Wie unrealistisch ist die «Generation Stress»?

Eine repräsentative Umfrage zeigt, wie die Jugend auf politische Diskussionen im Internet reagiert – und alles auf einmal will.

Ständige Vernetzung via Smartphones führt zur Bezeichnung «Generation Stress».

Ständige Vernetzung via Smartphones führt zur Bezeichnung «Generation Stress». Bild: Keystone

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Im Rahmen des Jugendbarometers 2016 liess die Credit Suisse Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 aus der Schweiz, den USA, Singapur und Brasilien unter anderem zu ihren Lebenszielen oder Politik im Netz befragen. Dazu wollte die Grossbank herausfinden, welchen Medien in der Schweiz am meisten Glauben geschenkt wird.

Weiterhin informieren sich die Schweizer Jugendlichen am meisten via Gratiszeitungen: 62 Prozent aller Befragten informieren sich beispielsweise mit «20 Minuten» oder «Blick am Abend» – 2010 waren es 75 Prozent. Grund für den Rückgang ist, dass die Titel zunehmend digital gelesen werden. Am stärksten vertraut die Jugend im Zusammenhang mit News SRF, NZZ und dem «Tages-Anzeiger». Am Ende der Vertrauens-Rangliste stehen Youtube, Facebook und Twitter.

Eine hohe Wichtigkeit hat für die Jugendlichen hierzulande die Flüchtlingsthematik. 46 Prozent der Teilnehmer sehen sie als Problem, vor sechs Jahren waren es erst 22 Prozent. Damit verbunden ist der Bereich «Ausländer und Zuwanderung», was 45 Prozent Sorgen bereitet, Umweltschutz wird als weniger dringlich erachtet.

Geprägt von Widersprüchen

In den USA hingegen beschäftigen Arbeitslosigkeit, Terrorismus und Gesundheitsfragen am meisten. Etwas überraschend adaptieren sich junge Amerikanerinnen und Amerikaner weniger schnell an neue Technologien als die Schweizer Jugend. Beispielsweise werden SMS weiterhin vor Whatsapp bevorzugt.

Bezüglich Smartphone ist in der Schweiz insbesondere Snapchat ein Senkrechtstarter. Mit dieser App können die User sich ihren Followern von überall präsentieren, mittels Fotos oder Videos. Die ständige Vernetzung und der Drang, sich immer mehr zu inszenieren, sind Gründe, weshalb die heutige Jugend zu einer «Generation Stress» wird, wie die Auswertung des Barometers zeigt.

Hinzu kommt der sich selbst auferlegte Druck, geprägt von Widersprüchen. So wollen die Jugendlichen Karriere machen, selbstständig sein, bei einer internationalen Firma arbeiten, eine ausgewogene Work-Life-Balance pflegen, weniger sparen, aber auch ein Haus kaufen.

In der Schweiz befragte das Forschungsinstitut GFS Bern im Mai und Juni insgesamt 1048 Personen. (fas)

Erstellt: 04.10.2016, 12:48 Uhr

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