Hintergrund

Viele Passagiere lassen ihr Handy an

Die Gefahr von Smartphones für die Flugzeugelektronik wird untersucht, das Handyverbot an Bord vorläufig durchgesetzt. Trotzdem: Ausschalten ist nicht jedermanns Sache.

Im Flughafengebäude erlaubt: Ein Passagier fotografiert mit seinem Smartphone auf dem Londoner Flughafen Heathrow. (Archivbild)

Im Flughafengebäude erlaubt: Ein Passagier fotografiert mit seinem Smartphone auf dem Londoner Flughafen Heathrow. (Archivbild) Bild: Luke MacGregor/Reuters

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Ganz ehrlich: Haben Sie Ihr Handy schon einmal angelassen, während der Flieger gerade abhob? Oder haben Sie den Film auf dem Laptop noch schnell weitergeschaut, obwohl der Landeanflug schon eingeleitet worden war? Und wissen Sie überhaupt genau, wann man elektronische Geräte an Bord nutzen darf und wann nicht?

Falls Sie sich nun ertappt fühlen – keine Sorge. Einer ganzen Reihe von Passagieren geht es genauso wie Ihnen, wie eine neue Studie der amerikanischen Branchenorganisationen Airline Passenger Experience Association und Consumer Electronics Association ergab.

Jeder Fünfte nutzt den Flugmodus

Ein Drittel aller Passagiere liess schon einmal aus Versehen ein elektronisches Gerät während Start oder Landung an, heisst es in dem Bericht. Und auch wenn es ums Ausschalten geht, nehmen viele es nicht ganz so genau. 21 Prozent antworteten auf die Frage, ob sie das Handy ganz ausschalteten, dass sie lediglich in den Flugmodus wechselten – auch wenn die Ansage der Flugbegleiter anderes verlangt.

99 Prozent aller Passagiere nehmen irgendeine Form elektronischer Geräte mit an Bord. Am meisten genutzt werden Smartphones mit rund 28 Prozent, dann folgen Laptops mit 25 Prozent, dann Tablets und MP3-Player mit je 23 Prozent und schliesslich E-Reader mit 13 Prozent.

Gefahr nicht ganz ausgeschlossen

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Passagiere haben oft auch gar keine Ahnung, wann genau sie ihre Geräte eigentlich nutzen können. 40 Prozent der Befragten gingen fälschlicherweise davon aus, dass dies beim Rollen am Boden erlaubt sei. Mehr als 30 Prozent schalten die Geräte schon vor Erreichen der nötigen Höhe von 10'000 Fuss wieder ein, 26 Prozent lassen sie bei der Landung an.

Schon länger wird in der Branche rege über Sinn und Unsinn des Handyverbots diskutiert. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA untersucht die Auswirkungen von Telefonen und anderen elektronischen Geräten auf die Flugzeugelektronik seit einiger Zeit. Konkrete Ergebnisse gibt es noch nicht. Doch genau deshalb dürfte es wohl auch noch einige Zeit dauern, bis das Verbot komplett aufgehoben wird.

Weitere Themen aus der Welt der Airlines finden Sie auf Aerotelegraph.com. Aerotelegraph ist eine Medienagentur unabhängiger Aviatikjournalisten in Zürich. (lf/aerotelegraph.com)

Erstellt: 01.06.2013, 16:58 Uhr

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