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Quarantäne mit StilSauna, Champagner und Rachenabstrich

Ein Schweizer Jungunternehmen bietet Luxusapartments an bester Lage an – und hat sein Angebot jetzt der Corona-Krise angepasst.

Luxus in Abgeschiedenheit: Das Start-up Le Bijou bietet Apartments für die Zeit in Quarantäne an. Foto: Le Bijou via Facebook
Luxus in Abgeschiedenheit: Das Start-up Le Bijou bietet Apartments für die Zeit in Quarantäne an. Foto: Le Bijou via Facebook

Flüge verkehren nur noch sporadisch, die Grenzen sind grösstenteils dicht: Die verschärften Massnahmen, welche seit Anfang letzter Woche in Kraft sind, haben den hiesigen Tourismus in den Standby-Modus versetzt, manche Hotels haben ihre Tore von sich aus bis auf weiteres geschlossen, zu gross wären sonst die Einbussen.

Diesen Druck spürt auch das Jungunternehmen Le Bijou. Seit Jahren bietet das Start-up Apartments an bester Lage für zahlungskräftige Touristen und Geschäftsleute an. Doch die Corona-Krise setzt auch Le Bijou zu. «Wir haben starke Einbussen an ‹normalen› Gästen», gab Mitgründer Alexander Hübner gegenüber der «Luzerner Zeitung» zu.

Nun hat sich das Jungunternehmen etwas Neues ausgedacht: Quarantäne-Apartments. Ja, Sie lesen richtig. Luxuriöse Apartments für die vierzehntägige Zeit in Abgeschiedenheit. Es habe sich herausgestellt, dass manche Kunden die Zimmer in letzter Zeit vor allem als Quarantäne buchten. «Darum haben wir daraus ein Angebot gemacht», so Hübner.

Corona-Test wird direkt im Apartment gemacht

Möglich wird dies durch die fortgeschrittene Digitalisierung und Automatisierung der einzelnen Serviceabläufe. Check-in, Zimmerreinigung und Mahlzeiten werden per iPad bestellt beziehungsweise erledigt. Natürlich darf auch ein Spa-Angebot wie in einem richtigen Luxushotel nicht fehlen: So erhalten die Gäste auf Bestellung sogar Massagen. Manche Zimmer sind mit Saunas ausgestattet.

Im Quarantäne-Paket zwar nicht inbegriffen aber zumindest gegen Zahlung erhältlich ist eine 24-Stunden-Betreuung durch medizinisches Personal. Check-ups und Coronavirus-Tests können bequem im Apartment gemacht werden. «Für uns ist dieses Angebot eine Chance, welche wir in den aktuell schwierigen Zeiten nicht auslassen wollen», so Hübner.

Das Angebot richte sich nur an Kunden, welche noch gesund seien, bekräftigt Hübner. Deshalb werde am Anfang der Gesundheitszustand abgefragt. «Für Personen, die schon sehr krank oder sogar positiv auf das Coronavirus getestet wurden, macht ein Aufenthalt keinen Sinn. Da wäre der Weg bis zum Apartment kontraproduktiv.»

Die Zimmer haben jedoch auch ihren Preis: Ein Zimmer der niedrigsten Klasse kostet 150 Franken pro Tag – Services exklusive. Zwischen 450 und 500 Franken zahlen Kunden, welche sich für Zimmer der mittleren Klasse interessieren. Dabei handelt es sich um etwa 100 Quadratmeter grosse Räumlichkeiten – viel Platz also dafür, seine Quarantäne in Ruhe abzusitzen.

sho

8 Kommentare
    Renate Löffel

    Massage und Abstrich. Sorry, das geht definitiv zu weit. Von wo sollten sie die Abstriche haben und Massage ist verboten, wenn sie nicht medizinisch verordnet sind. Wenn sich eine solche Unterkunft jemand leisten kann, könnte er es vielleicht auch jemandem schenken der in einer kleinen Wohnung zu weiss nicht wievielt wohnt.