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Coronavirus in der SchweizGreenpeace rät zu wiederverwendbaren Textilmasken +++ Neue Berechnung: Nutzerzahl für Covid-App schnellt in die Höhe

Das BAG hat eine andere Zählweise der App gewünscht. Das macht sich auf die Statistik deutlich bemerkbar. News aus der Schweiz im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit dem 6. Juli gilt im öffentlichen Verkehr eine Maskenpflicht für Personen ab 12 Jahren.
  • Die Schweizer Regierung hat ein strengeres Einreise-Regime an den Grenzen eingeführt.
  • Personen aus Risikoländern müssen 10 Tage in Quarantäne.
  • Die Landesregierung verlängert die Kurzarbeitsentschädigung von 12 auf 18 Monate.
  • Die Swiss-Covid-App ist seit dem 25. Juni verfügbar.

Wann und wie stark die «Lockdown»-Massnahmen wirken, zeigt der Vergleich des Schweizer Covid-19-Ausbruchs mit anderen Ländern.

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Greenpeace rät zu Textilmasken

Greenpeace Schweiz fordert den Bund dazu auf, Textilmasken als Standard zu empfehlen. Laut zahlreichen Gesundheitsexperten böten diese der breiten Bevölkerung genügend Schutz vor der Corona-Pandemie.

Mit wiederverwendbaren Masken könne ausserdem ein weiterer Mangel an Masken vermieden und die Umweltverschmutzung verringert werden, heisst es in einer Medienmitteilung von Greenpeace Schweiz. Greenpeace verweist auf eine Studie in der Fachzeitschrift «Environmental and Science Technology», wonach jeden Monat rund 129 Milliarden Masken und 65 Milliarden Handschuhe während der Pandemie verwendet werden.

Keystone

Laut Experten würden aber wiederverwendbare Textilmasken die breite Bevölkerung genügend schützen. Ausserhalb des Spitals seien zertifizierte Einwegmasken nicht zwingend notwendig, da die Exposition viel geringer sei, lässt sich beispielsweise der Infektiologe Gerhard Eich, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Spitalhygiene, in der Medienmitteilung zitieren.

Nach Ansicht von Eich sind zudem Einweghandschuhe ausserhalb des Spitals unnötig. Er empfiehlt stattdessen, die Hände zu waschen, bevor man Lebensmittel anfasst oder Mahlzeiten zubereitet.

Zug kündigt verstärkte Kontrollen in Bars und Clubs an

Im Kanton Zug setzen die Betriebe der Freizeitbranche die Corona-Schutzmassnahmen nicht immer ausreichend um. Vor allem bei den Kontaktdaten sieht die Gesundheitsdirektion Verbesserungsmöglichkeiten. Sie will deswegen ihre Kontrollen in Betrieben mit erhöhtem Ansteckungsrisiko verstärken.

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zug begründete am Freitag in einer Mitteilung die vermehrten Kontrollen damit, dass die Fallzahlen seit den Mitte Juni geltenden Lockerungen wieder zugenommen hätten. Bei den Ansteckungen würden neben dem familiären und sozialen Umfeld auch die Infektionen in Unterhaltungs- und Freizeitbetrieben eine grosse Rolle spielen.

Bei den bisherigen Kontrollen stellte die Gesundheitsdirektion nach eigenen Angaben fest, dass Bars, Clubs und Veranstalter zwar Schutzkonzepte haben, dass deren Umsetzung aber noch verbessert werden könnte. Problematisch sei es vor allem dann, wenn nicht von allen Besuchern korrekte und hinreichende Kontaktdaten vorhanden seien und dadurch das Contact Tracing erschwert werde.

Industrie und Landwirtschaft mit höherem Risiko

Der Kanton kündigte ferner intensivere Kontrollen in Industrie-, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetrieben an, in denen ein erhöhtes Risiko vermutet werden könne. Er verweist dabei auf Vorfälle im Ausland, etwa in Schlachthöfen.

Ziel der Kontrollen sei die Sensibilisierung der Betriebe, teilte die Gesundheitsdirektion mit. Die Unternehmen sollten sich der gesundheitlich, aber auch betrieblichen Risiken einer Verbreitung des Coronavirus bewusst sein. Die Betriebe sollten nicht vergessen, was gesetzlich zu ihrem eigenen Schutz vorgesehen sei.

