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«Operation Christoph» - der SVP-Geheimplan

«Unten am Labortisch erwarten ihn schon alle: Dr. Schlüer, Dr. Mörgeli, Dr. Blocher, Geissbock Zottel - die Elite der SVP.»

Dezember 2008. Toni Bortoluzzi verliess im Zorn die Fraktionssitzung. Wo immer er hinsah: Verräter! SVP-Leute, die für einen Versager und Karrieristen wie Ueli Maurer gestimmt hatten! Dabei gab es in der Partei nur einen Kopf: Christoph Blocher!

Betäubt fuhr er zum geheimen Auns-Labor im Schloss Rhäzüns. Wie immer öffnete sich die Falltür geräuschlos - Haushistoriker Dr. Ulrich Schlüer hatte sie mit Schmiere aus dem zweiten Weltkrieg geölt.

Unten am Labortisch erwarten ihn schon alle: Dr. Schlüer, Dr. Mörgeli, Dr. Blocher, Geissbock Zottel - die Elite der SVP.

«Toni, es gibt Arbeit», sagte Dr. Mörgeli und lächelte. «Wir haben einen Geheimplan.»

Ein Plan! Warme Vorfreude durchströmte Bortoluzzi. Freude, die nach Mörgelis Worten bald kaltem Entsetzen wich...

«Fakt ist: Christoph Blocher ist unser bester Kopf und der Einzige, der jede schwere Krise für die Schweiz lösen wird. Fakt ist aber auch: Er wird nicht gewählt. Wir von der SVP müssen also zum Wohle unseres Landes geradlinig unserem Auftrag folgen! Und dieser lässt uns nur eine echte Lösung offen!»

«Und die wäre?»

«Wir müssen Dr. Blocher köpfen. Und zwar noch heute Abend!», lächelte Dr. Mörgeli.

Blocher köpfen! Entsetzen packte Toni Bortoluzzi. Hatte die linke Presse recht und er war unter die Verrückten geraten?

«Es ist doch ganz einfach, Toni», sagte Dr. Blocher. «Wenn sie mich nicht heute in den Bundesrat wählen, dann eben später!»

«Und deshalb werden wir unseren besten Kopf Dr. Blocher jetzt einfrieren. Zum Auftauen für die künftigen Generationen - für die Zukunft unseres Landes», ergänzte Dr. Schlüer.

«Aber warum vor dem Einfrieren köpfen?», stammelte Bortoluzzi.

«Wichtig ist doch immer nur das SVP-Gedankengut», erklärte Dr. Blocher, während er sich entkleidete. «Ausserdem mache ich das nicht zum Vergnügen! Sondern weil ich muss.»

«Und was soll ich...», sagte Bortoluzzi, während er wie in einem bösen Traum zusah, wie Christoph Blocher sich auf den Labortisch legte und Dr. Mörgeli seine Operationssäge in kochendem Essig sterilisierte.

«Dein Auftrag ist derselbe wie immer: meine Füsse zu halten», sagte Dr. Blocher. Das waren die letzten Worte des besten Kopfes der Schweiz. Ihnen folgten nur letzte Schreie...

Dezember 2108. Es ist bitter kalt im Bundeshaus. Besonders seit halb Bern in Schutt und Asche liegt, nachdem eingewanderte Bulgaren und Rumänen das Elektrizitätswerk angezündet haben. Nach hundert Jahren sozialdemokratischer Misswirtschaft regieren Hungersnöte das Land. Überall Bettler und Sterbende, die mageren Kinder gelten als Nahrungsquelle.

Im noch intakten Flügel des Bundeshauses irren die hungernden Bundesräte Studer, Huber und Blastic herum. Plötzlich entdecken sie eine Tiefkühtruhe mit der Aufschrift: «Im grössten Krisenfalle auftauen!»

Schon Stunden später ereignet sich das Weihnachtswunder zu Bern. Zum ersten Mal seit Jahren herrschen wieder Kraft und Optimismus im Bundesrat. Auf dem Sitzungstisch dampft die erste warme Mahlzeit seit Monaten.

Bundesrat Blastic lehnt sich zurück und sagt: «Freunde! Das ist der beste Kopf, den ich je gegessen habe!»

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