Hund verloren, Katze gefunden? Handeln Sie rasch!

Entläuft eine Katze ihrem Heim, kann der Finder sie behalten, wenn der Halter das Tier innert zwei Monaten nicht gefunden hat. Meldestellen für Findeltiere helfen.

Davongelaufen: Immer wieder landen weggelaufene Katzen im Heim.

Davongelaufen: Immer wieder landen weggelaufene Katzen im Heim. Bild: Keystone

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Für viele Tiere, vor allem Hunde und Katzen, ist der 1. August ein Schreckenstag. Immer wieder kommt es vor, dass ein Hund in Panik wegrennt, weil bereits tagsüber eine Rakete kracht. Passiert ein solcher Vorfall am Ferienort, ist das Risiko noch grösser, dass der Hund den Heimweg nicht mehr findet oder bei fremden Leuten Schutz sucht. Erschreckte Katzen tendieren eher dazu, sich zu verstecken, und finden manchmal nicht mehr aus ihrem Versteck heraus.

Haustiere, die sich verirrt haben, einem Fremden zulaufen oder offensichtlich von ihrem Eigentümer verlassen worden sind, muss der Finder umgehend der zuständigen kantonalen Meldestelle anzeigen, wenn er den Eigentümer nicht selber benachrichtigen kann.

Keine Meldung - das ist strafbar

Wer keine Meldung erstattet, macht sich strafbar. Der Finder darf das gefundene Tier nur dann behalten, wenn sich der Eigentümer innert der gesetzlichen Frist von zwei Monaten nach Anzeige des Fundes nicht meldet und auch nicht identifiziert werden kann. Lässt sich das Tier nicht zurückführen, wird es neu platziert: Beim Finder, sofern er das wünscht, oder über ein Tierheim bei Dritten.

Schneller Informationsfluss wichtig

Die seit wenigen Jahren geltende kurze Frist von zwei Monaten für den Übergang des Eigentums an einem Heimtier an dessen Finder oder an ein Tierheim ist schnell vorbei. Rasche Hilfe bieten die seit1. April 2005 in allen Kantonen obligatorischen Meldestellen für Findeltiere. Hier laufen die Informationen zusammen, werden Meldungen über gefundene und verlorene Tiere abgeglichen und zusammengeführt. 1295 Fund-Meldungen trafen im letzten Jahr bei der kantonalzürcherischen Meldestelle Zuerich@gefundene-tiere.ch ein, und nahezu gleich viele Fälle konnten abgeschlossen werden.

Wenig Katzen kommen zurück

Von den 111 im letzten Jahr im Kanton Zürich aufgegriffenen Hunden fanden 74 wieder zu ihren Eigentümern zurück, und 28 wurden umplatziert. Bei den Katzen verhielt es sich proportional umgekehrt: Von 938 Tieren konnten nur 265 ihren Eigentümern zurückgebracht werden, während 609 umplatziert werden mussten. Bei Katzen ist es viel schwieriger, ihre Herkunft zu lokalisieren, weil sie im Gegensatz zu Hunden meist keinen Chip tragen und ihre Fellfarben oft ähnlich sind.

Eine schweizweit zuständige Meldestelle für Findeltiere gibt es leider noch nicht, weil die Regelung den einzelnen Kantonen überlassen wurde. In wenigen Kantonen ist weiterhin die Polizei für Suche und Vermittlung zuständig, doch die meisten Kantone haben die Aufgabe an spezialisierte Stellen delegiert. Diese speisen die Daten verschiedenen, sich konkurrenzierenden Meldesystemen ein. Deshalb ist es wichtig, das verlorene oder gefundene Tier auf allen einschlägigen Webseiten zu suchen.

Tiere besser geschützt

Seit 2003 sind Tiere gesetzlich keine Sache mehr und entsprechend besser geschützt. Das Tierschutzgesetz verpflichtet die Halterin oder den Betreuer eines Tieres klar, dieses angemessen zu füttern, zu pflegen, für die notwendige Beschäftigung und artgerechte Bewegungsfreiheit zu sorgen und ihm Unterkunft zu geben. Das Tier selber und sein Aufenthaltsort müssen reingehalten werden. Dazu gehören Körperpflege, Behandlung bei Krankheit und angemessener Schutz vor der Witterung.

Folgende Punkte sind wichtig im Umgang mit Findeltieren:

Wer ein Tier findet, ist verpflichtet, den Fund der vom Kanton zu diesem Zweck geschaffenen offiziellen Stelle zu melden. Es besteht keine Verpflichtung, das Tier in ein Tierheim zu bringen: Wer es bei sich zu Hause artgerecht pflegen und betreuen kann, darf es vorläufig bei sich behalten.

Wird das Tier innerhalb von zwei Monaten ab Meldung nicht von seinem früheren Eigentümer gefunden und beansprucht, so geht das Eigentum am Tier an den Finder über, falls dieser das Tier behalten möchte. Die Frist läuft ab Datum der Meldung bei der offiziellen kantonalen Stelle, nicht ab Anzeige bei der Polizei.

Kommt ein verloren gemeldetes Tier wieder zum Vorschein, ist die Meldestelle umgehend zu informieren, damit der Suchauftrag gelöscht wird. Das geht vor Freude über das Wiedersehen oft vergessen.

Wer ein Tier verletzt, zum Beispiel mit dem Auto anfährt, ist gesetzlich verpflichtet, den Vorfall umgehend der Polizei zu melden. Zudem hat er oder sie bei Heim- und Nutztieren die vernünftigerweise anfallenden Heilungskosten zu tragen, auch wenn diese den Kaufpreis des Tieres weit übersteigen. Wird das Tier beim Unfall schwer verletzt oder gar getötet, hat der Eigentümer auch Anspruch auf ein Schmerzensgeld, den sogenannten Affektionswert.

Wer ein Tier misshandelt, stark vernachlässigt oder es unnötig überanstrengt, macht sich der Tierquälerei schuldig. Auch das Aussetzen oder Zurücklassen eines Tieres erfüllt diesen Straftatbestand. Tierquälerei wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe (bis zu 1,08 Millionen Franken) oder mit Busse bis zu 10 000 Franken bestraft. Handelt der Täter fahrlässig, so kann er mit einer Busse von bis zu 20 000 Franken bestraft werden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.08.2008, 20:59 Uhr

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