Alberto Fernandez und die massgeschneiderten Bikes

Beim Berner Start-up-Unternehmen Designyourbike können Velofans nun ihr persönliches Fahrrad zusammenstellen.

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Rote Pneus, Holzlenker, Ledersattel, japanische Klingel, goldene Velokette oder im YB-Stil: So individuell können sich nun Berner ihr Zweirad bei Designyourbike zusammenstellen. Hinter dem Online-Shop steckt Alberto Fernandez. Die Idee kam ihm in Amsterdam. «Bern ist ja auch eine Velostadt, aber die Räder hier sind bieder, 0815 und funktional», erklärt der 29-Jährige. Im Vergleich zu den individuellen, speziellen Rädern, die in der holländischen Hauptstadt umherkurven.

Die Idee zu seinem Start-up-Unternehmen war geboren: Jedem Berner seinen Drahtesel. Fernandez hängte seinen Job im Marketing an den Nagel, designte einen Rahmen und liess diesen in China produzieren. Ausserdem bestellte er einen Schiffcontainer voller Teile. «Als die Lieferung kam, war meine Werkstatt voll», erinnert er sich. Um an die passenden Teile heranzukommen, habe er über andere klettern müssen, lacht der Berner mit spanischen Wurzeln.

Bestellung Nummer 30

Nun hängen farbige Räder von der Decke und alles ist fein säuberlich in Regale verstaut. Im Raum stehen sechs Fahrräder, an denen hier noch ein Kabel oder dort noch die Griffe fehlen. Im April baute er das erste bestellte Rad zusammen, seit zwei Wochen ist sein Onlineshop komplett und gerade baut er das Rad Nummer 30 zusammen. «Ich brauche mindestens vier Stunden für das Zusammenbauen», erklärt Fernandez. Anders als bei Fahrrädern «made in China» leiste er Präzisionsarbeit: Jede Schraube werde gefettet, Bremsen eingestellt und Kette passend gespannt.

Das Bike stellt man in einem Konfigurator im Onlineshop zusammen, wo praktisch alles nach Kundenwunsch ausgetauscht und kombiniert werden kann. Die puristischste Variante kostet 650 Franken und darauf kommt Zubehör, soweit wie es das Budget zulässt. Die Bestellung landet dann bei Fernandez, der die Räder in seiner Werkstatt an der Wankdorffeldstrasse zusammenbaut.

Bald ein Damenrahmen

Eine Komponente ist allerdings fix: Seine Bikes sind Eingänger, so genannte Single-Speed. «Natürlich wird da der Aargauerstalden schwierig, aber der hat es ja auch sonst in sich», gibt Fernandez zu. Er wolle leichte, reduzierte Stadtvelos bieten, nicht ein Tourenvelo. Auch handelt es sich nicht um ein Fixiebike, bei dem man mit Rücktritt bremst. «Mein Fahrrad ist mehr als ein Hipster-Bike», sagt er.

Noch reicht das Bestellvolumen des Fahrradshops nicht für den Lebensunterhalt, er verdient seine Brötchen als Berufsschul- und Fachhochschullehrer. Viel Zeit verbringe er auch mit dem Suchen nach weiteren Accessoires und speziellen Helmen. Noch gibt es seinen Rahmen in zwei Grössen und als Männeredition. «Wegen der vielen Anfragen für die Damenversion wird es auch diese bald geben», verrät er. Bis es soweit ist, dürfte er aber noch einige Tausend Schrauben angezogen haben.

Erstellt: 18.08.2014, 07:38 Uhr

Ein Fahrrad baut Alberto Fernandez in vier bis sechs Stunden zusammen, hier im Zeitraffer gezeigt. Quelle: Claudia Salzmann

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