Gut gewappnet für die Wintertage

Das ABC für die frostigen Tage: Tipps zum Schutz vor Kälte, Unfallgefahren und Ansteckung mit Infektionskrankheiten.

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Mit entsprechenden Tipps können unangenehme Folgen der Frost-Tage gemildert oder sogar vermieden werden. Die Nachrichtenagentur DAPD hat die Ratschläge von Experten in folgendem ABC zusammengefasst:

A wie Auto

Winterreifen sollten noch mindestens vier Millimeter Profiltiefe haben und nicht älter als sechs Jahre sein. Mit einer Bremsprobe bekommen Autofahrer ein Gefühl für die Verhältnisse der Fahrbahn. Bei längeren Fahrten sollte der Tank voll sein, weil unvorhersehbare Situationen eintreten können – beispielsweise, dass die Autobahn gesperrt ist oder man stundenlang im Stau steht. Türschloss-Enteiser gehören in die Manteltasche und nicht ins Handschuhfach. Auch das Feuerzeug hilft: Die kleine Flamme erwärmt den metallenen Bart des Autoschlüssels, der im Türschloss seine Tauwirkung entfalten kann. Wer das Schloss vorbeugend mit Graphit behandelt, macht den Einsatz von Türschloss-Enteisern meist überflüssig.

Autofahrer sollten das Kühlsystem des Motors kontrollieren. Bei zu wenig Frostschutzmittel kann das Kühlwasser einfrieren und der Motor trotz winterlicher Temperaturen überhitzen. Am einfachsten lässt sich der Frostschutz des Kühlwassers mit einem Messgerät an der Tankstelle testen. Auch bei Minusgraden sollten Autofahrer die Klimaanlage einschalten. Diese sorgt für trockene Luft, sodass beschlagene Scheiben schnell wieder durchsichtig werden. Alternative zur energiefressenden Standheizung ist die einfache Wärmflasche: Eine halbe Stunde vor der Fahrt auf das Armaturenbrett gelegt, taut sie das Eis auf der Windschutzscheibe auf oder zumindest an, sodass es leicht zu entfernen ist. Durch die Erwärmung der Scheibe kann sich die Atemluft nicht mehr als Eisfilm an der Innenseite festsetzen. Wenn man die Lüftungsdüsen auf die Windschutzscheibe richtet und die beiden Sonnenblenden herunterklappt, zirkuliert die Luft besser und sorgt so für freie Sicht.

B wie Batterie

Zu den kälteempfindlichsten Teilen des Fahrzeugs zählt die Batterie. Bei Frost stehen nur noch 25 Prozent der Leistung zur Verfügung. Beim morgendlichen Start sollten Autofahrer nicht gleich alle Stromverbraucher einschalten. Zuerst wird viel Energie für den Anlasser benötigt, damit der Motor sicher anspringt. Danach sollten Fahrlicht, Gebläse und Heckscheibenheizung zugeschaltet werden. Sitzheizung, Radio, Telefon und Navigationsgerät sollten dagegen im Kurzstreckenbetrieb möglichst selten genutzt werden.

C wie Cremen

Die Haut leidet draussen unter Kälte und drinnen unter trockener Heizungsluft. Sie trocknet aus. Dieses Problem wird noch verschlimmert durch zu heisses Waschen und Duschen sowie häufiges und langes Liegen in der Badewanne. Bei der Gesichtsreinigung sollte man auf Produkte mit Alkohol und auf Seife verzichten. Sie trocknen die Haut zusätzlich aus. Empfohlen werden Hautcremes und Körperlotionen mit einem höheren Fettanteil als gewohnt. Die Zeitschrift «Öko-Test» rät von Inhaltsstoffen, die aus Erdöl gewonnen werden wie zum Beispiel Paraffine, ab. Beim Abwaschen oder Hausputz sollte man Handschuhe tragen.

D wie Dauerstau

Autofahrer sollen für den Fall eines Dauerstaus Decken und warme Kleidung an Bord haben. Auch heisse Getränke in der Thermoskanne sind gute Wärmespender. Wer im Verkehr steckenbleibt und sogar auf der Autobahn übernachten muss, dem droht Unterkühlung. Sinkt die Körpertemperatur unter 34 Grad Celsius, wird es kritisch. Wer festsitzt, sollte im Auto bleiben und regelmässig Arme und Beine bewegen, um den Kreislauf in Gang zu halten.

E wie Ernährung

Wärme kann man essen und trinken: Deswegen macht der Winter auch regelmässig Appetit auf währschafte Kost wie Eintopf oder Gänsebraten. Auch Kräuter und Gewürze können von innen einheizen. Chili ist aber ebenso wie Alkohol und Glühwein mit Vorsicht zu geniessen. Die Blutgefässe werden erweitert, und der Körper gibt mehr Wärme ab, sodass man unmerklich auskühlt. Bei trockener Kälte und in beheizten Räumen verliert der Körper viel Wasser – ohne ausreichenden Nachschub wird er anfälliger. Der tägliche Flüssigkeitsbedarf wird allgemein mit 1,5 bis 2 Liter angegeben. Allgemein gilt als gesunde Ernährung, wenn man mehrmals am Tag Obst und Gemüse isst und auf Vielfalt und Ausgewogenheit achtet.

