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So tricksen First Ladies bei der Mode

Die Gattin des US-Präsidenten muss sich repräsentativ und elegant kleiden, ohne dem Steuerzahler zur Last zu fallen? Gar nicht so einfach, wie Beispiele zeigen.

Die Mischung aus Alltags- und Designerkleidung macht sie zur Stilikone: First Lady Michelle Obama an einer Wahlkampfveranstaltung in Ohio (3. November 2012).
Die Mischung aus Alltags- und Designerkleidung macht sie zur Stilikone: First Lady Michelle Obama an einer Wahlkampfveranstaltung in Ohio (3. November 2012).
Al Behrman, Keystone
Die Tücken der Garderobenwahl: Laura Bush wechselte ihr Abendkleid zwischen zwei Veranstaltungen am 3. Dezember 2006.
Die Tücken der Garderobenwahl: Laura Bush wechselte ihr Abendkleid zwischen zwei Veranstaltungen am 3. Dezember 2006.
White House, Keystone
Fiel in die Schuldenfalle: Mary Todd Lincoln mit Gatte Abraham und ihren zwei Söhnen auf einem undatierten Gemälde von Schapel.
Fiel in die Schuldenfalle: Mary Todd Lincoln mit Gatte Abraham und ihren zwei Söhnen auf einem undatierten Gemälde von Schapel.
AP, Keystone
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Sie müssen ihr Land vertreten und dabei gut gekleidet sein. Zugleich darf ihr Outfit nicht das Budget sprengen. Die Ehefrauen der früheren US-Präsidenten kannten zahlreiche Tricks, um dieses Problem möglichst elegant zu lösen.

LAURA BUSH kaufte oft Kleider von der Stange. Mit einem Kleid von Oscar de la Renta passierte ihr das, was für Frauen eine Horrorvorstellung ist: Eine andere trägt das gleiche Modell. Bei Laura Bush war es nicht nur eine, es waren sogar zwei Frauen, die 2006 in dem gleichen roten Spitzenkleid auf einem Empfang erschienen. Die drei machten das Beste daraus, liessen sich sogar zu dritt fotografieren. Dann aber rannte Laura Bush, wie sie in ihren Memoiren schreibt, in ihre Privaträume und holte aus den Tiefen ihres Schrankes Wechselkleidung.

NANCY REAGAN war bekannt dafür, dass sie sich teure Designermodelle auslieh - und nicht immer zurückgab. Schliesslich versprach sie, dies nicht mehr zu tun, nur um kurz darauf ihr Versprechen zu brechen. Später erklärte sie: «Ich habe nur versucht, einer Branche zu helfen, der ich aus meiner Position heraus helfen konnte. Ich weiss nicht, was daran falsch gewesen ist.»

BETTY FORD war als sparsam bekannt. Sie tauschte Kleider mit ihrer Tochter und trug ihre Garderobe in der Öffentlichkeit mehrfach. Irgendwann las sie von dem Designer Albert Capraro, der günstige Modelle entwarf. Seine Kollektion schaute sie sich an und kaufte das eine oder andere, ausserdem liess sie sich von Capraro Abendkleider nähen aus Stoffen, die ihr Mann, US-Präsident Gerald Ford, aus Japan mitgebracht hatte.

LADY BIRD JOHNSON zog, wie es heute auch Michelle Obama tut, ihre Kleider mehrfach an. In der Seidenrobe, die sie 1965 bei der Amtseinführung ihres Mannes trug, zeigte sie sich in den folgenden zwei Jahren drei weitere Male.

JACQUELINE KENNEDY war zu ihrer Zeit ebenso eine Stilikone wie heute Michelle Obama. Sie bevorzugte teure französische Mode, was ihr rasch Kritik einbrachte. Schliesslich sprang ihr Schwiegervater als Geldgeber ein. Seine Bedingung: Sie solle künftig Modelle von Oleg Cassini tragen, einem Freund der Familie. «Jacqueline Kennedy willigte ein», schrieb die Autorin Amanda Mackenzie Stuart. In der New Yorker Modeszene sei dies mit Erstaunen wahrgenommen worden, denn Cassini habe dort keinen besonders guten Ruf genossen.

EDITH ROOSEVELT kannte dieses Problem nicht. Ungeniert trug sie zu vielerlei Anlässen die gleiche Kleidung. In den Pressemitteilungen aber wurde ihr Outfit immer anders beschrieben. So fiel es in einer Zeit, in der die Fotografien in den Kinderschuhen steckte und es keine bewegten Bilder gab, gar nicht auf, dass sie keine grosse Garderobe hatte.

MARY TODD LINCOLN machte ohne Wissen ihres Mannes Schulden, um ihre Kleider zu bezahlen. Schliesslich häuften sich Rechnungen in einem Umfang von insgesamt 27'000 Dollar, was heute etwa 700'000 Dollar (gut 500'000 Euro) entsprechen würde. Mrs. Lincoln bat Parteifreunde ihres Mannes, ihr aus der Verlegenheit zu helfen; einige taten es, aber das Geld reichte nicht aus. Die damalige First Lady soll sogar darüber nachgedacht haben, Gülle aus dem Weissen Haus als Dünger zu verkaufen, um an Geld zu kommen.

SDA/jym

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