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Kolumne von Julia WeberLeicht wie ein Kolibri

Unsere Kolumnistin macht sich Gedanken über das neue Jahr. Ein Jahr, das eigentlich nur besser werden kann.

Im Internet sehe ich Bilder von glücklichen Menschen im Schnee. Die Welt dreht sich mit 108000 Stundenkilometern um die Sonne und mit 800 Stundenkilometern um sich selbst. Über mir in der Wohnung liegt ein Kind auf dem Linoleum, schlägt mit seinen apfelgrossen Fäusten auf einen cremefarbenen Boden ein und schreit.

Gerade eben hat das Jahr begonnen. 2021. Wir hatten uns zugeprostet in der Silvesternacht, Rauchschlieren in Albisrieden, Feuerwerke über den Hardauhäusern und das Jaulen erschreckter Hunde am Waldrand. Wir haben uns Küsse entgegengeschickt, die Kohlensäure vom Prosecco im Hals und die Luftküsse warm auf der Haut. Umarmungen, sagten wir. Umarmungen. Ja, endlich wieder Umarmungen im 2, 0, 2, 1. Und streckten die Arme nacheinander aus. Wir hatten Wunderkerzen, die schwarze Punkte auf dem hellen Kaschmirschal hinterliessen und das Fleisch, das in der Bouillon schwamm, allein und weiss, dann grau, vergessen. Broccoli, Lauch, Weissbrot, dieses ganz eigene Orange der Cocktailsauce.

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