F wie Füsse

Beim Gehen auf eiskalten Trottoirs ohne dicke Sohlen und Socken werden früher oder später die Füsse kalt – bei Frauen eher als bei Männern. Die Körperheizung ist bei Frauen schwächer, wie ARD-Moderator Ranga Yogeshwar in «Wissen vor 8» erklärt hat. Gemessen am Gesamtgewicht besteht demnach ein Mann zu 40 Prozent aus Muskeln, und die sind ja zuständig für die Wärmeproduktion. Der Muskelanteil bei Frauen beträgt nur 23 Prozent, sie geben durch ihre grössere Körperoberfläche mehr Wärme als Männer ab. Bei Kälte sorgt die Körperheizung dafür, dass vorrangig die Organe und das Gehirn erwärmt werden. Arme und Beine werden weniger durchblutet. Yogeshwar: «Bis auf acht Grad kann die Temperatur in den Zehen der Frau absinken. Kalte Frauenfüsse sind eine Überlebensstrategie der Natur.» Schutz bieten dicke Socken und aufheizbare Gelkissen oder Wollfutter in Schuhen und Stiefeln.

G wie Gesundheit

Die Gefahr von Erfrierungen wird oft unterschätzt. Erste vorübergehende Schädigungen können bereits bei Temperaturen ab sechs Grad plus auftreten. Hautrötungen – sogenannte Erytheme – sind ein Indiz dafür. Bei schweren Erfrierungen wird die Haut unwiederbringlich geschädigt und ist nach dem Aufwärmen schwarz und lederartig. Entzünden sich die erfrorenen Stellen auch noch, droht im schlimmsten Fall eine Amputation.

Bei Erfrierungen sollte zunächst zu enge Kleidung gelockert und nasse Kleidung ausgezogen werden. Dann sollten die betroffenen Stellen entweder mit trockenen, warmen Händen oder mit warmem, aber nicht heissem Wasser erwärmt werden. Sind die Füsse erfroren, keinesfalls umhergehen, sondern die Füsse hochlagern und zudecken, und sofort ärztliche Hilfe herbeirufen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Vorerkrankungen wie Gefässverkalkung (Arteriosklerose), da deren Blutzirkulation ohnehin eingeschränkt ist, wie die Fachleute betonen.

Auch im Schnee spielende Kinder nehmen die Kälte häufig nicht wahr und sollten nicht zu lange bei tiefen Temperaturen draussen sein. Erwachsene mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten bei Kälte mit körperlichen Anstrengungen besonders vorsichtig sein. Nach Angaben von Ärzten haben Angina-Pectoris-Patienten schon bei Tätigkeiten wie Schneeschaufeln oder Autoanschieben ein massiv erhöhtes Anfallrisiko.

H wie Handy

Es wird empfohlen, Handys bei starker Kälte warm einzupacken, um zu verhindern, dass sie streiken.

I wie Infektionen

Bei Kälte verengen sich die Blutgefässe, und der Blutfluss wird verlangsamt. Die Schleimhäute der Atemwege und der Ohren sind schlechter durchblutet, was die Abwehr von Krankheitserregern schwächt. Deswegen sollte man genug trinken. Auch eine Anfeuchtung des Raumklimas kann helfen genauso wie meersalzhaltige Nasensprays oder Dampfinhalationen mit ätherischen Ölen. Die Abwehrkräfte können mit Wechselduschen oder Kneippkuren und Saunagängen angekurbelt werden. Ob Vitamine vor Infektionen schützen, ist umstritten. Achten sollte man aber auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D, das zum grössten Teil durch UV-Strahlen der Sonne in der Haut gebildet wird.

J wie Joggen

Bei Minusgraden sollten Läufer es langsam angehen lassen. Sport im Freien stärkt zwar die Abwehrkräfte, und das Tageslicht unterstützt einen funktionierenden Hormonhaushalt. Ein Training in der Kälte bedeutet gleichzeitig aber auch grossen Stress für den Körper, wie die Deutsche Lungenstiftung warnt. Denn zum einen benötige der Körper besonders viel Energie, zum anderen könne die kalte Luft der Lunge zu schaffen machen und heftigen Reizhusten auslösen. Es besteht das Risiko, dass die Atemwege wie bei einem Asthma überempfindlich werden. Da die Regulierung der Körpertemperatur bis zu 50 Prozent über die Stirn erfolge, sollten Läufer schon bei fünf Grad über Null ein Stirnband oder eine Mütze anziehen. Ein über Mund und Nase gewickelter Schal hilft, die Atemluft anzuwärmen. In jedem Fall sollte man durch die Nase atmen, um die Lunge zu schützen. Bei körperlicher Anstrengung in der Kälte geht über die Lungen auch mehr Flüssigkeit als sonst verloren.

