Kräutern würzen.

In welchem Alter beginnen Herz- und Kreislaufprobleme? Wir stellen weltweit fest, dass der Risikofaktor Diabetes Typ 2 nicht mehr nur bei Erwachsenen, sondern häufig bereits bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Hier sind die Eltern gefragt und auch die Kinderärzte. Es braucht Früherkennung und Frühintervention, eine Umstellung der Lebensgewohnheiten bereits bei den Kindern und Jugendlichen. Ein gesunder Lebensstil ist also keine Frage des Alters!

Was tut der Staat, um die Gesundheit zu fördern? Das Bundesamt für Gesundheit hat am 18. Juni 2008 vom Bundesrat den Auftrag erhalten, zusammen mit dem Bundesamt für Sport, Gesundheitsförderung Schweiz, den Kantonen sowie weiteren wichtigen Akteuren das Nationale Programm Ernährung und Bewegung 2008– 2012 (NPEB) umzusetzen. Das NPEB legt die nationale Strategie für die Förderung eines gesunden Lebensstils fest. Im Rahmen dieses Programms beschreitet das BAG mit der Initiative actionsanté neue Wege, bei denen Privatunternehmen als Partner eine Schlüsselrolle spielen. Mit freiwilligen Massnahmen leisten sie einen Beitrag zur Förderung eines aktiveren Lebensstils und einer ausgewogenen Ernährung. Ende 2009 haben sich Migros und Coop bereit erklärt, den Salzgehalt im Brot zu reduzieren. Coop hat zudem den Zuckergehalt in Milchprodukten verringert und die Fettqualität in Fertigprodukten verbessert. Daneben unterstützt das BAG zusammen mit der Gesundheitsförderung Schweiz Suisse Balance, das eigene Projekte initiiert oder unterstützt, bei denen Ernährung und Bewegung gekoppelt sind. Und nicht zuletzt haben wir mit Fachhochschulen und der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsgastronomie (Mensen, Cafeterien, Spitäler, Personalrestaurants) erarbeitet, in der sich in der Schweiz täglich rund eine Million Menschen verpflegen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch