Lasst Blumen sprechen

Zehn Trends, die das Wohnen noch schöner machen.

Neue Wohntrends: Blumenvorhang und Barwagen im Retro-Design.

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1. Logisch ökologisch

Dass ökologisches Material kein Gegensatz zu ästhetischen Formen sein muss, beweisen immer mehr internationale Möbeldesigner. Die funktionellen Containermöbel «Componibili» von Kartell etwa sind längst Klassiker und haben ihren festen Ausstellungsplatz im Museum of Modern Art in New York. Neu werden die modernen Ordnungshüter aus pflanzlichen Abfall-erzeugnissen hergestellt. Es gibt sie in verschiedenen Grössen und Formen, auf oder ohne Rollen.

2. Zum Wohlsein

Es braucht keine eingebaute Hausbar aus schwerer Eiche, um mit Freunden den Feierabend-Drink zu geniessen. Mancher Liebhaber von Retro-Designs ärgert sich heute, dass er gewisse «biedere» Möbelstücke seiner Vorfahren entsorgt hat. Mit dem Erfolg der amerikanischen TV-Serie «Mad Men» galt der Bar-Trolley aus den 50er-Jahren in den USA plötzlich wieder als cool. Jetzt hat die «mobile Tankstelle» auch in unseren Wohnzimmern wieder haltgemacht. Am schönsten sind die Trolleys in schlichter Form. So bekommen nicht nur Gin-, Cognac- und Whysky-Flaschen, sondern auch Kristallgläser und der silberfarbene Cocktail-Shaker einen glamourösen Auftritt.

3. Natürlich natürlich

Zurück zum Wesentlichen. Diese gesellschaftliche Entwicklung setzt sich auch beim Einrichten fort. Immer mehr Konsumenten setzen auf hochwertige und einzigartige Stücke statt auf Massenware. Ausgehend vom Minimalismus-Trend der letzten Jahre sind natürliche Stoffe und Materialien wie Leinen, Bio-Baumwolle, Rattan und Holz (aus nachhaltigem Abbau) gefragter denn je. Dazu passen natürliche Farbtöne in Beige, Camel, Khaki oder Grau.

4. Facetime

Sie zieren Tapeten, Lampenschirme, Kissen und Vasen: Gesichter in allen Varianten findet man auf Textilien, aber auch auf Porzellan und Steingut. Die neuen «Bewohner» sind nicht nur nett anzuschauen, sie bieten auch eine angenehme, schweigsame Gesellschaft. Wem eine Tapete wie die «Vallarta Blue» von Murals Wallpaper etwas zu stark an Voyeurismus à la «Peeping Tom» erinnert, kann alternativ seine Tomatenspaghetti aus dem Speise-teller «Pattern 6» aus der «Cilla Marea»-Serie von Rosenthal geniessen.

5. Gefühlsverstärker

«Skandichic» bleibt ein echter Dauerbrenner. Der schlichte und unaufgeregte Stil aus dem Norden hat seit Jahren nicht nur in den Sommermonaten seine Fans, auch in der kälteren Jahreszeit geben die klaren Formen der schlichten und funktionalen Möbelstücke und die oft sanften Farben der Textilien und Accessoires ein Gefühl von Leichtigkeit. So wird das Zuhause zur Wohlfühloase gestresster Menschen. Der nordische Stil funktioniert auch mit stärkeren Farben: In den dunkleren Monaten verleihen sie den Wohnräumen Wärme und Geborgenheit.

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6. Urban Jungle

Auf manchem Fensterbrett vegetiert seit Jahren eine Calathea vor sich hin. Bei jedem neuen Umzug stellt sich für die Grünpflanze die existenzielle Frage: Sein oder Nichtsein? Meistens siegt unser Mitleid, und so darf das genügsame Pflänzchen weiterleben. Doch vor zwei, drei Jahren bekamen Zimmerpflanzen plötzlich ein glamouröses Update. Damit war natürlich nicht die genügsame Calathea gemeint. Es war die Monstera, die zum Interior-Must-Have wurde. Das Fensterblatt bekam nicht nur auf Instagram einen festen Platz als modisches Accessoire, es war der Ursprung des Urban-Jungle-Trends – der üppigen Begrünung städtischer Wohnräume mit möglichst vielen Zimmerpflanzen. Was auf Fotos durchaus toll aussieht, ist allerdings in der Realität eine Lebensaufgabe – was den Pflegeaufwand der vielfältigen Pflanzenwelt angeht. Definitiv unkomplizierter sind darum einzelne Grünpflanzen, die ihr Zuhause, nein, nicht in schnöden Übertöpfen, sondern in Hochbeeten oder Anhängern in Pyramidenform gefunden haben. Selbst Trendsetter ohne grünen Daumen können so ihren persönlichen Miniatur-Dschungel starten.

7. Flower Power

Es sind nicht die Wallflowers, also die Mauerblümchen, die diesen Herbst und Winter unsere Wände schmücken. Nein, es lebe die Extravaganz! Dies in Form von Tapeten und Vorhängen mit exotischen Pflanzenmotiven im Art-Déco-Stil oder mit kunterbunten Blumenmustern im Stil der 70er-Jahre. Am besten versucht man den Flower-Power-Chic an einer einzelnen Wand, um zu sehen, ob man wirklich das Wesen eines Blumenkindes besitzt. Ein üppiges Blütenmotiv kann einem sonst eher funktionalen modernen Badezimmer einen sinnlichen Touch verleihen.

8. Auf Tuchfühlung

Es läuft rund. Jetzt wird ohne Ecken und Kanten gewohnt. Organische Elemente und geschwungene Formen finden sich aktuell bei vielen Möbelstücken und Accessoires. Vor allem bei den ausladenden Sofas und Sesseln wirds kurvig. Neu sind auch haptische Textilien bei Überzügen, Vorhängen, Kissen und Bettwäsche. Während glatte und glänzende Materialien wie Leder oder Seide eine gewisse Kühle ausstrahlen, laden natürlich weiche Stoffe zum Berühren und Einkuscheln ein.

9. Modern Glam

Als opulentes Gegenstück zum nordischen Minimalismus steht die Fülle hochwertiger und luxuriöser Textilien in dunklen Juwelentönen, die diesen glamourösen Stil ausmachen: Sie kleiden Sofas, Sessel und Daybeds vorzüglich. Dazu passen barocke Spiegel, fantasievolle Wandteppiche im Ethno-Look und Kissen in allen Varianten, gerne mit floralen Designs. Ganz nach dem Motto: Darfs noch ein bisschen mehr sein? Dafür, dass der Look nicht zu überladen, sondern modern bleibt, sorgen beispielsweise coole Stehleuchten aus Chrom und Edelstahl.

10. Es wird bunt

Lange gab es für Design-Fans nur eine Farbe, wenn es um Bettwäsche ging: Weiss. Doch in letzter Zeit sieht man in Magazinen und auf Interior-Blogs immer häufiger bunte, bedruckte Bettwäsche. Viele davon aus nachhaltigen Materialien, Bio-Baumwolle oder Leinen aus fairer Herstellung und ohne Schadstoffe hergestellt. Und auch hier sind Blumenmotive sehr gefragt.



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Erstellt: 26.09.2019, 15:05 Uhr

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