Nutzerzahl der Covid-App schnellt hoch

Auf Wunsch des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) werden die Nutzer der Schweizer Covid-App nach einer neuen Methode berechnet. So schnellte die von den Bundesstatistikern geschätzte Zahl am Mittwoch auf 1,15 Millionen hoch. Am Dienstag waren es nach alter Berechnung 920'000.

Die Zahlen sind somit nicht miteinander vergleichbar. Seit Dienstag meldeten sich 18 Infizierte mit dem Covid-Code, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Zuvor waren insgesamt 69 Codes eingegeben worden.

Insgesamt wurde die Swiss-Covid-App seit der Lancierung am 25. Juni bis Sonntag nach BFS-Angaben 2'005'893 Mal heruntergeladen. Die Covid-App warnt Benutzer, falls diese engen Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten.

Genauere Annäherung

Die neue Berechnungsmethode erlaubt eine genauere Annäherung an die tatsächlichen Zahlen der aktiven Apps, wie das BAG mitteilte. Mit der alten Methode lagen die Angaben zu tief, da sie sich an der unteren Schätzgrenze orientierten.

Die Covid-App warnt Benutzer, falls diese engen Kontakt mit einer infizierten Person gehabt haben.
Die Covid-App warnt Benutzer, falls diese engen Kontakt mit einer infizierten Person gehabt haben.
(Keystone/Symbolbild)

Bisher zählte das Bundesamt für Statistik aktivierte Covid-Apps mittels der Konfigurationsabfrage. Die Apps auf den Smartphones nehmen mit dem Rechenzentrum alle sechs Stunden Kontakt auf, also vier Mal am Tag.

Das Zentrum registriert die Gesamtzahl dieser Konfigurationsabfragen. Am Ende jedes Tages wird die Zahl dieser Abfragen durch vier geteilt. Das ergab die bisher zu tiefen Angaben.

Nachteile gab es gemäss BAG bei dieser Zählmethode etliche: So fielen etwa kürzer als sechs Stunden lang aktive Apps oder Geräte im Flugmodus aus der Rechnung. Und länger als 24 Stunden ausgeschaltete Handys oder solche ohne Internet-Verbindung kamen gegebenenfalls nicht auf vier Kontakte im Tag. So fehlten auch sie in der Kalkulation.

Leer- statt Konfigurationsabfragen

Um diese Nachteile auszugleichen, erarbeitete das BFS parallel zur bisherigen Konfigurationsabfragen-Methode eine auf Basis der sogenannten Leerabfragen.

Aktive Apps schicken solche Leerabfragen durchschnittlich alle fünf Tage ans Rechenzentrum. Die Leerabfragen dienen dem Datenschutz. Sie verschleiern die Identität eines Handys, von dem ein Covid-Code – also eine Infektion – übermittelt wurde. Ist ein Handy abgestellt oder ohne Internet-Verbindung, schickt das App die Leerabfrage später ab.

Um die Tageszahlen der aktiven Apps zu berechnen, multipliziert das BFS die Zahl der Leerabfragen mit fünf. Dies geschieht unter der Annahme, dass zu einem Gerät mit Leerabfrage zusätzlich vier Geräte aktiv sind, aber wegen des Fünf-Tage-Rhythmus keine Abfrage senden.

Auf diese Weise verschicken alle Android-Geräte und iOS-Geräte mit App-Version 1.0.6 oder neuer die Leerabfragen. Bei iOS-Geräte mit älterer App-Version zählt das BFS weiterhin die Konfigurationsabfragen und addiert sie zu den Leerabfragen.

117 neue Covid-19-Infizierte

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag 117 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden – wieder weniger als am Vortag.

Am Mittwoch registrierte das BAG 141 neue Fälle, am Dienstag 108, am Montag 43, am Sonntag 99 und am Samstag 110. Insgesamt gab es bisher 34'000 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Mittwoch mitteilte.

Das BAG meldete am Donnerstag auch ein weiteres Todesopfer. Bisher starben damit 1694 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren.

Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet entspricht das 19,7 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Donnerstagmorgen übermittelt haben.

Insgesamt mussten seit Beginn der Pandemie 4152 Personen ins Spital, im Vergleich zum Vortag sind das sechs mehr. Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 746'658. Bei 5,5 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Sieben Corona-Fälle in Bündner Jugendlager

Im Kanton Graubünden hat sich das Coronavirus in einem Jugendlager mit hundert Personen im Alter zwischen 9 und 13 Jahren ausgebreitet. Sieben Personen infizierten sich mit dem Virus. Dazu kommt noch eine Reihe von Verdachtsfällen.

