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Corona-Podcast «Und jetzt?»«Man will den Tod nicht wahrhaben»

In einer zweiteiligen Spezialfolge des Corona-Podcasts überlassen wir das Wort den Menschen, die existenziell von der Pandemie betroffen sind. Den Auftakt macht eine Intensivfachpflegefrau.

«Es hört nicht auf»: Nadja Habicht, Expertin für Intensivpflege, begleitet im Spital Bruderholz Personen, die schwer an Covid-19 erkrankt sind.
«Es hört nicht auf»: Nadja Habicht, Expertin für Intensivpflege, begleitet im Spital Bruderholz Personen, die schwer an Covid-19 erkrankt sind.
Foto: Nicole Pont

«Wir geben alles», sagt die Intensivpflegefachfrau Nadja Habicht. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen behandeln im Baselbieter Kantonsspital Bruderholz Patientinnen und Patienten, die schwer an Covid-19 erkrankt sind. Etwa fünf Fachleute braucht es, um einen Patienten während 24 Stunden sieben Tage pro Woche betreuen zu können. Zwölf Hände um ihn zu wenden. Nicht immer mit Erfolg.

Was macht es mit einem, wenn man Corona-Erkrankte in den Tod begleitet? Wie begegnet man hinter Maske und Schutzkleidung den trauernden Angehörigen? Und was denkt man, wenn die Schweiz über verpatzte Skiferien oder eingeschränkte Weihnachten diskutiert – aber kaum über die Verstorbenen spricht?

Diese Fragen stellt Simone Rau der Intensivpflegefachfrau Nadja Habicht in der fünften Folge von «Und jetzt? Der Corona-Podcast».

9 Kommentare
    Benedikt Weber

    Man will den Tod nicht wahrhaben... einverstanden, aber nicht im Sinne des Artikels: weil man den Tod verdrängt, versucht man bei Corona mit einem gigantischen Aufwand jedes Leben noch zu verlängern, obschon die meisten Betroffenen alt und vorbelastet bin (ich selber bin Mitte 60, darf mich so äussern). Statt die Sache nüchterner anzugehen, und den Tatsache ins Auge zu sehen, dass jeder an irgendwas irgendwann stirbt. Und die Frage der Verhältnismässigkeit bleibt anzufügen: Prävention im Bereich Darmkrebs z.B. ist relativ günstig, und rettet garantiert Menschen, und zwar jüngere als bei Corona. Müsste man also nicht die Mittel verhältnismässig allozieren und nicht einfach blind für Corona alles auf den Kopf stellen und wenn möglich wie im Frühling noch die Spitäler schliessen?