Sind hautfarbene Strümpfe okay?

Die Antwort auf eine Stilfrage zu Stützstrümpfen.

Eine Leserin will wissen: Sind hautfarbene Strumpfhosen in jedem Fall ein No-go? Foto: Tamedia

Eine Leserin will wissen: Sind hautfarbene Strumpfhosen in jedem Fall ein No-go? Foto: Tamedia

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ich meine mich zu erinnern, dass Sie vor geraumer Zeit einmal gegen hautfarbene Strümpfe gewettert haben. Bleiben Sie dabei, dass die ein No-go sind? Dann habe ich nämlich ein echtes Stilproblem: Seit einem guten Jahr muss ich Strümpfe «mit Stützwirkung» tragen (zum Glück nicht die blickdichten!). Mit Hosen ist das überhaupt kein Problem, aber wenn die lauen Lüfte wehen, trage ich auch gern einen meiner schönen Röcke. Natürlich gibt es die Spezialstrümpfe auch in Schwarz, aber eben: Im Sommer finde ich das nicht immer schön. In Braun und Dunkelblau sind sie nicht zu haben, und Hellbraun finde ich gruusig. Was raten Sie mir? M.-T. W.

Liebe Frau W., Sie haben ein hervorragendes Gedächtnis! Und können sich an eine Stilfrage zum Sujet der hautfarbenen Strümpfe erinnern! Was für ein Kompliment an unsere kleine Rubrik!

Das mit dem Wettern ist mir nicht ganz recht, das klingt ja auch ein wenig rabiat, aber von der Hand zu weisen ist es nicht: Ich bin gegen hautfarbene Strümpfe. Weil die den Hautton nie treffen oder seltsam glänzen und überhaupt immer irgendwie sehr ungut prothesenartig wirken. Sie können zwar, zugegebenermassen, bei Unperfektheiten der unteren Extremitäten wie ein sanfter Filter wirken, das lasse ich gelten.

Ansonsten sind sie völlig überflüssig. Wenn es das Wetter zulässt, ein Kleid zu tragen, das ohne Strümpfe am besten zur Geltung kommt, dann kann man sie gleich weglassen. Wenn es für nackte Beine zu kalt ist, ist das Kleid verkehrt, sprich, dann wählt man eines, zu dem transparente schwarze Strümpfe passen, die gelten nämlich gerade wieder als der Gipfel des Chic - im Unterschied zu den blickdichten (ja, die Mode ist ein launisches Wesen, das will ich gar nicht abstreiten). Und überhaupt tragen ja nur noch die Royals hautfarbene Strümpfe, wobei selbst da was im Tun ist, denn Meghan Markle, die Künftige von Prinz Harry, absolvierte ihre bisherigen Auftritte unbestrumpft, und es hat sich kein Mensch daran gestört.

Jetzt ist die Situation natürlich eine ganz andere, wenn man - medizinisch verordnet - Stützstrümpfe tragen muss. Mit denen ist man in einem blöden Rank; in der krassen Version sind sie ohne Gummihandschuhe kaum ans Bein zu bringen, im Sommer heizen sie einem ein, und optisch machen sie auch nichts her.

Aber da muss man sich dreinschicken, liebe Frau W., da darf man nicht hadern oder sich grämen, sondern da muss man sozusagen zum Gegenangriff übergehen und erst recht vergnügt Röcke tragen. Wäre ja noch schöner, wenn Sie sich von so einem Paar hautfarbenen Stützstrümpfen garderobemässig in die Knie zwingen lassen würden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.04.2018, 14:13 Uhr

Artikel zum Thema

Die sprechenden Socken

Justin Trudeau, kanadischer Premierminister, hat es sich zur Angewohnheit gemacht, über seine Strümpfe politische Botschaften auszusenden. Mehr...

Sechseläuten-Blumen für die Damen?

Leser fragen Die Antwort auf eine Stilfrage betreffend Tradition und Emanzipation. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Land ahoi! Die Superjacht «Sunseeker 74 P» wird auf einem Tieflader über eine Strasse transportiert. Ziel ist eine Wassersportmesse in Düsseldorf, Deutschland. (18. Dezember 2018)
(Bild: Sascha Steinbach) Mehr...