Das kantonale Gesundheitsamt teilte am Donnerstag mit, 80 der 100 Jugendlichen wohnten im Kanton Graubünden. Im siebentägigen Lager seien vergangene Woche Darbietungen für ein Abschlusskonzert einstudiert worden. Das Gesundheitsamt wurde eigenen Angaben zufolge am Montag über die Neuinfektionen im Lager informiert.

Einige Teilnehmer des Jugendlagers waren am letzten Wochenende, noch vor Auftreten von Symptomen, weiter in ein anderes Ferienlager gezogen. Die rund 30 Teilnehmer wurden sofort in Quarantäne gesetzt, und das Ferienlager wurde aufgelöst.

Nach Angaben des Gesundheitsamts befinden sich aktuell 14 Personen in Isolation, 196 Personen in Quarantäne sowie zwei Personen in Spitalpflege. Das Gesundheitsamt will wegen steigender Fallzahlen die Kontrollen bei der Umsetzung der Schutzkonzepte verstärken.

Kontaktdaten müssen überprüft werden

Zudem hätten Betreiber beziehungsweise Organisatoren von öffentlichen zugänglichen Betrieben und von Veranstaltungen die erhobenen Kontaktdaten auf die Richtigkeit zu überprüfen. Angegeben werden müssen Name, Vorname und Telefonnummer.

Danach seien die Daten in elektronisch geführten Listen aufzubewahren. Die Kontrolle und die Durchsetzung der Schutzkonzepte obliegen weiter den Gemeinden. Die verschärften Massnahmen werden ergriffen, weil in den letzten Wochen vermehrt Infektionsherde auftraten – vor allem in Unterhaltungs-, Gastronomie- und Freizeitbetrieben.

Zuger Firma gewährt Lockdown-Nachlass

Zug Estates hat sich mit ihren Mietern geeinigt. Die vom Virus-Lockdown direkt betroffenen Retail- und Gastromieter sollen eine Mietzinsreduktion in der Höhe von 50 bis 80 Prozent erhalten.

Die meisten Detailhandels- und Gastromieter mussten ihre Geschäfte wegen des staatlich verordneten Lockdowns vom 16. März bis 11. Mai schliessen. Da Zug Estates langfristig an einem ausgewogenen Mietermix interessiert sei, habe sie den Geschäftsmietern einen Vorschlag für eine Mietzinsreduktion unterbreitet, teilte die Firma am Mittwochabend mit.

Das Angebot von Zug Estates sieht vor, dass alle vom Lockdown direkt betroffenen Retail- und Gastromieter in den beiden Arealen Metalli und Suurstoffi eine Reduktion von mindestens 50 Prozent erhalten. Kleinere Mieter würden mit bis zu 80 Prozent entlastet. Zudem gebe es im Unterschied zur vorgesehenen Lösung von National- und Ständerat keine obere Beschränkung.

Über 90 Prozent der betroffenen Mietparteien hätten dem Lösungsvorschlag inzwischen zugestimmt, hiess es.

Das Immounternehmen befindet sich in Zug.
Das Immounternehmen befindet sich in Zug.
(Foto: zvg)
141 Neuansteckungen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch innerhalb eines Tages 141 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden – deutlich mehr als am Vortag.

Am Dienstag waren 108 neue bestätigte Fälle gemeldet worden, am Montag 43, am Sonntag 99 und am Samstag 110. Insgesamt gab es bisher 33'883 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Mittwoch mitteilte.

Das BAG meldete am Mittwoch auch zwei weitere Todesfälle. Bisher starben damit 1693 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren.

Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet entspricht das 19,7 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Mittwochmorgen übermittelt haben.

Am Mittwoch aktualisierte das BAG auch die Zahlen für Quarantäne und Isolation. Demnach waren 767 Menschen in der Isolation und 2962 in Quarantäne. Die Daten sind für 24 der 26 Kantone und das Fürstentum Liechtenstein vorhanden. Die Aktualisierung erfolgt mindestens jeweils am Mittwoch und Freitag.