K wie Kleidung

Im Winter sollte man sich nach dem Zwiebelprinzip anziehen, das heisst, mehrere Schichten übereinander tragen. Die Luftschichten zwischen den einzelnen Kleidungsstücken sorgen dafür, dass die Wärme besonders gut gespeichert wird. Über den Kopf geht ein grosser Teil der Körperwärme verloren, deswegen ist eine Mütze oder ein Hut ratsam. Jacke oder Mantel sollten zudem winddicht sein. Babys müssen besonders geschützt werden, weil sie schneller auskühlen und ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren können. Autofahrern können dicke Mäntel und Jacken, Mützen und klobige Schuhe gefährlich werden; die Sicht und Beweglichkeit wird eingeschränkt.

L wie Lippenpflege

Die Lippen können bei Kälte spannen oder sogar spröde und rissig werden, weil die dünne Haut keine Talgdrüsen hat. Ein Pflegestift legt eine dünne Fettschicht auf die Lippenhaut und verhindert das Austrocknen. Auf Dauer kann man sich aber zu sehr daran gewöhnen und empfindet die natürliche Trockenheit der Lippen sogar als unangenehm. So kommt es zur «Sucht» nach dem Pflegestift.

M wie Mieter

Mieter müssen unter Umständen ebenso wie Hauseigentümer dafür sorgen, dass die Gehwege vor dem Haus sicher zu benutzen sind. Die genauen Pflichten und Zeiten regelt jede Kommune für sich; die Ortssatzungen sind im Internet verfügbar. Wer seinen Pflichten nicht nachkommt, kann zu Schadenersatz herangezogen werden.

N wie Nässe

Bei einem Wechsel von Tauen und Frieren bei Temperaturen um null Grad herum kann sich ein Wasserfilm auf dem Eis bilden, der Verkehrsteilnehmern gefährlich werden kann.

O wie offen

Fenster sollten im Winter nicht für längere Zeit gekippt werden, sondern mehrmals am Tag für einige Minuten ganz geöffnet werden. Das spart Energie und schützt die Wände vor Feuchtigkeit.

P wie Pflanzen

Die meisten Pflanzen brauchen zum Überwintern einen Raum im Haus, der kühl ist, aber Tageslicht hat. Geeignet sind Hauskorridore, wenn sie nicht zu stark beheizt werden.

R wie Radfahren

Bei Eis und Schnee sollten Radfahrer am besten auf Reifen mit grobem Schneeprofil und für Fahrräder zulässigen Strassen-Spikes unterwegs sein. Die Fahrradkette muss öfter und gut geschmiert werden. Wird es unerwartet rutschig, sollte man das Fahrrad rollen lassen und erst dann äusserst vorsichtig bremsen. Wer den Sattel etwas niedriger als gewöhnlich einstellt, bekommt bei Bedarf schnell mit beiden Füssen Bodenkontakt. Kindersitze sollten aufgrund der erhöhten Unfallgefahr bei Glätte tabu sein.

S wie Schuhe

Weisse Streifen im Schuhleder können einfach mit Milch beseitigt werden. Auch das Abreiben mit einer durchgeschnittenen rohen Zwiebel soll helfen.

T wie Tiere

Der Deutsche Tierschutzbund rät davon ab, Hunden «Winterbekleidung» zu verpassen. Diese sei bei gesunden Tieren unnötig und nicht artgerecht. Beim Gassigehen ist in diesen Tagen ein zügiges Tempo ratsam, damit der Hund stets in Bewegung ist. Ausserdem sollte er den Schnee nicht fressen, da viele fremde, schädliche Stoffe darin enthalten sind, die dem Tier schaden können. Sind die Pfoten mit Streusalz in Kontakt gekommen, empfiehlt es sich, sie nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser abzuwaschen. Die Fütterung der Vögel ist für viele im Winter selbstverständlich geworden.

U wie unterwegs

Schneeketten sind häufig die einzige Möglichkeit, einigermassen vom Fleck zu kommen. Das Aufziehen sollte man daheim «trocken» geübt haben, wie der ADAC rät. Im Ernstfall gilt: Schneeketten nicht erst aufziehen, wenn man am Berg stecken geblieben ist. Sind die Fahrhilfen aufgezogen, sollte man nach gut 100 Metern ihren Sitz noch einmal überprüfen und die Ketten unter Umständen noch einmal nachziehen.

V wie Versicherungen

Vom Schnee verursachte Schäden am Haus sind durch eine Elementarschadenversicherung abgedeckt. Die Gebäudeversicherung umfasst Schäden durch Sturm, Hagel und Feuer. Autofahrern drohen Regressforderungen der Versicherungen, wenn sie andere Verkehrsteilnehmer schuldhaft zum Beispiel durch herunterwehenden Schnee behindern und es dadurch zum Unfall kommt.

Z wie Zwiebelprinzip

-> siehe K wie Kleidung (Inge Treichel/dapd)

Erstellt: 12.12.2010, 10:19 Uhr

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