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Mit Silberbesteck und Tischdecke

Das Essen an Bord ist nicht gerade das, was einem vom Flug in Erinnerung bleibt. Weil es nicht ist, was es einmal war. Ein Rückblick.

Die guten, alten Zeiten: An Bord einer Pan-Am-Boeing in den 1950er-Jahren.
Die guten, alten Zeiten: An Bord einer Pan-Am-Boeing in den 1950er-Jahren.
Pan Am Historical Foundation
Mit dem Senator-Dienst in der ersten Klasse der Lufthansa sorgt ein Koch Steward für das leibliche Wohl der Fluggäste (1958).
Mit dem Senator-Dienst in der ersten Klasse der Lufthansa sorgt ein Koch Steward für das leibliche Wohl der Fluggäste (1958).
LH-Bildarchiv
... und eines Economy-Häppchens der Austrian Airlines.
... und eines Economy-Häppchens der Austrian Airlines.
BetacommandBot / Wikimedia
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Hohe Kerosinpreise und grosser Konkurrenzdruck setzen vielen Fluggesellschaften zu. Sie sparen an allen Ecken, etwa beim Essen. Doch das war nicht immer so, wie ein Rückblick auf das kulinarisch goldene Zeitalter der Luftfahrt zeigt.

11. Oktober 1919: Zum ersten Mal wird an Bord Essen ausgegeben. Für drei Schilling können Passagiere des Handley-Page-Flugs von London nach Paris eine Lunchbox kaufen.

1936: United Airlines installiert Küchen an Bord seiner Flugzeuge, um Passagieren warme Mahlzeiten anbieten zu können. Andere Airlines folgen.

1950er-Jahre: Im goldenen Zeitalter der Luftfahrt bieten die Airlines ihren Passagieren einiges: Luxuriöses Essen, Tischdecken, Silberbesteck. Das beweist auch ein Werbevideo von Pan Am.

2. März 1969: Die Concorde nimmt ihren Betrieb auf und wird schnell berühmt für ihre hochklassige Küche.

1970er-Jahre: Die Deregulierung der Luftfahrt sorgt für sinkende Ticketpreise. Passagiere wählen ihren Flug nach dem günstigsten Preis aus, gutes Essen und Service werden zweitrangig. 1971 startet Southwest Airlines das Prinzip der Billigfluggesellschaften.

Zugleich beginnen Airlines ihr Essen zu ändern: Es wird salziger, fettiger und stärker gewürzt. Damit ist das Essen ideal zum Wiederaufwärmen und für die veränderten Geschmackssinne in der Luft: Essen und Getränke werden bei niedrigem Druck so wahrgenommen, als wäre man verschnupft.

1985: Ryanair wird gegründet – und steht schnell in der Kritik wegen ihrer überhöhten Preise für Essen und Getränke. Derzeit kostet ein Schinken-Käse-Panino 5.50 Euro, ein Kaffee satte 3 Euro.

1987: American-Airlines-Chef Robert Crandell hat die Idee, in Salaten keine Oliven zu servieren. Eine Umfrage hat ergeben, dass 72 Prozent aller Passagiere ihre Oliven eh nicht essen. So spart AA geschätzte 500'000 Dollar im Jahr.

2001: Der Anschlag vom 11. September hat auch Auswirkungen auf das Essen an Bord. Viele Airlines geben nur noch Plastikbesteck aus. Einige finanziell angeschlagene Gesellschaften streichen warme Mahlzeiten – und geben nur noch Erdnüsse und Softdrinks aus.

10. August 2006: Mehrere mutmassliche Terroristen planen, Flugzeuge mit Flüssigsprengstoff in die Luft zu sprengen. Daraufhin werden Flüssigkeiten in Behältern über 100 ml an Bord verboten.

Januar 2009: Ein Passagier beschwert sich auf amüsante Art und Weise über das Essen an Bord eines Virgin Atlantic Flugs. Das Essen habe «mehr Senf enthalten, als ein Mann im Monat zu sich nehmen kann» und die Kartoffeln seien «bereits durch den Verdauungstrakt eines Vogels gewandert», heisst es in dem Schreiben an Virgin-Boss Richard Branson.

2011: Viele Airlines suchen sich prominente kulinarische Unterstützung: British Airways kooperiert mit Heston Blumenthal, Singapore Airlines mit Carlo Cracco und Air France mit Joel Robuchon.

April 2013: Bei der lettischen Billigfluggesellschaft Air Baltic können Passagiere ihr Essen vor dem Flug online selbst zusammenstellen.

Weitere spannende Themen aus der Welt der Passagiere, Airlines und Piloten finden Sie auf dem Aerotelegraph.com. Aerotelegraph ist ein unabhängiges Luftfahrt-Nachrichtenportal.

aerotelegraph.com/ab

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