Insgesamt mussten seit Beginn der Pandemie 4146 Personen hospitalisiert werden, im Vergleich zum Vortag sind das 12 mehr. Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 739'616. Bei 5,5 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Der Finanzminister und der Schulden-Abbau

Der Bundesrat hat noch nicht entschieden, wie genau das Loch von geschätzten 35 Milliarden Franken gestopft werden soll, das die Virus-Krise in die Bundeskasse reisst. Finanzminister Ueli Maurer rechnet aber mit etwa 15 Jahren, die dazu nötig sein werden.

«Es gibt noch viele Unsicherheitsfaktoren, wir wollen die Fakten präziser kennen», sagte Maurer in einem Online-Interview von «Finanz und Wirtschaft» vom Dienstag. «Der Zeithorizont dürfte sich mittelfristig in der Grössenordnung von etwa fünfzehn Jahren bewegen. Bei einer Neuverschuldung von ca. 30 Milliarden Franken wären das pro Jahr 2 Milliarden», sagte der SVP-Bundesrat.

Im laufenden Jahr dürfte wegen der Corona-Krise im ordentlichen Budget statt eines geringen Überschusses von 400 Millionen Franken ein Defizit im Umfang von etwa 3 Milliarden Franken anfallen, wie «Finanz und Wirtschaft» schreibt. Gemäss einer ersten Schätzung von Maurers Finanzdepartement dürften die Einnahmen rund 5 Milliarden Franken niedriger ausfallen als budgetiert.

Das entspricht laut «Finanz und Wirtschaft» einem Rückgang um fast 7 Prozent. Eine aktualisierte Schätzung der Ausgaben existiere nicht, im Budget seien 75,3 Milliarden Franken vorgesehen. In diesen Zahlen nicht enthalten sind demnach die ausserordentlichen Ausgaben zur Bewältigung der Corona-Krise, insbesondere die Gelder für die Kurzarbeitsentschädigung. Die ausserordentlichen Ausgaben belaufen sich auf 20 bis 35 Milliarden Franken.

«Kein Grund zur Panik»

Maurer ist dagegen, die Nationalbank einzuspannen. «Es gibt keinen Grund, zusätzliche Mittel der Nationalbank zu beanspruchen. Sie hat eine andere Aufgabe, die im Moment unterschätzt wird. Sie muss den Franken-Kurs stützen. Wenn sie in diesem Bereich nichts täte, hätten wir zum Euro wohl eine Parität, was für die Exportindustrie eine Katastrophe wäre», sagte er. Die Nationalbank dürfe nicht die Schulden des Staates bezahlen.

Allerdings beschwichtigt der Finanzminister: «Es besteht kein Grund zur Panik, die Beschäftigung und die Wirtschaft werden sich erholen.»

Optimistischer Finanzminister: Ueli Maurer glaubt an eine Erholung der Schweizer Wirtschaft nach der Krise.
Optimistischer Finanzminister: Ueli Maurer glaubt an eine Erholung der Schweizer Wirtschaft nach der Krise.
(Keystone/Archiv)
Tracing-App funktioniert in EU-Ländern nicht

Die Schweizer Warn-App registrierte am Montag wieder leicht mehr Nutzerinnen und Nutzer, nämlich 8572 Personen zusätzlich. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik (BFS) vom Dienstag hatten 945'693 Personen die Anwendung auf dem Handy aktiviert, gegenüber 937'121 am Vortag. Von Mittwoch bis Donnerstag hatte die App rund 26'000 zusätzliche Nutzer vermerkt.

Seit der Lancierung der App Ende Juni ist die Zahl der Aktivierungen bis Anfang Juli zuerst kontinuierlich gestiegen. Danach war die Zahl der Benutzer jedoch zeitweise rückläufig.

EDA bemüht sich um eine Lösung

Die Swiss-Covid-App wurde vom Bund lanciert und warnt Benutzer, falls diese engen Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten. Reist ein Benutzer in eines der umliegenden Länder oder in ein anderes EU-Land, funktioniert die App jedoch nicht. Sie wird nicht mit den jeweils landesüblichen vergleichbaren Tracing-Apps vernetzt.

Der Grund dafür ist jedoch nicht technischer Natur, sondern diplomatischer. Da die Schweiz mit der EU bisher kein Gesundheitsabkommen abgeschlossen hat, besteht im Moment aus Sicht der EU noch keine Rechtsgrundlage für eine Teilnahme der Schweiz am so genannten EU-Gateway, der die verschiedenen Tracing-Apps miteinander verbindet. Das Aussendepartement EDA bestätigte einen Beitrag der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens SRF vom Montag.

