Die längste Abfahrt und der längste Schlittelweg

Alpen oder Voralpen? Graubünden, Wallis oder Berner Oberland? Fünf Vorschläge, fünf Lieblingsorte.

Am besten eine Woche Ferien: Berner Oberländer Idylle mit Kirche vor dem Wetterhorn.

Am besten eine Woche Ferien: Berner Oberländer Idylle mit Kirche vor dem Wetterhorn. Bild: Grindelwald Tourismus

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Das Lauberhorn ist der berühmteste Skiberg der Schweiz. Am 14. Januar 2012 werden die Abfahrer wieder mit bis zu 150 km/h über die mit 4,5 km längste Abfahrtspiste der Welt rasen. Mehr als 30 000 Zuschauer werden sie bewundern. Wer sich einen guten Platz erobern will, muss früh aufstehen. Das Ziel befindet sich in Wengen, aber das Startgelände und die Wengernalp erreicht man von Grindelwald aus ebenso gut.

Wer das Lauberhorn-Feeling intensiv geniessen will, macht am besten eine Woche Ferien. Im Januar sind die Pisten noch nicht überfüllt, und es bietet sich Gelegenheit, die Rennfahrer beim Training zu beobachten. Wer Glück hat, sitzt plötzlich neben Carlo Janka, Didier Cuche oder Bode Miller auf dem Liftsessel.

Die Tücken des Hundschopfs

Die Rennfahrer bewältigen die Strecke in zweieinhalb Minuten – der Feriengast kann es gemütlicher nehmen: Parallel zur Rennpiste kann er je nach Können den Hang hinabrutschen, -schwingen oder -carven und an den interessanten Stellen eine Pause einschalten. Auch die Schlüsselstelle, der Hundschopf, ist während des Trainings nicht übervölkert. Er hat allerdings seine Tücken: Bleibt man oberhalb des Felsens, sieht man die Rennfahrer zwar von oben heranbrausen, verpasst aber den Sprung. Positioniert man sich unterhalb, lässt sich zwar der imposante Sprung bewundern, aber man erblickt die Abfahrer nur für kurze Zeit.

In den Tagen nach dem Rennen ist die Lauberhornpiste für gewöhnliche Skifahrer offen. Mit ein paar Schwüngen ist der Hundschopf problemlos zu bewältigen. Heikler ist der Haneggschuss: Wer seine Kanten nicht frisch geschliffen hat, umfährt den vereisten Hang besser. Im Frühjahr gibt es geführte Besichtigungen der Strecke.

Auf der Kleinen Scheidegg steht das zum historischen Hotel des Jahres 2011 gekürte Bellevue des Alpes. Die Mauern stammen von 1840, das Mobiliar aus den 1920er-Jahren. Die ersten Bezwinger der Eigernordwand übernachteten hier. Das Doppelzimmer kostet 380 bis 540 Franken. Wem das zu teuer ist, der kann am Ende des Skitags auf der Terrasse bei einer Tasse Schokolade, Tee oder Kaffee die letzten Sonnenstrahlen geniessen und dann die Abfahrt nach Grindelwald in Angriff nehmen.

Der längste Schlittelweg der Welt

Die Jungfraubahnen, welchen mit Ausnahme der Männlichenbahn auch sämtliche Lifte und Bahnen gehören, haben in den vergangenen Jahren nicht nur in die Transportanlagen, sondern auch in die Beschneiung investiert. Im vergangenen Winter wurde erstmals die ganze Abfahrt bis Grindelwald-Grund künstlich beschneit. Insgesamt werden in der Region Kleine Scheidegg-Männlichen 110 km Pisten präpariert.

Auf der Kleinen Scheidegg, die den Übergang zwischen Grindelwald und Wengen bildet, startet die Zahnradbahn auf das 3454 Meter über Meer gelegene Jungfraujoch; mit dem Skiabonnement gibt es Ermässigung. Die Jungfraubahnen feiern 2012 mit vielen Sonderaktionen ihr 100-jähriges Bestehen.

Auf der rechten Talseite, dem Firstgebiet, locken nicht nur 50 km Pisten, sondern auch ein Snowboardpark und eine Halfpipe auf Schreckfeld. Der Schlittelweg vom Faulhorn nach Grindelwald gilt mit 15 km als längster der Welt. Das Erlebnis muss aber verdient sein: Nach der Fahrt mit der Firstbahn folgt ein zweieinhalbstündiger Marsch auf das Faulhorn. Wer es weniger anstrengend will, fährt mit dem Bus auf die Bussalp und geniesst die 8 km lange Schlittelfahrt von dort.

Winterwandern neben Gämsen

Auch Langläufer kommen in Grindelwald auf ihre Rechnung. Im Grund werden 15 km Loipen für Skating und klassisch gespurt. Der Schnee bleibt im schattigen Talgrund lange liegen, aber ein eigentliches Langlaufparadies ist Grindelwald nicht. Für Winterwanderer werden auf der Kleinen Scheidegg 30 km Wege gepfadet, im Gebiet First-Bussalp sogar 80 km. Wer Glück hat, kann auf der Wanderung Gämsen beobachten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.12.2011, 07:38 Uhr

Grindelwald

160 km Pisten im Berner Oberland.

Anreise: Zug über Spiez und Interlaken.

Übernachten: Alles von der Low-BudgetUnterkunft Mountain Hostel bis zum Fünfsternhotel Regina.

Kulinarisches: Chäsbrätel im Pistenrestaurant auf Schreckfeld im Firstgebiet. Rösti im Bahnhofrestaurant auf der Kleinen Scheidegg. Fondue im Hotel Bellevue, besser bekannt als Steuri-Pinte.
www.grindelwald.net

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