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Ausgerechnet in BahrainLewis Hamilton sieht «massives Problem mit Menschenrechten»

Der siebenfache Weltmeister prüft gerade drei Briefe, die er im Zusammenhang mit Folter und Unterdrückung erhalten hatte. Den GP im umstrittenen Wüstenstaat nutzt er, um die Formel 1 unter Druck zu setzen.

Nimmt die Formel 1 in die Pflicht: Lewis Hamilton. Er fordert, dass an Orten, an denen die Motorsport-Königsklasse reist, mehr auf die Einhaltung der Menschenrechte geachtet wird.
Nimmt die Formel 1 in die Pflicht: Lewis Hamilton. Er fordert, dass an Orten, an denen die Motorsport-Königsklasse reist, mehr auf die Einhaltung der Menschenrechte geachtet wird.
Bilder: Getty Images
Im Wüstenstaat kommt es immer wieder zu Protesten gegen die Regierung. Dieser wird Unterdrückung und Folter vorgeworfen.
Im Wüstenstaat kommt es immer wieder zu Protesten gegen die Regierung. Dieser wird Unterdrückung und Folter vorgeworfen.
Nun setzt sich auch Hamilton dafür ein. Er ist die grösstmögliche Stimme im Sport, schliesslich ist er siebenfacher Weltmeister.
Nun setzt sich auch Hamilton dafür ein. Er ist die grösstmögliche Stimme im Sport, schliesslich ist er siebenfacher Weltmeister.
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Soll noch einer sagen, Lewis Hamilton lese keine Fanpost. Obwohl, die Briefe, die der Formel-1-Weltmeister erhielt, beinhalteten dann schon mehr (und wichtigeres), als reine Bewunderung. Die Briefe, sie handeln von Folter und Unterdrückung. Bei seiner Einreise in Bahrain, wenige Tage vor dem Grand Prix sagt Hamilton dazu: «Ich werde ihren Inhalt in den kommenden Tagen detailliert prüfen.» Aber noch bevor er überhaupt mit der Recherche beginnt, hat er schon einen Appell parat: «Ich glaube, dass wir als Sport mehr tun müssen.»

Schliesslich gehöre die Formel 1 zu den wenigen Sportarten, die in so viele Länder reisen, das bringe eine gewisse Verantwortung mit sich. Und dann wird er deutlich: «An so vielen Orten, an die wir gehen, sind Menschenrechte ein konsequentes und massives Problem.» Dabei mahnte der siebenfache Weltmeister: «Es ist für alle Sportarten sehr wichtig, ihre Plattform zu nutzen, um auf Veränderungen zu drängen.» Und die Plattform der Formel 1 erstreckt sich nunmal rund um den Globus. Der 35-Jährige glaubt, dass sein Sport auf einem guten Weg sei, aber: «Wir können immer mehr tun.» Seit 2015 verpflichtet sich die F1 dazu, Menschenrechte bei ihren weltweiten Aktivitäten zu respektieren.

2011 wurde das Rennen abgesagt

Ob sich Bahrain als langjähriger GP-Organisator aber wirklich an dieses Protokoll hält, gilt als höchst umstritten. Im Wüstenstaat war es auch, als 2011 das Rennen wegen politischer Unruhen abgesagt werden musste. Damals konnte es nach Protesten gegen das Königshaus aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden. Nun sind es NGOs, welche die Formel 1 und vor allem Bahrain scharf kritiseren.

Am Dienstag schrieb eine parteiübergreifende Gruppe von Abgeordneten und mehreren Menschenrechtsorganisationen dem F1-CEO Chase Carey einen Brief. Darin appellierten sie an den Sport mitzuhelfen, «die Normalisierung der Verletzung der Menschenrechte im Land» zu verhindern. Ein Formel-1-Sprecher antwortete: «Wir nehmen Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Unterdrückung sehr ernst.» Was das genau bedeutet, liess er allerdings offen. Deshalb fordert Hamilton: «Es ist wichtig sicherzustellen, dass tatsächlich Massnahmen ergriffen werden.»

dpa/fas

14 Kommentare
    Markus Schellenberg

    Wir sind alle lasche Heuchler....alle wirtschaftlichen Beziehungen und prestigeträchtigen Sportveranstaltungen in bezüglich Menschenrechten zweifelhaften Staaten sind eine Auszeichnung für dieselben und kein Grund für diese Machthaber etwas zu ändern. Seit Jahrzehnten werden wir von diesen Staaten verhöhnt....aber was weiss ich schon, bin ja kein Politiker...