Die Swiss-Covid-App sorgt nach wie vor für Diskussionen.
Die Swiss-Covid-App sorgt nach wie vor für Diskussionen.
Foto: Anthony Anex (Keystone/Symbolbild/21. Juli 2020)

Die EU mache den Abschluss eines Gesundheitsabkommens von signifikanten Fortschritten beim institutionellen Abkommen abhängig. Die Verknüpfung der Schweizer Covid-Tracing-App mit denjenigen der EU-Mitgliedstaaten sei aus Schweizer Sicht jedoch sinnvoll, da die Verbreitung des Coronavirus keine Grenzen kenne. Die Schweiz stehe deshalb im Kontakt mit den zuständigen Behörden in der EU, schrieb das EDA. Man hoffe, dass eine Lösung gefunden werden könne.

38 neue Corona-Infizierte im Kanton Zürich

Die Zahl der Corona-Neuansteckungen im Kanton Zürich ist von Montag auf Dienstag verglichen mit dem Schnitt der vergangenen Woche deutlich gestiegen. Die Gesundheitsdirektion meldet 38 bestätigte Neuansteckungen innerhalb eines Tages.

Vergangene Woche lag die Zahl der neuen Ansteckungen jeweils zwischen 13 und 32 Fällen. Aktuell liegen 26 Personen im Spital, davon 3 mit künstlicher Beatmung.

Einen neuen Todesfall gab es am Dienstag nicht. Den letzten Todesfall gab die Gesundheitsdirektion am Montag bekannt. Es handelte sich um einen Patienten im Alter von über 90 Jahren. Bisher starben im Kanton Zürich 134 Personen an den Folgen der Infektion.

Bund verzeichnet 108 neue Ansteckungen mit Covid-19

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innerhalb eines Tages 108 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden – mehr als doppelt so viele wie am Vortag.

Am Montag waren 43 neue bestätigte Fälle gemeldet worden, am Sonntag 99 und am Samstag 110. Insgesamt gab es bisher 33'742 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Dienstag mitteilte.

Das BAG meldete am Dienstag auch drei weitere Todesfälle. Bisher starben damit 1691 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren.

Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet entspricht das 19,7 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Dienstagmorgen übermittelt haben.

Insgesamt mussten seit Beginn der Pandemie 4134 Personen hospitalisiert werden, im Vergleich zum Vortag sind das acht mehr. Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 732'835. Bei 5,5 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Steigende Fallzahlen in Graubünden

Im Kanton Graubünden sind die Fallzahlen von Ansteckungen mit dem Coronavirus im Steigen. Das Gesundheitsamt warnte am Dienstag vor einschneidenden Massnahmen und empfahl dringend das Tragen von Schutzmasken.

Die Anzahl Personen, die sich neu mit dem Coronavirus infiziert hätten, sei tendenziell zunehmend, teilte das kantonale Gesundheitsamt am Dienstag mit. Anfang Woche hätten sich zehn Personen in Isolation befunden, 14 in Quarantäne und eine Person in Spitalpflege. Die Lage sei zwar stabil, aber eine Zunahme wäre kritisch, wie das Amt weiter schrieb. Ziel sei es, weitere einschneidende Massnahmen möglichst zu verhindern.

Deshalb ruft das Gesundheitsamt die Bevölkerung sowie die Unternehmen «dringend dazu auf», sich an die Vorgaben der Behörden zu halten. Nur wenn die Abstandsregel von eineinhalb Metern, die Hygienemassnahmen und die Schutzmasken-Pflicht im öffentlichen Verkehr eingehalten würden, könne von weiteren Massnahmen abgesehen werden. Unternehmen und Institutionen müssten die Schutzkonzepte konsequent durchsetzen.

Hält sich an die Regeln: Ein Tourist trägt in einer Gondel eine Schutzmaske.
Hält sich an die Regeln: Ein Tourist trägt in einer Gondel eine Schutzmaske.
Foto: Laurent Gillieron/Keystone
Pandemie versenkt die diesjährige Expovina

Das Coronavirus lässt die Expovina in diesem Jahr auf Grund laufen: Die Zürcher Weinausstellung auf den Schiffen am Bürkliplatz fällt aus. Die betrieblichen Einschränkungen seien zu gross.

