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«Wut entlädt sich am Fremden»

«Es ist zu früh für ein Urteil»: Yascha Mounk über Trumps Präsidentschaft. Foto: Cédric von Niederhäusern

Protektionist Donald Trump verzauberte in Davos die Elite der Globalisierungsfreunde. Überrascht Sie das?

Trump ist seit einem Jahr US-Präsident. Und allen Befürchtungen zum Trotz: Den USA geht es gut. Die Demokratie erweist sich als robust.

Wir sehen aber schon heute: Die US-Justiz lässt sich nicht gängeln. So haben sich die Gerichte gegen Trumps Einreiseverbote für Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern ausgesprochen.

«Sehr viele Leute wünschen sich einen starken Anführer.»

Könnte, würde. Die Realität ist doch eine andere: Das FBI ermittelt in der Russland-Affäre. Der Rechtsstaat funktioniert.

New York ist Ihre Wahlheimat, geboren sind Sie in München. Sorgen Sie sich ebenso um Deutschland?

Warum?

Wie konnte die zuwanderungsfeindliche AfD drittstärkste Kraft im Bundestag werden?

Ist die Migration Hauptgrund für den Aufstieg der Populisten?

Sie haben sich als Jude schon in der Schulzeit fremd im eigenen Land gefühlt und sind in die USA ausgewandert. Fühlen Sie sich jetzt bestätigt?

Wie meinen Sie das?

Nach dem Fall der Mauer verkündete US-Politikwissenschaftler Francis Fukuyama das «Ende der Geschichte». Der Triumph der Demokratie schien auf immer und ewig gesichert. Waren wir naiv?

Neigt sich die Zeit der liberalen Demokratie dem Ende zu?

Ein Populist an der Macht macht aus einem Rechtsstaat noch keine illiberale Demokratie.

Sind nicht auch die Bürger illiberal?

Auffallend ist, dass Populisten nicht nur bei den enttäuschten, älteren Wählern viel Zuspruch erhalten. Auch bei jüngeren kommen sie gut an.

Liegt das am Demokratieverständnis der Social-Media-Generation?

Wissen die Jungen nicht mehr um den Wert des demokratischen Friedens?

Sie haben eine Art Frühwarnsystem für Demokratien entwickelt. Wie funktioniert es?

Was ist dann zu tun?

Ein Beispiel?

Wie lässt sich die soziale Ungleichheit bekämpfen? Mit einem Grundeinkommen?

Konkret?