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Wieso werde ich mit 79 geduzt?

Die Antwort auf eine Stilfrage zum persönlichen Umgang.

Das klassische Sie ist nie verkehrt: Rentner in Athen. Foto: Emilio Morenatti (Keystone)
Das klassische Sie ist nie verkehrt: Rentner in Athen. Foto: Emilio Morenatti (Keystone)

Seit einiger Zeit werde ich von Leuten, mit denen ich nicht per Du verkehre, immer öfter mit «eer» und «euch» angesprochen, sei es vom Verkaufspersonal oder, wie kürzlich, von einem Versicherungsvertreter. Auf meine Frage, ob er Berner sei (er war es nicht), reagierte er verwirrt. Ich reagiere auf dieses «eer» und «euch» leicht verärgert. Zur Erklärung: Ich bin Jahrgang 1937. Damals sprach man Fremde mit «Herr» oder «Frau» und «Sie» an, ausser sie waren Bauernknechte oder Hilfsarbeiter: Diese wurden mit «eer» und «euch» angesprochen, ohne «Herr» («Meier, chömid ...»). Sie hätten «Herr» selber als unangemessen empfunden. Bin ich analog dazu einfach zu alt für ein «Sie»? H. R. M.

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