Die 67. Ausgabe der Zürcher Weinausstellung hätte vom 29. Oktober bis am 12. November stattgefunden. Die Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie seien aber zu gross, teilten die Veranstalter am Montag mit. Die Weinmesse könne unter diesen Umständen nicht durchgeführt werden.

In diesem Jahr kann die Weinmesse am Bürkliplatz nicht stattfinden.
In diesem Jahr kann die Weinmesse am Bürkliplatz nicht stattfinden.
Foto: Keystone

43 Neuinfektionen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag innerhalb eines Tages 43 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden – gut halb so viel wie am Vortag.

Am Sonntag waren 99 neue bestätigte Fälle gemeldet worden, am Samstag 110 und am Freitag 92. Insgesamt gab es bisher 33'634 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Montag mitteilte.

Bisher starben gemäss den Angaben 1688 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet entspricht das 19,7 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis am Montagmorgen übermittelt haben.

Insgesamt mussten seit Beginn der Pandemie 4126 Personen hospitalisiert werden, im Vergleich zum Vortag sind das zwei mehr. Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 728'292. Bei 5,5 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Zahlen zur Covid-App

Die Zahl der aktivierten Swiss Covid-Apps sank am Sonntag auf 937'121 gegenüber 952'076 am Vortag, wie das Bundesamt für Statistik am Montag schrieb. Am Samstag gaben sechs Personen den Code in die App ein. Seit dem 12. Juli und bis zum Samstag wurden insgesamt 69 Codes eingegeben von Personen mit positivem Testresultat.

Die seit 25. Juni verfügbare App wurde bisher fast 1,85 Millionen Mal heruntergeladen, wie das BAG letzte Woche bekanntgab. Den Unterschied zwischen dieser Zahl und der Zahl der aktivierten Apps erklärt das BAG damit, dass einige Nutzer den Installierungsprozess nicht abgeschlossen haben, das Geschäfts-Handy ausschalten oder zeitweise den Flugmodus einschalten.

Martin Ackermann wird neuer Chef der Corona-Taskforce

Martin Ackermann wird künftig die Schweizer Corona-Taskforce leiten. Dies teilt die ETH Zürich auf Twitter mit. Der Mikrobiologe löst damit den bisherigen Taskforce-Chef und Epidemiologen Matthias Egger ab. Dieser Unterstützt die Wahl von Ackermann. Auf Twitter schreibt Egger: «bestmöglicher Nachfolger».

Westschweizer Komitee kämpft mit Referendum gegen Swiss-Covid-App

Ein Komitee um den unabhängigen Waadtländer Politiker François von Siebenthal und den Walliser SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor wollen der Swiss-Covid-App ein Ende setzen. So will das Komitee ein Referendum ergreifen aus dem Grund, dass sie fürchten, die Schweiz könnte ein Überwachungsstaat werden. Das schreibt das Komitee auf seiner Website.

SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor gehört zum Komitee.
SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor gehört zum Komitee.
Foto: Peter Schneider/Keystone

Mit dem Referendum wollen die Westschweizer Politiker, dass die Bevölkerung über die App entscheiden kann. Das Komitee kritisiert verschiedene Risiken, die die App aufweise, wie zum Beispiel die Verwendung der Daten.

Die Swiss-Covid-App ebne den Weg für eine Gesellschaft, «die auf digitaler Überwachung und sozialer Kontrolle basiert», kritisieren die Gegner. Die Anwendung könne von Personen mit böswilligen Absichten zweckentfremdet werden.

Referendumsfrist läuft bis im Oktober

Am Dienstag will das Komitee an einer Medienkonferenz über das Referendum informieren. Die Referendumsfrist läuft bis zum 8. Oktober, benötigt werden 50'000 Unterschriften. Ob das Komitee Unterstützung von Parteien erhält, ist nicht bekannt.

BAG meldet fast 100 Fälle

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Sonntag innerhalb eines Tages 99 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden – leicht weniger als am Vortag.

Am Samstag waren 110 neue bestätigte Fälle gemeldet worden, am Freitag 92. Insgesamt gab es bisher 33'591 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Sonntag mitteilte.

Bisher starben gemäss den Angaben 1688 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet entspricht das 19,7 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis am Sonntagmorgen übermittelt haben.

