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Sex auf der LeinwandLiebe machen! Ja, aber wie?

In «Sibyl» kämpften Hauptdarstellerin Virginie Efira und Regisseurin Justine Triet mit einer ganz besonderen Szene.

Jeder Handgriff vorher aufgeschrieben: Virginie Efira und Partner Niels Schneider in «Sibyl».
Jeder Handgriff vorher aufgeschrieben: Virginie Efira und Partner Niels Schneider in «Sibyl».
Foto: Filmcoopi

Im Drehbuch stand einfach, «die beiden machen Liebe», und als Hauptdarstellerin Virginie Efira das las, sagte sie sich: «Ja gut, aber wie denn?» Sie ermunterte die Regisseurin Justine Triet expliziter zu werden. «Dann erhielt ich ein neues Drehbuch, in dem jeder Handgriff, jede Bewegung haargenau beschrieben war. Man hätte auch einen Porno daraus drehen können», erzählt die belgische Schauspielerin, die in Frankreich zum Star wurde.

«Sibyl» ist kein Pornofilm, mitnichten. Es ist eine komplexe Geschichte über eine Psychoanalytikerin (Efira), die ihren Beruf aufgibt, um Schriftstellerin zu werden. Und mit ihrem letzten Fall in das vertrackte Beziehungsgeflecht bei Filmdreharbeiten gerät. Es gibt darin den trockensten Auftritt einer Regisseurin, den man je gesehen hat (Sandra Hüller spielt das). Es gibt berührende Szenen mit Kindern. Und es gibt eben zwei sehr spezielle Liebesszenen.

«Ich bin das beim Schreiben und Inszenieren wirklich wie eine mechanische Übung angegangen: die Hand hierhin, die andere dorthin, das Bein hoch, alles stand da», sagt Regisseurin Triet. Und Darstellerin Efira ergänzt: «Es hat geholfen, dass ich die eine Szene mit Niels Schneider spiele, mit dem ich auch privat zusammen bin. Wir konnten so vielleicht hemmungsloser sein, obwohl wir natürlich nichts von unserer echten Beziehung offenbaren wollten.»

Liebesszenen im Kino würden sowieso mehr über diejenigen aussagen, die sie inszenier
ten, als über diejenigen, die sie spielten, sagt Virginie Efira noch. Und: «Viele Schauspielerinnen behaupten, Liebesszenen seien mühsam. Ich finde sie, wenn man Vertrauen hat, nicht schlimm. Es gibt Unangenehmeres zu tun, nicht wahr?»

«Sibyl»: ab 20. August im Kino