«Wir haben Uhren, die mehrere Millionen Franken kosten»

Uhren von Modelabels und Neuauflagen von Klassikern bleiben Trend. Der Sprecher der Messe Baselworld, Bernard Keller, gibt Auskunft.

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Welche Trends stellen Sie an der diesjährigen Messe fest?
Einer der wichtigsten Trends, der sich auch dieses Jahr fortsetzt, ist, dass immer mehr traditionelle Schmuckmarken wie Damiani oder David Yurman oder Fashionbrands wie Hermès auch Uhren auf den Markt bringen. Und auch umgekehrt gibt es vermehrt Uhrenmarken die Schmuck produzieren. Die Uhren- und die Schmuckindustrie verschmelzen immer mehr.

Warum bleibt die traditionelle Armbanduhr so erfolgreich?
Die Armbanduhr ist für den Mann meist das einzige Schmuckstück, das er tragen kann. Der klassische Männerschmuck hat in den vergangenen Jahrzehnten an Bedeutung verloren. Die Armbanduhr gewinnt trotz der omnipräsenten digitalen Zeitanzeigen heutzutage eher wieder an Wert. So hält beispielsweise der vor zwei, drei Jahren begonnene Vintage-Trend an, Uhren aus den Zwanziger- oder Fünfzigerjahren neu aufzulegen.

Warum lohnt es sich, als Laie die Baselworld zu besuchen?
Die Fachmesse richtet sich eigentlich nur an Händler. Trotzdem ist es enorm eindrücklich, was es alles zu sehen gibt.

Was erhoffen Sie sich von der diesjährigen Baselworld?
Die Erwartungen sind sehr hoch. Die Zahlen der Schweizer Uhrenexporte für die ersten zwei Monate des Jahres 2011 sind sehr erfreulich. Jetzt reden wir nicht von «Der Aufschwung hat begonnen» wie vergangenes Jahr. Dieses Jahr soll ein Superresultat erzielt werden.

Welche Kunden sollen dafür sorgen?
Wir haben Kunden aus der ganzen Welt. Selbstverständlich ist der chinesische Markt sehr wichtig für viele unserer Aussteller. Weiter erwarten wir aus Indien und Russland sehr grosse Bestellvolumen.

Welche ist die günstigste und welche die teuerste Uhr, die dieses Jahr angeboten wird?
Das wissen wir nicht. Die Baselworld zählt 1900 Aussteller, Zehntausende von Uhren werden gezeigt. Die Aussteller müssen gegenüber der Messeleitung nicht kommunizieren, welche ihre teuerste Uhr ist. Wir haben die ganze Bandbreite. Uhren für neun Franken, aber auch solche, die mehrere Millionen Franken kosten.

Erstellt: 25.03.2011, 12:55 Uhr

Bernard Keller ist Mediensprecher der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld.

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