Note 6, Leistung sehr gut

Matthias Meili, Leiter der Redaktion Wissen, über den jüngsten Erfolg des Forschungsplatzes Schweiz.

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Der Schweizer Forschungsplatz kann wieder einmal das höchste Gütesiegel für sich beanspruchen. Die EU-Kommission hat für ihre künftigen Grossforschungsprojekte im IT-Bereich drei Schweizer Projekte in die engere Auswahl genommen. Drei von sechs! Ausgewählt nach wissenschaftlichen Kriterien aus 26 Bewerbungen aus ganz Europa. Zwei Projekten winkt eine Unterstützung in Höhe von Hunderten von Millionen Euro.

Die Projekte sind visionär und reichen weit über die pure Technologie hinaus. Dirk Helbing von der ETH Zürich will eine computerbasierte Wissensplattform aufbauen, um zu verstehen, wieso die Menschheit immer wieder in Krisen läuft. Schon beinahe fantastisch, vielleicht sogar beängstigend, ist die Idee von Henry Markram von der ETH Lausanne. Er will ein komplettes menschliches Gehirn am Computer simulieren.

Die Experten der EU versprechen sich von diesen Vorhaben viel, sonst wären diese nicht in die Ränge der Megaprojekte gekommen. Doch diese Erfolge sind heute nur dank internationaler Vernetzung möglich. Für die Schweiz sind dafür zwei Gründe ausschlaggebend: Einerseits ist das Land dank der bilateralen Verträge ein vollwertiges Mitglied der europäischen Forschungslandschaft. Wir zahlen zwar Beiträge, im abgelaufenen 6. Forschungsrahmenprogramm 780 Millionen Franken. Doch ein noch grösserer Beitrag ist über die Förderung von Schweizer Projekten wieder in unser Land zurückgeflossen. Davon profitiert die Wirtschaft. Gemäss einer Umfrage unter Projektleitern sind deren Ergebnisse in über der Hälfte der Vorhaben in neue Produkte und Dienstleistungen geflossen, bei 30 Prozent der Projekte wurden Beschäftigungseffekte realisiert.

Erfolg dank internationaler Vernetzung zeigt sich noch in einem zweiten Punkt. Alle Projektleiter der nun von der EU-Kommission ausgewählten Projekte sind Ausländer. Sie tragen entscheidend zur Qualität unseres Forschungsplatzes bei. Erfolgreiche Hochschulen agieren wie Fussballklubs: Sie unterhalten ein professionelles Scoutingsystem, um die besten Forscher in die Schweiz zu locken.

Der Forschungsplatz Schweiz verdankt dem Ausland und den Ausländern viel – auch seine guten Noten.

Erstellt: 03.03.2011, 22:53 Uhr

Matthias Meili

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