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Ueli, der Magistrat

«Ueli Maurer ist für die SVP perfekt. Er ist immer zur Stelle, wenn es gilt, der Partei zu dienen.»

Nun ist es also so weit: Ueli Maurer hat Christoph Blocher eingeholt und wird den Übervater, dem er so viel verdankt, gar überholen. Er dürfte am 10. Dezember die SVP aus der missglückten Opposition zurück in den Bundesrat führen.

Denn allen ist klar: Das Zweierticket der SVP bietet angesichts der ebenso aussichtslosen wie sturen Kandidatur Christoph Blochers nur zum Schein eine Auswahl. Trotzdem ist es für die Partei eine ideale Lösung. Denn so muss nicht sie, sondern das Parlament die Ära Blocher beenden. Und Ueli Maurer ist für die SVP perfekt. Er ist immer zur Stelle, wenn es gilt, der Partei zu dienen. Ein Diener mit enormem politischem Talent und beispiellosem Leistungsausweis. Heute ist Maurer intern sogar noch besser abgestützt als Blocher. Und er geniesst auch im Parlament breitere Unterstützung als die übrigen Möchtegern-Bundesräte der SVP. In den letzten Wochen haben ihn die politischen Gegner sogar ausdrücklich auf ihre Wunschliste gesetzt.

Das ist erstaunlich und hat auch etwas Verlogenes. Ausgerechnet Maurer, der stets die Provokation und politische Eskalation dem Konsens vorzog und der Andersdenkende serienfeuermässig beschimpfte, soll nun Mitglied einer Kollegialbehörde werden. Im persönlichen Umgang sei er anständig und verlässlich, rechtfertigen Vertreter der anderen Parteien ihre neue Vorliebe. Doch Maurer, das hat er gestern klargemacht, wird auch im Bundesrat in erster Linie SVP-Mann und permanenter Wahlkämpfer bleiben.

Dennoch wird das Parlament nicht umhin kommen, ihn zu wählen. Nochmals einen offiziellen SVP-Kandidaten abzuschmettern, obwohl der Anspruch der Partei unbestritten ist, liegt nicht drin. Alles andere als die Wahl Ueli Maurers wäre ein Affront.

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