Insgesamt mussten seit Beginn der Pandemie 4124 Personen hospitalisiert werden, im Vergleich zum Vortag sind das fünf mehr. Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 726'806. Bei 5,5 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Weniger aktive Warn-App-Nutzer

Bei der Schweizer Corona-Warn-App kam es am Wochenende zum zahlenmässig bisher grössten Rückgang an aktiven Nutzern seit Lancierung der App Ende Juni. Das Bundesamt für Statistik (BFS) wies am Sonntag für den Vortag noch 952'076 aktive Apps aus – über 34'000 weniger als am Freitag.

Der Grund hierfür war unklar. Das BAG hatte in der Vergangenheit erklärt, dass Wochenenden wie auch der Ferienbeginn Einfluss auf die Aktiv-Nutzer-Zahlen haben können.

Flims kämpft gegen Touristen-Ansturm

Der Caumasee beim bündnerischen Flims ist äusserst beliebt. Damit zur Corona-Prävention der Mindestabstand gewährleistet ist, werden nun maximal 2000 Personen zugelassen. Im Video wird gezeigt, wie gross der Ansturm ist.

Flims beschränkt Besucherzahl für Caumasee
Der Caumasee bei Flims GR ist äusserst beliebt. Damit zur Corona-Prävention der Mindestabstand gewährleistet ist, werden nun maximal 2000 Personen zugelassen.
(Video: SDA-Keystone)
Oberster Kantonsarzt fordert mehr Stichproben

Der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri hat Stichproben bei Passagieren in allen Flugzeugen und Bussen gefordert, die aus einem Corona-Risikoland in die Schweiz kommen. Zudem verlangte er in einem Interview vom Bund eine Aufklärungskampagne für betroffene Reisende.

Wer aus einem Risikoland in die Schweiz einreist, muss sich bei den kantonalen Behörden melden und in Quarantäne begeben. Gemäss Recherchen der «NZZ am Sonntag» hält sich jedoch weniger als die Hälfte der Betroffenen daran.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hatte am Freitag angekündigt, die Einhaltung der Quarantänepflicht stichprobeartig zu kontrollieren. Pro Woche werden die Passagierlisten von 20 bis 30 in der Schweiz ankommenden Flugzeugen überprüft.

Die Stichproben hätten eine wichtige Signalwirkung, sagte Hauri, der Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und -ärzte, in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». «Aber der Bund muss noch systematischer aus jedem Flugzeug und Bus eine Stichprobe ziehen. Die Reisenden müssen merken, dass es jeden treffen kann.» Deshalb brauche es eine nationale Aufklärungskampagne.

Der oberste Kantonsarzt, Rudolf Hauri, fordert mehr Kontrollen der Quarantäne-Einhaltung von Reisenden aus Risikoländern.
Der oberste Kantonsarzt, Rudolf Hauri, fordert mehr Kontrollen der Quarantäne-Einhaltung von Reisenden aus Risikoländern.
(Keystone/Archiv)
Impfstoff: Kein lang anhaltender Schutz

Wer eine Infektion mit dem neuen Coronavirus durchgemacht hat, ist nicht automatisch immun. Untersuchungen zeigen, dass die schützenden Antikörper, die sich nach einer Infektion gebildet haben, bei manchen Menschen wieder verschwinden. In einer britischen Studie liessen sich bei Infizierten mit milden Symptomen nach drei Monaten fast keine schützenden Antikörper mehr nachweisen. «Dass die Antikörper wieder verschwinden, war zu befürchten», sagt die Virologin Alexandra Trkola von der Universität Zürich im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Denn das neue Coronavirus sei den Erkältungs-Coronaviren ähnlich. Auch mit ihnen könne man immer wieder infiziert werden. Allerdings bildet sich trotz schwindenden Antikörpern durchaus ein Schutz, der auf den Gedächtniszellen des Immunsystems beruht. Dank ihnen kann der Körper im Falle einer erneuten Infektion unter anderem schneller neue Antikörper herstellen. Für die Entwicklung eines Impfstoffs heisst das: «Wahrscheinlich wird man bei Sars-CoV-2 – ähnlich wie bei der Grippe – vorerst regelmässig impfen müssen», sagt Trkola.

Gesucht wird: Der ideale Impfstoff gegen Corona.
Gesucht wird: Der ideale Impfstoff gegen Corona.
(Keystone/Symbolbild/20. April 2020)

red/sda/reuters