Zum Hauptinhalt springen

AbstimmungLuftwaffen-Chef warnt vor Sicherheitsrisiken

Im Herbst stimmt die Schweiz über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge ab. Ein Nein würde die Konzeption der Armee in Frage stellen, so Bernhard Müller.

Neben sechs Milliarden Franken für neue Kampfjets will das VBS  für weitere zwei Milliarden Franken eine bodengestützte Luftverteidigung  kaufen: Der Luftwaffen-Chef Bernhard Müller. (16. Dezember 2019)
Neben sechs Milliarden Franken für neue Kampfjets will das VBS für weitere zwei Milliarden Franken eine bodengestützte Luftverteidigung kaufen: Der Luftwaffen-Chef Bernhard Müller. (16. Dezember 2019)
KEYSTONE

Luftwaffen-Chef Bernhard Müller hat vor Schwächen bei der Sicherheit der Schweiz gewarnt. Im Zusammenhang mit der Abstimmung über neue Kampfflugzeuge sagte er dem «Blick» vom Montag, dass es keinen Plan B gebe. «Ein Nein würde die Konzeption der Armee und damit das gesamte Sicherheitskonzept der Schweiz grundsätzlich in Frage stellen», mahnte der 63-Jährige.

Es gehe aber nicht um das Sein oder Nichtsein der Luftwaffe. «Wir reden von der Zeit nach 2030», sagte er. Bundesrat und Parlament müssten bei einer Ablehnung dann in einer breiten Auslegeordnung analysieren, warum es nicht gelungen sei, eine Mehrheit der Bevölkerung von dem Ersatzbedarf zu überzeugen. «Erst dann könnte man festlegen, wie man in die Zukunft gehen will», betonte Müller.

Bestes Kosten-Nutzen-Verhältnis

Der Luftwaffen-Chef äusserte sich gegenüber dem «Blick» auch zu den Kosten. «Bei politischen Projekten hat man bisher immer von den Investitionskosten gesprochen. Das sind sechs Milliarden für Flugzeuge, Bewaffnung oder Simulatoren. Darüber wird abgestimmt», sagte er. «Redet man aber über die Lebensdauer von 30 Jahren, kämen natürlich die gesamten Betriebs- und Unterhaltskosten hinzu», erklärte er. Da käme die Schweiz natürlich auf einen enorm hohen Betrag, hiess es weiter.

Daher suchen die Verantwortlichen bereits bei der Typenwahl ein Flugzeug, «welches das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis hat – nicht nur in der Beschaffung, sondern über die gesamte Lebensdauer», betonte Divisionär Müller.

Das Verteidigungsdepartement VBS hat bereits bei der Anschaffung neuer Jets einmal vom Volk eine Abfuhr erlitten – im Jahr 2014 lehnten über 53 Prozent der Schweizer Stimmbürger den Gripen ab. Nun startet das VBS einen neuen Versuch. Neben den sechs Milliarden Franken für neue Kampfjets will es für weitere zwei Milliarden Franken eine bodengestützte Luftverteidigung (Bodluv) kaufen. Die Abstimmung über neue Kampfflugzeuge findet am 27. September statt.

SDA