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Juli Zeh in HöchstformSie liefert den ersten echten Corona-Roman

In «Über Menschen» trifft eine progressive Städterin auf einen Dorfnazi. Die Geschichte spielt mitten im Pandemie-Frühling 2020.

Versöhnlicher Roman, in dem das Böse nicht verschwiegen wird: Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh.
Versöhnlicher Roman, in dem das Böse nicht verschwiegen wird: Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh.
Foto: Soeren Stache

Dora macht ihrem Namen alle Ehre, indem sie aus Berlin an den Dorf-Rand in Brandenburg zieht und natürlich zunächst einmal das Klischee der Städterin erfüllt, die vom Dorfleben und davon, wie man ein Gemüsebeet anlegt, keine Ahnung hat. Begleitet wird sie von einer Hündin mit dem transgenderhaften Namen «Jochen-der-Rochen», einer munteren Promenadenmischung.

Auch der Nachbar, der mit rasiertem Schädel über die Mauer schaut und sich mit den Worten «Ich bin hier der Dorfnazi» vorstellt, ist als demonstratives Klischee angelegt. Doch schon da ist zu ahnen, dass die Klischees mit Bedacht gesetzt sind, um allmählich ausgehebelt zu werden. Einen Mann mit Motorsense, der vorzugsweise in rassistischen Witzen spricht und eine Schürze mit der Aufschrift «Serien-Griller» trägt, gibt es auch.

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