Mit Frau Trump käme neuer Glamour ins Weisse Haus

Die Frau des Milliardärs taugt in Sachen Mode durchaus zur First Lady.

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Vergangene Woche zauberte Präsidentsschaftskandidat Donald Trump seinen Trumpf aus dem Ärmel: Ehefrau Melania. Die 45-Jährige war während des Wahlkampfs ihres Mannes stets im Hintergrund geblieben. Sie passe auf den gemeinsamen neunjährigen Sohn Barron auf, hiess es, aber offensichtlich wartete man die entscheidenden Wahlkampftage ab, um die unentschlossenen Wähler in letzter Sekunde zu verführen.

Die Kunst des Mantelwurfs

Melania Trump trat dazu in einem republikanerroten Ensemble neben das Rednerpult. Ihr Blick war stählern, genau so, wie das die Miss-Universe-Kandidatinnen unter den Fittichen ihres Gatten gelernt hatten. Das Ex-Model schwang ein-, zweimal gekonnt ihr Hollywoodhaar zurück. Den knielangen Mantel hatte sie sich über die Schultern gelegt.

«Power Throw» taufte man vor ein paar Jahren das Überwurfphänomen, das Modefrauen wie die «Vogue»-Chefin Anna Wintour prägten. Das Signal: Wozu braucht Frau profane Ärmel? Praktikabilität ist doch wahnsinnig unluxuriös. Und: Wer wie Melania Trump einen teuren Mantel nur als Nebendarsteller behandelt, hats zu was gebracht, ist darob aber wahnsinnig entspannt. Trumps Ärmel sind arbeitsam aus dem Weg geschafft, und der Mantel umhüllt sie wie ein royales Cape. Make America Great Again! Trumps Feuermantel ist ein geschickter Multitasker. Und ein wahlkämpferisches Kalkül, das wohl nicht nur von Modewoche-Besucherinnen, sondern auch von gemeinen Mexikanerhassern verstanden wird.

Würde Melania Trump First Lady werden, soll modemässig selbstverständlich Grosses vollbracht werden. Sie fühle sich einem alten Glamour verbunden, sagte die im sozialistischen Jugoslawien geborene Trump gegenüber der «New York Times», «wie Betty Ford oder Jackie Kennedy». Auch die «Washington Post» schrieb kürzlich: «Sie wäre mit Sicherheit die glamouröseste First Lady seit ­Jackie Kennedy.»

Das ist hoch gegriffen. Immerhin setzte Letztere als First Lady mit Hinterkopfhütchen und zauberhaften Capri-Looks Trends. Tatsächlich aber wäre Trump wieder traditioneller als etwa die modebegeisterte Michelle Obama, die lässig-schicke und gern gemusterte Kreationen von Jason Wu, Phillip Lim oder Stella McCartney trägt – und auch in Converse-Turnschuhen vor die Fotografen tritt.

Inspiriert von der Seriengattin

So unbeschwert wäre Melania Trump, studierte Architektin und ehemaliges Glamourmodel, als First Lady bestimmt nicht. An ihrer Hochzeit trug die Braut ein eigens für sie entworfenes Kleid von Dior im Wert von 200'000 Dollar. Sie liebt Klassisches von Chanel, Dolce & Gabbana und Valentino, Schuhe von Manolo Blahnik und Christian Louboutin. Und sie bricht oft das ultimative politische Tabu: Melania Trump zeigt ihr Décolleté. Damit wäre sie die erste sexy First Lady.

Sie muss sich vorbereitet haben, während sich ihr Mann auf Wahlkampftour das porige Gesicht rot schrie. Hat Melania Trump etwa heimlich «House of Cards» geschaut? Die TV-Präsidentengattin Claire Underwood ist wie Trump eine Meisterin des eiskalten Glamours.

Erstellt: 07.02.2016, 17:28 Uhr

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