Ozon belastet «Heuschnüppeler»

Die hohen Sommertemperaturen treiben die Ozonwerte in die Höhe. In den letzten Wochen wurde der Grenzwert vielerorts überschritten. Das bekommen auch die «Heuschnüppeler» zu spüren.

Gefährliche Strahlen: Scheint die Sonne intensiv, steigt die Ozonkonzentration.

Gefährliche Strahlen: Scheint die Sonne intensiv, steigt die Ozonkonzentration.

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Bodennahes Ozon wirkt als Reizgas. Es entsteht aus Stickoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen bei intensiver Sonneneinstrahlung vor allem im Frühling und im Sommer. Diese heimtückische Belastung führt dazu, dass ozonempfindliche Personen häufiger unter Atembeschwerden leiden. Und Pollenallergiker sind gleich doppelt gestraft.

Allergene Wirkung verstärkt

Ozon vermindert die Leistungsfähigkeit der Lunge, kann Nase und Hals reizen, Entzündungsreaktionen der Atemwege auslösen, Atemschwierigkeiten und insbesondere Asthmaanfälle verursachen. Auch «Heuschnüppeler» leiden unter hohen Ozonkonzentrationen, denn durch das Gas wird die allergene Wirkung der Pollen verstärkt. Auch die Empfindlichkeit der Luftwege gegenüber anderen Stoffen wie Feinstaub, Stickoxiden, und Milben treibt das Ozon in die Höhe. Unter hohen Ozonkonzentrationen leiden besonders Menschen mit Asthma, Kinder und Kleinkinder, deren Lungen noch nicht vollständig entwickelt sind sowie ältere Personen. Zu den akuten Auswirkungen von Ozon auf die Gesundheit zählen:

  • Augenbrennen und Reizungen der Schleimhäute, Kratzen im Hals, Druck auf der Brust und Schmerzen beim tief Einatmen
  • Entzündungen der Atemwege, mehr Atemwegssymptome und Atemwegserkrankungen
  • eine messbare vorübergehende Einschränkung der Lungenfunktion
  • eine Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • ein Anstieg der Spitaleinweisungen und der Sterblichkeit

Im Süden mehr als im Norden, auf dem Land mehr als in der Stadt

In der Schweiz klettert die Ozonbelastung im Sommer sehr häufig über den Grenzwert. Auf der Alpennordseite werden regelmässig Werte von über 150 bis 180 Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht, auf der Alpensüdseite noch höhere Werte. Die Maximalwerte auf der Alpensüdseite bewegten sich in den letzten Jahren um 250 Mikrogramm. Ozon reagiert mit anderen Luftschadstoffen. Während einer mehrtägigen Smogperiode nimmt die Ozonbelastung von Tag zu Tag zu.

Zwar gibt es in den Städten mehr Verkehr und Industrie als auf dem Land. Trotzdem werden auf dem Land grössere Ozonkonzentrationen gemessen als in Agglomerationen. Dieses Phänomen rührt daher, dass in den Städten das tagsüber produzierte Ozon über Nacht fast vollständig abgebaut wird. Dafür verantwortlich sind andere Schadstoffe (z.B. NO) in der Luft. Auf dem Land mit der relativ sauberen Luft bleibt die Ozonkonzentration hingegen mehr oder weniger erhalten, weil wenig andere Schadstoffe da sind, um den Smog «aufzubrauchen». Am nächsten Tag kommt zusätzliches Ozon hinzu: Dieses bildet sich aus den Vorläufersubstanzen, welche mit dem Wind aufs Land verfrachtet werden.

Ozonprognose für die drei nächsten Tage

Meteo Schweiz erstellt jeden Tag von Anfang Mai bis Ende September eine Prognose des maximalen Ozon-Stundenwerts für die drei folgenden Tage. Interessierte Personen können sich per SMS über die aktuellen Ozonwerte informieren lassen: Einfach ein SMS mit Keyword „luft“ und dem Kantonskürzel, z.B. „luft be“ für den Kanton Bern, an die Zielnummer 20120 (30. Rp./SMS) senden. Folgende Kantone unterstützen den SMS-Dienst: AG, BL, BS, BE, LU, NW, OW, SZ, SO, TI, UR, ZG. Weitere Informationen finden sich hier.

Erstellt: 14.07.2010, 09:06 Uhr

Wie verhalten?

Zur Reduzierung der Ozonbelastung kann Jeder beitragen. Fachleute und Behörden empfehlen unter anderem


  • so oft wie möglich zu Fuss gehen, mit dem Velo fahren oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen

  • unnötige Autofahrten vermeiden

  • im Stand den Motor abstellen

  • zum Rasenmähen ein Elektrogerät benutzen – oder einen Handrasenmäher

  • Fahrzeuge mit geringem Schadstoffausstoss verwenden


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