Kein bisschen smart

Der Smart bleibt das hässliche Entlein in der Mercedes-Familie. Technologisch ist er höchstens Durchschnitt, kommerziell ein Flop.

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Ein klein wenig Schadenfreude dürfte Nicolas Hayek derzeit empfinden, und er hat allen Grund dazu: Hätte man vor 20 Jahren auf ihn gehört, dann wäre der Smart heute nicht ein Kleinwagen mit eigenartigem Aussehen und gewöhnungsbedürftigen Fahreigenschaften. Nein, der Smart wäre heute vielleicht das erste Elektroauto und Kult, denn Hayek wollte immer einen Smart mit Elektroantrieb. Aber Hayek ist Uhrenhersteller und Schweizer.

Das Ego von deutschen Automanagern lässt es nun mal nicht zu, dass man auf Uhrenhersteller aus der Schweiz hört. Man orientiert sich an den eigenen Ingenieuren. Die sind Weltklasse, und die setzten bis vor wenigen Jahren nicht auf Strom, sondern auf Diesel. Und so kam es, dass in Deutschland heute wahrscheinlich die besten Dieselmotoren der Welt gebaut werden. Das erste massentaugliche Öko-Auto jedoch heisst nicht Smart, sondern Prius, und es stammt nicht aus dem Hause Daimler, sondern von Toyota.

Inzwischen hat es sich bis nach Stuttgart herumgesprochen, dass die Zukunft des Personenwagens elektrisch sein wird. Daimler hat sich zu zehn Prozent am kalifornischen Sportwagenbauer Tesla beteiligt, dem Porsche mit Elektromotor sozusagen. Das passt zur Marke mit dem Stern auf der Haube. Der Smart aber bleibt das hässliche Entlein in der Mercedes-Familie. Technologisch ist das Gefährt höchstens Durchschnitt, kommerziell ein Flop.

Warum wird die Produktion nicht einfach eingestellt? Weil immer mehr Menschen in Städten leben, die, wenn sie überhaupt noch ein Auto wollen, einen Öko-Kleinwagen wünschen. Der Smart wäre so gesehen ideal positioniert. Was ihm fehlt, ist ein starker Partner. Diesen scheint man nun in Frankreich gefunden zu haben. Daimler wird Kleinwagen künftig gemeinsam mit Renault-Nissan herstellen; nicht weil die Smart-Fabrik in Lothringen steht, sondern weil der französische Konzern weiss, wie man auch mit kleinen Autos grosses Geld verdienen kann, und weil er zudem ein Pionier in Sachen Elektroautos ist. Einen starken Partner wird der bisher so glücklose Smart gut gebrauchen können, denn die Zukunft des Personenautos ist nicht nur elektrisch, sondern auch chinesisch. Aber das ist eine andere Geschichte.

Erstellt: 09.04.2010, 23:46 Uhr

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