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Naturgeräusche für die GesundheitMeeresrauschen beim Zahnarzt

Anhaltender Lärm kann auf Dauer krank machen. Sanfte Naturgeräusche haben dagegen sogar eine positive Wirkung.

Die Wirkung von Naturgeräuschen wird unterschätzt: Bach im Val da Stabelchod im Schweizer Nationalpark.
Die Wirkung von Naturgeräuschen wird unterschätzt: Bach im Val da Stabelchod im Schweizer Nationalpark.
Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Vogelzwitschern, das Plätschern eines Baches oder Wind, der durch Baumkronen rauscht: Derartige Naturgeräusche klingen nicht nur hübsch, sondern haben auch handfeste gesundheitliche Vorteile. Das ist zumindest das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie, die in den Proceedings der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA veröffentlicht wurde. Umso wichtiger sei es, so die Autorinnen der Studie, natürliche Klanglandschaften zu bewahren.

Für ihre Übersichtsarbeit haben die Wissenschaftlerinnen insgesamt 36 Studien analysiert, die sich mit dem gesundheitlichen Nutzen von Naturgeräuschen beschäftigen. Diese systematische Auswertung ergab, dass Menschen in einer natürlichen Geräuschkulisse weniger Schmerzen und weniger Stress erlebten, ihre Stimmung und die kognitive Leistung verbesserten sich. Konkret waren Vogelstimmen am besten geeignet, um Stress und Ärger abzubauen, während sich Wassergeräusche unter anderem positiv auf Blutdruck und Schmerzempfinden auswirkten. Zudem förderten sie positive Emotionen.

Musik für Geburtshilfe

Das passt zu einer älteren Studie der Universität Witten/Herdecke, gemäss welcher Zahnarztpatienten, die während der Behandlung Meeresrauschen auf Band hörten, entspannter waren und weniger Schmerzen empfanden. Die für jene Studie eingesetzte Aufnahme «Meer» des Komponisten Martin Buntrock wird mittlerweile in der Geburtshilfe, bei Schlafstörungen und auch in der Sterbebegleitung eingesetzt.

Laut den Autorinnen der aktuellen Untersuchung liessen sich die vorteilhaften gesundheitlichen Effekte von Naturgeräuschen aus einer evolutionären Perspektive heraus erklären: «Natürliche akustische Umgebungen liefern Signale für Sicherheit oder eine geordnete Welt ohne Gefahr, was Kontrolle über psychische Zustände, Minderung von stressbedingtem Verhalten und mentale Erholung ermöglicht», schreiben sie.

Neuer Bezug zu Geräuschen

«In vielerlei Hinsicht hat die Covid-19-Pandemie die Bedeutung der Natur für die menschliche Gesundheit hervorgehoben», fasst Biologin Rachel Buxton von der kanadischen Carleton University, eine der Hauptautorinnen der aktuellen Studie, zusammen. «Da der Verkehr während der Quarantäne abgenommen hat, haben viele Menschen eine ganz neue Verbindung zur Geräuschkulisse hergestellt: Sie haben die entspannenden Klänge von singenden Vögeln direkt vor ihrem Fenster wahrgenommen.»


4 Kommentare
    Werner Meier

    Das würde ich sehr begrüssen, das Meeresrauschen anstelle des laut pfeifenden und schneidenden Geräusches vom Bohrer.