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Wie schnäuzt man richtig?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum stilvollen Nasenputzen.

Es ist zu hoffen, dass der Mann nicht gerade am Telefonieren ist. Foto: Getty Images
Es ist zu hoffen, dass der Mann nicht gerade am Telefonieren ist. Foto: Getty Images

Was ist Ihre Meinung dazu, dass so viele Leute – seis im Büro, seis in den ÖV – derart ungeniert ­röcheln, schnäuzen und sonstige gutturale Laute von sich geben, die eindeutig mit Schleimlösen und Derartigem zu tun haben? Da kommt mir jeweils mein aus Italien zugewandertes Primarschulgspändli Francesco in den Sinn, das, wenn immer es galt, sich die Nase zu putzen, zum Schnäuzen vor die Klassenzimmertür ging. Wie elegant! P. S.

Liebe Frau S.,

oh, Primarschulgspändli Francesco ist eindeutig der Held dieser unserer kleinen Rubrik! Weil: Der erste Herbstinfekt geht ja jeweils nahtlos über in die Vorweihnachts-Erkältungswelle, worauf die Neujahrs-Grippeepidemie folgt und dann neuerdings bereits im Februar der Heuschnupfen übernimmt: Der Hasel, schniefen die Allergiker und haben nur schon deswegen etwas gegen den Klimawandel. Jedenfalls: Das Schnäuzen ist zu einem unappetitlichen Ganzjahresphänomen geworden.

Es kann doch nicht sein, dass der moderne Mensch sich etwas darauf einbildet, per Minikopfhörer mit der Welt zu kommunizieren und jederzeit zu wissen, was grad so läuft in New York, aber ausserstande ist, sich anständig leise die Nase zu putzen oder dezent zu räuspern.

Das führt ja jetzt weder zur intellektuellen noch zur körperlichen Überforderung, und ­längerfristige Schäden psychischer Natur sind auch nicht zu erwarten. Man versucht inmitten anderer Menschen bloss das, was man immer versucht: sich ein wenig zurückzunehmen und am Riemen zu reissen, um die Umwelt möglichst wenig zu ­tangieren, auf dass wiederum das Zusammenleben sich möglichst angenehm gestalte. Aaah, Francesco!

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