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Essay über die USA vor der WahlMein Leben in Trumps Amerika

Über die Trump-Präsidentschaft als Korrespondent zu schreiben? Fühlt sich oft an wie ein Fiebertraum. Eine persönliche Bilanz.

Too much news: US-Präsident Donald Trump spricht zu Journalisten auf dem Südrasen des Weissen Hauses.
Too much news: US-Präsident Donald Trump spricht zu Journalisten auf dem Südrasen des Weissen Hauses.
Foto: Chip Somodevilla (Getty Images)

Was bleibt von der Zeit mit Donald Trump?

Die Antwort ist ein Seufzen, ein langes, tiefes Seufzen. Seit bald drei Jahren berichte ich als Korrespondent über die USA, aber was meine Arbeit angeht, haben diese drei Jahre längst keine Konturen mehr. Russland-Affäre, Kinder in Käfigen, Shutdown, Handelskrieg, Fake News, Soldaten gegen Demonstranten, Supreme Court, Impeachment, Tweets, Tweets, Tweets, jeden Tag, jede Stunde, immer. Alles verschwimmt, alles sind Fetzen und Töne und Bruchstücke, wie eine Nacht voller Fieberträume.

Ich habe Trump im Weissen Haus gesehen und auf dem Rasen dahinter, wo er den Journalisten im Rotorenlärm des Helikopters Sätze zuruft. Ich habe ihn an Wahlkampfauftritten erlebt und mir seine Auftritte am Fernsehen angesehen. Doch noch viel öfter ist mir Trump anderswo begegnet: in den Pushmeldungen auf dem Handy, in hysterischen Twitter-Debatten, auf den ebenso hysterischen TV-Sendern, in den immer neuen Enthüllungsbüchern in der Buchhandlung, Trump ist sogar auf Aufklebern an Ampeln.

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